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T e x t k r i t i s c h e r  A n h a n g

M a n u s k r i p t e  u n d  V a r i a n t e n

Inhalt

Vorbemerkung 307
I. Synoptischer Abdruck: "Inn-nu-woh" und "Winnetou", zwei Fassungen einer frühen Erzählung 308
II. Das Manuskript zu "Ein Rätsel" (SL II, S. 453-628) 315
III. Das Manuskript zu "In Basra" (SL III, S. 1-66) 324
IV. Die Textzeugen zu "Am Tode" (SL III, S. 67-266) 329
V. Das Manuskript C (SL III, S. 266-636) 337
VI. Das Manuskript D (SL IV, S. 1-175) 351
VII. Das Manuskript E (SL IV, S. 177-Schluß) 364
Bibliographie 394


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Vorbemerkung

Die folgende Zusammenstellung ausgewählter Varianten zu Mays Werk, weitgehend den verschiedenen Teilmanuskripten zu "Im Reiche des silbernen Löwen" entnommen, erhebt keineswegs den Anspruch, eine historisch-kritische Ausgabe von Mays Werk vorwegzunehmen oder gar zu ersetzen. Sie will vielmehr die Unterschiede zwischen den Manuskripten vor und nach 1900 deutlich machen und zugleich anhand konkreter Beispiele Schlaglichter auf Mays Arbeitstechnik werfen.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Handschriften selbst, nicht auf den Unterschieden zur Druckfassung oder gar auf dem Vergleich der verschiedenen Auflagen und Ausgaben. Die im Fortschreiten der "Silberlöwen"-Niederschrift immer zahlreicher und bedeutungsvoller werdenden Überklebungen Mays werden dabei, soweit entzifferbar, vollständig mitgeteilt; die in den Manuskripten durchgängig vorhandenen Streichungen, die Wortwiederholungen auf dem engen Raum weniger Zeilen vermeiden sollen, werden dagegen nur anhand ausgewählter, begrenzter Textausschnitte vorgestellt. Diese weitgehend mechanisch ablaufenden Korrekturen (wohl Ergebnis der Stilübungen im Lehrerseminar) bilden die Hauptmasse der Varianten in den Manuskripten vor 1900 (z.B. in "Am Jenseits", wo allerdings sicher auch die Eile, in der der Roman geschrieben wurde, eine weitere Durcharbeitung verhinderte).

Am Anfang der Variantendarbietung steht ein Versuch, der durch die synoptische Gegenüberstellung der ersten Erzählsequenzen einer frühen, in zwei Fassungen vorliegenden Indianererzählung exemplarisch Tendenzen in Mays früher schriftstellerischer Entwicklung vor Augen führen und damit die im darstellenden Teil dieser Arbeit getroffenen Aussagen über Mays rasche schriftstellerische Entwicklung in den Jahren 1875 bis 1882 belegen und stützen soll.


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I. Synoptischer Abdruck: "Inn-nu-woh" und "Winnetou", zwei Fassungen einer frühen Erzählung

1. Vorbemerkung

Durch den synoptischen Abdruck, d.h. die parallele Darstellung von zwei oder mehr Fassungen eines Textes, lassen sich die Unterschiede und die Ähnlichkeiten, ebenso wie ggf. die Entwicklung des Autors oder seines Texts, anschaulicher darstellen als durch einen lemmatisierten Variantenapparat, bei dem die Abweichungen anderer Fassungen als gesonderter Anhang dargeboten werden. Da die Varianten aus den Manuskripten zum Roman "Im Reiche des silbernen Löwen" hier notgedrungen als Variantenauflistung geboten werden müssen, soll durch das erste Beispiel ein alternatives Darbietungsmodell zumindest andeutungsweise vorgestellt werden. Das synoptische Verfahren erscheint besonders geeignet für Mays frühe Erzählungen, da die Texte sehr eng aneinander anschließen, die Textbewegung in der Regel durch Erweiterungen in den späteren Fassungen bestimmt ist, und da schließlich, nachdem die Manuskripte verloren sind, keine Manuskriptvarianten zu berücksichtigen sind.


2. Die Vorlagen

Karl May: Inn-nu-woh, der Indianerhäuptling. (=Aus der Mappe eines Vielgereisten, Nr.1). In: Deutsches Familienblatt. Jg. 1 (1875/76), H.1 (zit. nach KMG-R "Deutsches Familienblatt")

Karl May: Winnetou. Eine Reiseerinnerung. In: Omnibus. Illustrirtes Wochenblatt. 17.Jg. Hamburg 1878, Heft 40 und 41. (Reprint in KMG-R "Der Krumirl', S. 182 - 188)


Im edierten Text verbesserte Druckfehler der Vorlagen werden am Fuß der Seiten mit * im Originalwortlaut mitgeteilt.

I = Inn-nu-woh         W = Winnetou

Worte oder Satzzeichen, die - bei sonst übereinstimmendem Kontext -
< > nur in der "Inn-nu-woh"-Fassung
[ ] nur in der "Winnetou"-Fassung enthalten sind.

Linke Spalte: "Inn-nu-woh"-Text Rechte Spalte: "Winnetou"

Mittelspalte: gemeinsamer Text


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3. Text

<Inn-nu-woh>[Winnetou]
Ich war nach den Vereinigten Staaten gekommen, um "Land und Leute kennen zu lernen", hatte den civilisirten Osten zur Genüge durchstreift und befand mich nun in New Orleans, von wo aus ich zunächst nach St.Louis dampfen und dann durch die Prairieen das Felsengebirge gewinnen wollte. Meine Ankunft in der Metropole des Südens
Diefiel grad in die diejenige
Jahreszeit, in welcher der [»]gelbe Jack [ª] und das schwarze Fieber den Aufenthalt
in New -Orleansam unteren Missisippi
für den Weißen gefährlich machen
,war eingetreten, und wer.Wer
nicht von der eisernen Nothwendigkeit festgehalten wurde, der beeilte sich, die dünste-schwangere Atmosphäre
des unteren Missisippides sumpfigen Flußdelta's
zu verlassen
und die Niederungen des Stromes mit,um sie mit der reineren Luft von
<Absatz>höher gelegenen Orten zu vertauschen.

Die vorsichtige Aristokratie der Stadt hatte sich längst unsichtbar gemacht. Diejenigen, welche aus

Rücksicht für ihr Geschäftgeschäftlichen Rücksichten
noch zurückgeblieben waren,
beeilten sichsuchten
fortzukommen, denn schon erzählte man sich von mehreren plötzlichen Sterbefällen, und
so faßte
auch ich
hatte meine wenigen Habseligkeiten zusammengepackt undgar bald den Entschluß, meinem Verweilen keine längere Ausdehnung zu geben, sondern vielmehr schon die nächste Gelegenheit zur Reise nach der Hauptstadt von Missourie zu benutzen. So
stand
,das Dampfbootich denn, das Steamboot
erwartend, am Landeplatze
um nach St. Louis zu gehen, wo Verwandte meiner Ankunft warteten. und
<Absatz>Ned, der alte <,> grauköpfige Neger, welcher als Factotum meines Hotels mir seine besondere Zuneigung geschenkt und jetzt den Koffer getragen hatte, lehnte neben mir an einem der Eisenkrahnen,


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<Inn-nu-woh>[Winnetou]
welche bestimmt sindmit deren Hülfe
die ungeheuersten Lasten an und
vomvon
Bord
zu hebengehoben werden,
und machte
mitunter
grinsendem Zähnefletschen seine drolligen Bemerkungen über die verschiedenartigen Gestalten, welche geschäftig um uns wogten <.>
oder, wie wir*, harrend am Ufer standen.
Da plötzlich packte er mich am Arme und gab mir eine
andere Stellung, so daß ich den Blickso kräftige Wendung, daß ich mich
nach rückwärts
werfen mußte.drehte. Dann erhob er den Arm und deutete mit demselben in das vor uns wühlende Gedränge hinein.
"Sehen Master dort Indian?"
frug er in seiner gebrochenen Art und Weise.
"Welchen? Meinst Du den
finstern Kerl,finsteren Patron,
welcher grad auf uns zusteuert?"
"Yes, yes,*Master! Kennen Master Indian?"
"Nein."
"Indian sein groß Häuptling von
Sioux,Pimo*,
heißen
Inn-nu-wohWinnetou und
sein best' Schwimm in
United States."(Vereinigte Staaten).United Staates."
"So? Dazu gehört viel!"
"Well, well, Sir, aber
so sein, actually (wirklich) so sein!es sein so, es sein actuelly so! Oder glauben Master, daß Ned Lügen sagen?"
Ich entgegnete Nichts und sah mir den Mann, welcher jetzt
, den Blick weder rechts noch links wendend,
in stolzer Haltung an uns vorüberschritt, genau an. Sein Name war mir nicht unbekannt
, oft sogar hatte ich; ich hatte im Gegentheile viel
von ihm erzählen hören, aber immer an der Wahrheit der wunderbaren Geschichten <:> [,] welche über
ihn und ganz besonders über
seine Fertigkeit und Ausdauer im Schwimmen coursirten, gezweifelt.

*mir <=wir> WManer <= Master> W*Pimo" <=Pimo> W


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<Inn-nu-woh>[Winnetou]
Winnetou war der berühmteste Häuptling der Apachen,deren bekannte Feigheit und Hinterlist ihnen unter ihren Feinden den Schimpfnamen "Pimo" zugezogen hatte; doch seit er zum Anführer seines Stammes gewählt worden war, hatten sich die Feiglinge nach und nach in die geschicktesten Jäger und verwegensten Krieger verwandelt, ihr Name wurde gefürchtet bis über den Kamm des Gebirges herüber, ihre Unternehmungen waren stets vom besten Erfolge begleitet, sie unternahmen in geringer Männerzahl und mitten durch feindliches Gebiet hindurch die kühnsten Streifzüge, und es gab eine Zeit, in welcher an jedem Lagerfeuer und im kleinsten Boarraume ebensowohl wie im Salon des feinsten Hotels Winnetou mit seinen Streichen den stehenden Gegenstand der Unterhaltung bildete. Da plötzlich war er am Missisippi erschienen, um, nach seiner eigenen Ausdrucksweise, die "Hütten der Bleichgesichter" zu sehen und mit dem "Vater der weißen Männer, dem Präsidenten zu sprechen. Seine wenigen Begleiter hatte er in die am westlichen Ufer des Flusses gelegenen Wälder zurückgeschickt und die Reise nach Washington ganz allein unternommen. Das war vor einigen Monaten gewesen, und nun kehrte er zurück, um die gewaltige Entfernung von dem "Vater der Strömellbis an die Küsten des stillen Weltmeeres von Neuem zu durchmessen, ein Vorhaben, welches ihn mit tausenderlei Gefahren in Berührung bringen mußte.
Er war von nicht gar zu hoher Gestalt; aber der Bau seines gedrungenen Körpers und insbesondere die Breite seiner Brust machten mich in meinem bisherigen Unglauben doch Etwas wankend.Er schien im Anfange der fünfziger Jahre zu stehen; seine nicht zu hohe Gestalt war von ungewöhnlich kräftigen und gedrungenem Bau, und insbesondere zeigte die Brust eine Breite, die einen hoch aufgeschossenen und langhalsigen Yankee in die respectvollste Bewunderung zu setzen vermochte. Der Aufenthalt im civilisirten Osten hatte ihn genöthigt, eine dort weniger auffällige


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<Inn-nu-woh>[Winnetou]
Kleidung anzulegen, aber das dichte, dunkle Haar hing ihm in langen, schlichten Strähnen bis weit über die Schultern herab, im Gürtel trug er ein Bowiemesser nebst Kugel- und Pulverbeutel, und aus dem Regentuche, welches er malerisch um die Achsel geschlungen hatte, sah der verrostete Lauf einer Büchse hervor, die vielleicht schon manchem "Westmanne" das letzte Valet gegeben hatte.
In diesem AugenblickeDa
kam eine offene Equipage, in welcher ein ältlicher Herr und eine junge, verschleierte Dame saßen, dahergerollt. Mit etwas
ungewöhnlicherauffälliger
Rücksichtslosigkeit drängte der reich gallonirte Kutscher das Geschirr durch die Menge und knallte mit der Peitsche um die Ohren der im Wege Stehenden. Erschrocken fuhren die Leute auseinander, und nur der Indianer schritt ruhig
und unbekümmert um den hinter ihm *entstehenden Lärmen
weiter und wich kein Haar breit von seiner ursprünglichen Richtung ab. War ja doch zur Seite Raum genug für den Wagen, welcher ebenso gut drüben auf dem kurzen Setzpflaster wie hier auf den glatten, breiten Quadern fahren konnte.

"Weg da vorn, Rothhaut! Oder bist Du etwa taub?"
rief der Rosselenker. Und als der Angeredete trotz barschen und lauten Zurufes seinen Weg, ohne sich umzudrehen, fortsetzte, fuhr er, die Peitsche schwingend, fort: "Troll' Dich bei Seite, Nigger, oder meine Peitsche zeigt Dir den Weg!"

Obgleich

das Wortder Ausdruck
"Nigger" die größte wörtliche Beleidigung für einen Indianer enthält, schien der Voranschreitende dieselbe doch nicht zu beachten, sondern ging langsam weiter. Da knallte die Peitsche, und der
scharfe
Riemen derselben strich dem rothen Manne grad über das Gesicht, so daß die Spuren des Hiebes sofort zu bemerken waren. In demselben Augenblicke aber stand der Getroffene auch schon auf dem Bocke, riß dem ungezogenen Burschen mit einem von unten nach oben geführten
HiebeStoße der geballten Hand
Lippe und Nase auf, hob ihn dann vom Sitze
empor
und schmetterte ihn mit solcher Wucht herunter auf die Steinplatten, daß er

*enstehenden <=entstehenden> W


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<Inn-nu-woh>[Winnetou]
alle Viere von sich streckte, Arme und Beine von sich streckend,
laut-
losund regungslos
liegen blieb.
Die Pferde standen still.Es war dies
Diese Bewegungen warenAlles
so schnell geschehen, daß der im Wagen sitzende Herr nicht Zeit
gefunden
hatte, seinem Untergebenen zu Hülfe <Hilfe> zu kommen; jetzt aber riß er einen Revolver aus der Tasche und
rief,
denselben auf den Indianer richtend [:]
, rief er:
" Zounds, <(alle Wetter)> Canaille, das ist für Dich, wenn
er nicht inder Mann nicht binnen
einer Minute wieder auf dem Bocke sitzt!"
<Absatz>Ohne[Absatz]
mit der Wimper zu zucken oder eine Miene zu verziehen, nahmeine Miene zu verändern oder auch nur mit der Wimper zu zucken, zog
der Bedrohte
mit blitzesschneller Bewegung
die Büchse
von der Schulter, legte siehervor und legte
auf den Yankee an<,> [,]
der Hahn knackte,
und ganz gewiß wäre es zwischen den Beiden zu einer ernsten That gekommen, wenn <sich> nicht einige
schnell hinzugetretene Policemans dazwischengestellt undrasch herbeigeeilte Policemens
durch ihr Bitten den Besitzer der Equipage bewogen hätten, die Waffe an sich zu nehmen.
<Absatz>"Bitte, fahrt weiter, Sir," mahnte der[Absatz]
eine von ihnen.[.] "Euer Kutscher hat sich
wieder
erhoben und wird wohl, das zerrissene Gesicht abgerechnet, keinen
großen
Schaden genommen haben.
Der UnvorsichtigeEr
mußte
doch
wissen, daß nach den Gesetzen der
IndianerIndsman
ein
solcher
Schlag nur mit dem Tode gesühnt werden kann!"
[Absatzl "Well, well; aber mischt Euch nicht in meine Angelegenheiten, ihr Leute! Was Ihr da von den Gesetzen dieser rothen Kerle sagt, das mag meinetwegen ganz wahr sein, mich aber gehen sie ganz und gar Nichts an. Ich bin der Colonel Webster aus


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<Inn-nu-woh>[Winnetou]
Lindsfort und weiß ganz genau, wie ein freier Amerikaner mit solchen Burschen umzuspringen hat. Tretet vom Wagen zurück; ich werde mit dem *Scalpmanne auch ohne Euch fertig!"

[Absatz] Die Situation schien eine gefährliche und also auch interessante zu werden.

Nach Art und Weise der Amerikaner, welche sich
nienur selten
in die Händel Anderer mischen und ihr[e]
InteresseTheilnahme
an einem Streite
meist
nur dadurch
bethätigen,an den Tag legen,
daß sie Raum zum Ausfechten desselben geben, hatten die Umstehenden einen Kreis um den Wagen gebildet, um zu sehen, wie die
interessante
Begebenheit enden werde<;> [.]
als jedoch in diesem AugenblickeDa ertönte
die schrille Pfeife des herandampfenden
Steambootes ertönte und der wieder aufgestiegene Kutscher auf den drängenden Zuruf seines Herrn das Gespann in der Richtung nach der Landungsbrücke leitete, löste sich der Kreis Steamers, und sofort nahm die Angelegenheit eine friedliche Wendung.

[Absatz] "Steig auf, Jim!" rief der Colonel. "Das Boot ist schon da."

[Absatz] Winnetou zog den Lauf seiner Büchse zurück, setzte den Hahn in Ruh und sprang herab. Das Geschirr rollte der nahen Landungsbrücke zu; der Kreis der Neugierigen löste sich

schnell auf, und ein Jeder beeilte sich, auf dem
BooteDampfer
einen
möglichst
guten Platz zu erobern.

*Sealpmanne W


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II. Das Manuskript zu "Ein Rätsel" ("Im Reiche des silbernen Löwen", Band II)

1. Die Probleme der Textkonstitution

Vom 1. Oktober bis zum 29. November 1898 findet sich in den erhaltenen Briefen Mays an Fehsenfeld kein Hinweis auf "Im Reiche des silbernen Löwen", so daß die Entstehungsgeschichte von "Ein Rätsel" weitgehend nur durch Mutmaßungen erschlossen werden kann. Am 29. 11.1898 mahnt May jedenfalls beim Verlag "die Correctur zum Schluß des 27ten Bandes" an; die Druckerei Krais habe "das Manuscript dazu schon seit dem l0ten in den Händen. Wann soll da 'Am Jenseits' fertig werden?" (Brief an Fehsenfeld, 29.11.1898). In der Zeit von Anfang/Mitte Oktober bis kurz vor dem 10. November hatte May also offenbar den aufgrund eines Umrechnungsfehlers noch benötigten Schlußteil des zweiten "Silberlöwen"-Bandes fertiggestellt. Das Manuskript zu diesem Text, "Ein Rätsel" in der Buchausgabe überschrieben, ist im Karl-May-Archiv Bamberg erhalten, allerdings nur mit den paginierten Manuskriptseiten 37 - 220. Der Umfang der nicht überlieferten Anfangsseiten 1 - 36 entspricht umgerechnet ziemlich genau den 27 einleitenden Druckseiten in der Erstausgabe (S.453-479). Dabei ist allerdings auffallend, daß diese Seiten eine aus uneinheitlichen Elementen zusammengesetzte Einleitung enthalten, während die eigentliche Handlung erst kurz vor dem Beginn des erhaltenen Manuskripts mit dem Gespräch zwischen dem Ich-Erzähler und Hadschi Halef Ornar (S.479) einsetzt. Diese Einleitung besteht aus drei sehr inhomogenen Teilen, an deren Anfang May, ganz ähnlich wie zu Beginn von "Am Turm zu Babel", eine Betrachtung über Schicksal und Zufall stellt; die Taten des Menschen in verschiedenen Lebensaltern stünden in einem engen Zusammenhang. Anschließend folgt eine zwar im Wortlaut veränderte, inhaltlich aber weitgehend identische Paraphrase des 'Salbengesprächs' vom Beginn der Kalendergeschichte "Die 'Umm ed Dschamahl'", gefolgt von einer knappen Inhaltsangabe dieser im "Regensburger Marien-Kalender 1899" publizierten Erzählung.

Den dritten Teil des Vorspanns bilden schließlich Betrachtungen über die angeblich "räuberischen" Kurden, die in Wirklichkeit


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gastfreundlich und aufrichtig seien, ganz im Gegensatz zu den heimtückischen Armeniern. Als Beleg für diese Unterscheidung dient ein ausgedehntes, ohne Verfassernennung eingefügtes Zitat aus einem Artikel des evangelischen Geistlichen und liberalen Politikers Friedrich Naumann (1860-1919). Es ist wörtlich einer Folge von Naumanns Berichten über die Seereise deutscher Theologen in den Nahen Osten entnommen, die parallel und begleitend zur berühmten Palästinareise Wilhelms II. stattfand. Die von May zitierte Passage erschien unter dem Titel "Hinter Konstantinopel" in der von Naumann herausgegebenen Zeitschrift "Die Hilfe" (Nr. 45, 6. November 1898, S.5-7). Gerade dieser Beitrag mit dem schroff abwertenden Urteil über die Armenier war von besonderer Aktualität und Brisanz, da es bereits in früheren Nummern der "Hilfe" und auch in der deutschen Öffentlichkeit zu einer Diskussion über die 'Armenierfrage' gekommen war: angesichts der türkischen Massaker an den Armeniern in den neunziger Jahren erklärten sich viele Stimmen gegen einen Konstantinopel-Besuch des deutschen Kaisers und der ihn begleitenden Reisegesellschaften ("Die Hilfe", Nr.32, 7.8.1898.- Nr. 38, 18.9.1898 u.ö.) Speziell die von May zustimmend zitierten Aussagen in Naumanns Artikel fanden zudem nach ihrer Publikation ein derart lebhaftes Echo in der Öffentlichkeit und unter den Lesern der "Hilfe", daß sich Naumann mehrfach genötigt sah, seinen Standpunkt zu rechtfertigen und zu präzisieren ("Die Hilfe", Nrn. 48, 50, 51, 52, wo neben Rechtfertigungen Naumanns auch zahlreiche Leserstimmen zu Wort kommen).

Alle diese einleitenden Teile von "Ein Rätsel" sind für die Handlung bedeutungslos; die wesentlichen Angabe zur Vorgeschichte hätte May in knappster Form referieren können, wie er es in anderen Fällen auch tat. Dies legt, in Verbindung mit dem Fehlen der ersten Manuskriptseiten, den Schluß nahe, daß hier entweder ein begonnenes, aber noch nicht abgeschlossenes Manuskript mit einem Vorspann und einem Schluß,versehen oder daß ein bereits vollendeter Text durch eine Einleitung erweitert wurde, um auf die benötigte Seitenzahl zu kommen.


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Eine weitere Auffälligkeit bietet die Handschrift selbst: während May bei anderen Texten in der Regel die benötigten Blätter vorher bereitlegte und paginierte (zumindest die ungeraden Seitenzahlen), hat er bei "Ein Rätsel" offenbar nur den ersten Teil, die Handschriftenseiten 37 - 146 auf sein übliches Manuskriptpapier geschrieben. Für den zweiten Teil, ab S. 147, verwendete er wechselnde Blätter, z.T. auseinandergetrennte Bogen mit vorgedruckten Texten auf der Rückseite (s.u. Manuskriptbeschreibung).

Abgesehen von der Möglichkeit, daß diese Situation aus Mays Zeitnot im Oktober/November 1898 herrührt, erscheint eine andere Schlußfolgerung wahrscheinlicher, nämlich, daß "Ein Rätsel" oder dieser erste Teil der Erzählung bereits vor dem Oktober 1898 entstanden war. Angesichts der Ähnlichkeiten in der Handlungsstruktur ist dabei eine Entstehung im Anschluß an das Schreiben der MarienKalendererzählung "Die 'Umm ed schmah'" naheliegend, deren Schlußsatz deutlich die Absicht einer Fortsetzung im nächsten Marienkalender, dem für 1900, erkennen läßt:

Die Zelte wurden abgebrochen, und dann begann die Wanderung, von der ich einstweilen sagen darf: sie nahm einen so außerordentlichen, unvorhergesehenen Verlauf, daß ich ihn meinen lieben Lesern nicht vorenthalten kann und das nächste Mal von ihm erzählen werde. - - (RMK 1899, Sp.200)

Besonders das Stichwort vom "außerordentlichen Verlauf" trifft genau auf das Wiedersehen mit Marah Durimeh in "Ein Rätsel" zu; noch weitere Gründe sprechen dafür, daß May noch im Sommer 1898 versuchte, eine Erzählung für den übernächsten Jahrgang des "Regensburger Marien-Kalenders" (1900) zu schreiben. Neben finanziellen Erwägungen, deutlich in den im Fehsenfeld-Briefwechsel immer wieder auftauchenden Hinweisen auf die großen für die Orientreise benötigten Summen, fügt sich der von May möglicherweise ursprünglich intendierte Umfang von 110 Manuskriptseiten, entsprechend ca. 80 Seiten im Fehsenfeld-Satz, in die Entwicklung des Umfangs bei den für Pustet geschriebenen Marienkalendererzählungen ein. Ihre Seitenzahlen zeigen eine quantitative Zunahme: die Umfänge steigern sich, bezogen auf den Satz der "Gesammelten Reiseerzählungen", von 50 Seiten ("Blutrache", RMK 1895) über die 66 Seiten von "Old Cursing-Dry" (RMK 1897) und "Scheba et Thar" (RMK 1898) bis zur "Umm ed Dschamahl" (RMK 1899), die zwar in der Fehsenfeld-Ausgabe nicht erschien,


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aber mit 1.968 Marienkalender-Zeilen (gegenüber 1.876 Zeilen von "Scheba et Tharl ca. 70 Seiten im Fehsenfeld-Satz gefüllt hätte. Für diese letzte Erzählung erhielt May auch mit 500 Mark ein gegenüber den Vorgängern (je 300 Mark) deutlich erhöhtes Honorar; die 110 einheitlich angelegten Seiten 37-146 der "Rätsel"-Handschrift hätten mit ca. 80 Fehsenfeld-Seiten einen noch größeren Umfang ergeben. Dabei ist nicht auszuschließen, daß May an eine Aufteilung der Erzählung auf zwei Jahrgänge dachte, wie sie in den Vorjahren bereits in anderen Marienkalendern erfolgt war ("Der Kys-Kaptschiji", Benzigers Marienkalender 1896 und 1897; "Mutterliebe", Einsiedler Marienkalender 1898 und 1899). Roland Schmids Annahme, "Ein Rätsel" stelle den ersten Manuskriptteil des von May ab 1896 geplanten und mehrfach in Briefen angekündigten "Marah Durimeh"-Romans dar (Nachwort zu F-R KMV "Jenseits"(XXV), N 51 f.), ist m.E. aus mehreren Gründen sehr zweifelhaft. Zwar erscheint es durchaus möglich, daß Überlegungen zur Eröffnung dieses Romans in "Ein Rätsel" verarbeitet wurden, aber Roland Schmid weist selbst auf die "Emmeh"-Erwähnungen in "Ein Rätsel" hin, die eine Niederschrift zu der Zeit, als May Fehsenfeld den "Marah Durimeh"Roman ankündigt (Brief vom 6.10.1896), ausschließen. Außerdem läßt auch der von Roland Schmid faksimiliert mitgeteilte Vermerk Mays in seinem Handexemplar des "Silberlöwen II" erkennen, daß für die Seiten 1-36 der Handschrift offenbar kein ursprünglicher, bei der Einrichtung für den "Silberlöwen" ausgeschiedener Text zur Verfügung stand ("Wie steht es mit pag.456 bis 473. Vielleicht ganz anderer Text?" Zit. nach: F-R KMV "Jenseits" (XXV), N 52). Den überzeugendsten Beweis aber bietet das Manuskript selbst: der Hinweis auf einen noch zu schreibenden gesonderten "Marah Durimeh"-Roman ist in der Handschrift im ersten, einheitlich gestalteten Teil enthalten, wurde also nicht nachträglich eingefügt und schließt damit aus, daß das Manuskript ein Teil ebendieses geplanten Romans ist. ("Silberlöwe II", S. 542 = Manuskript S.119).


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2. Manuskriptbeschreibung

Vom Manuskript sind die Seiten 37-220 (Paginierung durch May) im Karl-May-Archiv Bamberg erhalten; es fehlen ein Titelblatt sowie die Seiten 1-36. Die Handschrift befindet sich in einem Briefumschlag, der auf einem aufgeklebten Etikett mit Maschine beschriftet ist: "Ein Rätsel ( Fragment der Handschrift von 1897 ( durchnumeriert von S.37-220 ( Urausgabe Fehsenfeld Band 27, S.479-628 ( 22.6.58.".

Es lassen sich fünf unterschiedliche Gruppen nach der Papierbeschaffenheit feststellen; die Blätter sind teilweise nur auf einer Seite beschrieben.


1. S.37-146 der Handschrift (H) (=SL 11, 479, Z.4 v.u.-563, Z.16) Sehr dünne, stark vergilbte Blätter, an den Längskanten unregelmäßig beschnitten, wodurch das Format leicht differiert. In der Regel liegt die Breite um den Mittelwert 14 cm; sie kann allerdings auch stark differieren (z.B.oben 14,7 , unten 13,8 cm), was möglicherweise auf eiliges Vorbereiten des Manuskripts hinweist. Die Höhe dagegen beträgt konstant 20,9 cm und ist offenbar maschinell geschnitten. Die Blätter sind beidseitig mit 25 Zeilen pro Seite beschrieben; Anmerkungen stehen in Fußnoten.


2. S.147-220 H (SL II, S.563, Z.16 - Schluß, S.628)

Hier verwendet May Blätter mit etwas höherem Format (Höhe 22,2 cm) und schreibt bis zum Schluß des Manuskripts mit 27 Zeilen pro Seite. Die Blätter enthalten teilweise auf der Rückseite gedruckte Danksagungstexte bzw. Mitteilungen an Leser.

a. S.147-164 H (SL II, S.563, Z.16-S.578, Z.15)
Neun beidseitig beschriebene Blätter, offenbar von den folgenden abgetrennt (14,8 x 22,2 cm).

b. S.165 -175 H (SL II, S.578, Z.16 - S.589, Z.8)
Elf Blätter, auf der Vorderseite beschrieben, auf der Rückseite Drucktext "Auf tausende von Anfragen" (14,5 x 22,2 cm).

c. S.176 - 181 H (SL II, S.589, Z.9 - S. 594, Z.16)
Drei Blätter, offenbar von den folgenden abgetrennt, beidseitig beschrieben (14,8 x 22,1 cm).

d. S. 182 - 220 H (SL II, S. 594, Z.17 - Schluß)
Neununddreißig Blätter, einseitig beschrieben, auf der Rückseite Text "Entschuldigung und Bitte" (14,5 x 22,1 cm).


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Bei allen Blättern des zweiten Teils differiert die Papierbreite, da May offenbar die Bogen einzeln zerschnitt und dabei unregelmäßig arbeitete.

Das Manuskript enthält nur wenige über die Zeile geschriebene Korrekturen, sondern fast nur Sofortkorrekturen auf der gleichen Zeile. Es weist allerdings verhältnismäßig viele nicht verbesserte Schreibversehen und Flüchtigkeitsfehler auf, die z.T. auch in die Buchausgabe übernommen wurden. Dies deutet - neben dem Schriftduktus, der Züge großer Eile aufweist - darauf hin, daß der Text unter großem Zeitdruck geschrieben und gesetzt wurde. Wahrscheinlich hat May nur flüchtig oder gar nicht Korrektur gelesen; auch den Korrektoren der Firma Krais entgingen inhaltliche und sprachliche Fehler.

Im folgenden werden für die Seiten 37-154 sowie 206-219 der Handschrift alle Manuskriptkorrekturen und alle Abweichungen zwischen handschriftlichem und gedrucktem Text verzeichnet; vermerkt werden dabei auch Schreibversehen bzw. Druckfehler in beiden Texten. Die restlichen Teile des Manuskripts (H 154-205) wurden nur stichprobenartig auf die übereinstimmung mit dem Drucktext überprüft, wobei sich keine Abweichungen ergaben. Auch für diesen Teil werden allerdings die Korrekturen in der Handschrift vollständig erfaßt.

Bezugstext ist die Erstausgabe in den "Gesammelten Reiseerzählungen", 1.-15.Tausend, Freiburg: Fehsenfeld 1898. Die Seitenund Zeilenzahl dieser Ausgabe werden jeweils am linken Rand angegeben; eckige Klammern bezeichnen von May gestrichenen Text, Winkelklammern Ergänzungen des Editors.


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3. Variantenverzeichnis

Das Manuskript setzt auf H 37 ein mit:

mich zu verstehen?" (SL 11; 479, Z.4.v.u.)

482,7 das] da[ß]s ist ja eben <H 40>

482,10 v.u. ] Ich glaube [an] [fr] daran, wie ich <H 40>

486,11 nicht mit Hochwald aber mit ziemlich reichlichem Buschwerk] nicht mit Hochwald aber doch mit ziemlich reichlichem Buschwerk <H 45>

487,10 ]Krümmung des [Sei] Hauptthales <H 47>

487,13 unser Abendessen bestand aus [kla] kaltem Fleische <H 47>

487,5 v.u. die sich durch ihre Kleidung als Kurden kennzeichneten] die durch ihre Kleidung als Kurden kennzeichnet wurden <H 47>

487,1 v.u. Antaris] Antari's <Pluralform; H 48>

488,1 Hüften hingen krumme Säbe1] Säbels <H 48>

488,3 v.u. ] Vollbärte trugen. [Obgleich sie das wohl ganz unbewußt thatenj Ihre Haltung zu ihm zeigte von Respect und Unterwürfigkeit <H 49; SL II ebenfalls: "zeigte" statt "zeugte">

490,14 v.u. seine vollen Lippen] seine[n] vollen <H 51>

491,10 Kalifen] Khalifen <H 52>

492,6 hohe Herren <SL II und H 52>

493 <Anmerkung zu "Musucha" in H ohne Ziffer, nur als Fußnote>

493,9 v.u. Mesucha <SL II und H 56>

495,3 von dieser Stelle abgeholt zu werden] von dieser Stelle hier abgeholt zu werden <H 56; "hier" folgt in der näch sten Zeile>

497,8 wir dich wieder belügen] wir Dich doch wieder belügen <H 60>
9 ]nicht gesagt, [d] wer wir sind <H 60>
11 giebt <SL II und H>
13 wegen ehrlosem Verhaltens <SL II und H 61>

498,5 Großwesir] Großwessir <H 61>
1 v.u. nach den Kampfes- und Kriegsregeln des Landes Dschermanistan verhalten] an den Kampfes- und Kriegsregeln des Landes Dschermanistan verhalten <H 63>

499,6 ihre Namen leben] ihre Namen lieben <H 63>
17 Ehrerbietung" sprach] Ehrerbietung sprach <H 63>

500,7 ]So müßten wir sie sehen <"wir" über der Zeile eingefügt; H 65>

501,12 fiel ihm der Hadschi rasch in die Rede] fiel ihm der Hadschi in die Rede <H 65>


- 322 -

501,9 v.u. "Der oberste Scheik der Haddedihn --- ? Vom großen Stamme der Schammar?"
"Natürlich!" ]
"Der oberste Scheik der Haddedihn --- ?"
"Vom großen Stamme der Schammar. Natürlich!"
<H 65; Absatzeinzeichnung durch May>

503,16 ] nenne mich [Add] Adsy; <H 68>

504,8 gern so wenig wie möglich spreche] gern so [viel] <darüber verbessert:> wenig wie möglich spreche <H 69>
14 Hamawands] die [Dawu] Hamawands<H 70>
11 v.u. wahr, unbestritten war] wahr, unbestritten wahr <H 70> <recte: wahr>

505,5 in jedem Augenblicke] an jedem Augenblicke <H 70>

507,11 v.u. ] Diese Bäume und sonstigen Gewächse [wa] gedeihen
<H 74; "wachsen" im vorhergehenden Satz>
4 v.u. Thälern] Thalern <H 74>
<H 74 mit korrigierter Seitenzahl:> [8] 74

511,8 sondern ließ ihn ungestört in seiner Rede fortfahren]
sondern ließ sie ungestört in seiner Rede fortfahren
<H 78>
13 dauern würde und er also ungefähr wiederkommen müsse
<SL II und H 79; "wann" fehlt>

512,16 erwiderte er ausweichend] erwiderte sie ausweichend <H 80>
7 v.u. sondern hat einen andern Namen] sondern er hat einen andern Namen <H 80>

513,13 v.u. im Tone der Besorgnis] im Tone der der Besorgniß <H 82>

518,13 Auch haben wir vor] Auch [wartet] [d] haben wir vor <H 88>

519,13 wenn ich meine] wen ich meine <H 89; recte: wen>
16 meine Breite] meine [Länge] <darüber:> Breite <H 89>
9 v.u. antwortete er, sichtbar frappiert] antwortete er, hörbar frappirt <H 90>

521, 7 bewiesen-"] bewiesen." <H 91>

524,17 glaubhaft] glaubhafter < H 96>

525, Anm. Wachturm] Wachtthurm <H 97>

533,9 ]das,wa[ß] <darüber> s <H 107>

536, 1 v.u. ] verschiedenen [Personen] Dawudijehs <H 112>

537.9 v.u. Adsy <statt: Schevin> <SL II und H 113>

538, 10v.u. Hamawands <statt: Dawudijehs> <SL II und H 114>

540,5 ] [Adsy] <darunter:> Schevin <H 116>

541,6 Seid also] Seit also <H 117>
15 v.u. ]nichts Wichtiges mehr zu [erzählen] sagen <H 118>

542, Anm.1 ] <in H 119 nur im Text beziffert, aber nicht am Fuß der Seite erläutert>

542,18 Ruh 'i Kulian <SL II und H>

544,5

544,19 Ruh 'i Kulyan <SL II und H>


- 323 -

545, 1 v.u. Ruh 'i Kulian <SL II und H 124>

546:,2 v.u. gelegen] ge[schlafen] <darüber:> legen <H 125>

547,5 ]daß man die <"man" über der Zeile eingefügt> <H 125>

548,13 ] die [Hamawands] <darüber:> Dawudijehs <H 127>

550,3 unzähligemale] unzähliche Male <H 129>

551,4 ] der langen Wimpernhaare <"langen" in H 130 über der Zeile eingefügt>
5 ] Gewohnheit der morgenländischen Frauen <"der" in H 130 über der Zeile eingefügt>

560,14 unzähligemale] unzähliche Male <H 143>

563,4 Galläpfel <SL II und H 147> <recte Singular>

566, 1 v.u. du süße ---- !" <SL II und H 151; Anführungszeichen ist falsch>

567,1 Doch ehe ich den Namen nenne] Doch, ehe ich den Namen sage <H 151; in der folgenden Zeile "sage">
12 ff. <Das Selbstzitat aus "Durchs wilde Kurdistan" ist im Manuskript fortlaufend geschrieben; auch die Punkte finden sich dort. H 153 ff.>

568, 18 Freien!........" <SL 11 und H 153; Anführungszeichen ist überflüssig>

569, 1 v.u. Haltung] [Unter]Haltung <H 154>

573,4 ] Marah [urimeh] <darüber:> Durimeh <H 158>

575 5 ] Es wurde [beschlossen] <darüber:> bestimmt <H 161>

578:7 v.u. ] Sie muß [wirklich] möglich sein <H 165>

606, 11 v.u. ] [dies] es <H 195>

607, 12 v.u ] wie Du [ihn] <darüber:> mir <H 196>

616, 12 v.u. ]von zwei Hamawands Ivollstän] sorgfältig geführt <H 206>

620, 10 v.u. ] "Du kannst. [Paß] [auf] [diese] Dränge Dich an diesen Männern vorüber <H 210>

624, 1 v.u. am Schlusse unserer persischen Reise, die uns ja voraussichtlich wieder nach Kurdistan brachte] am Schlusse unserer persischen Reise, der uns ja [nach] voraussichtlich wieder nach Kurdistan brachte <H 215>

627,14 ] so wie die da oben [geht] <darüber:> schwindet <H 218>
15 v.u. Heute] Heut <H 218>

628,8 bezeichnen [K] kann <H 218>
11 v.u. ] Es kommt die [Müdigkeit] <darunter:> Ermüdung <H 219>

<Am Abschluß des Manuskripts:>

Schluss! <H 220>


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III. Das Manuskript zu "In Basra" ("Im Reiche des silbernen Löwen" Band III)

1. Manuskriptbeschreibung

Das Manuskript zu "In Basra" besteht aus 57 Einzelblättern, die auf der Vorder- und Rückseite beschrieben und von Mays Hand paginiert sind (S.1-114). Es handelt sich um glattes Schreibpapier ohne Wasserzeichen im Format 16,5 x 20,9 cm; die ersten Blätter sind teilweise etwas beschmutzt. Die erste Seite enthält 15, die folgenden Seiten durchweg 20 Zeilen pro Seite (mit Ausnahme der Seiten mit Fußnoten); Erläuterungen stehen durchweg in Fußnoten (S.1-100).

Es lassen sich im Manuskript zwei Schriftarten Mays unterscheiden: während die Seiten 1 - 100 eine breitere, etwas blassere Schrift aufweisen, findet sich ab S.101 ein steilerer und engerer Schriftduktus mit etwas kleineren Buchstaben und dunkler Tinte. Mit dieser dunklen Tinte sind auch im ersten Manuskriptteil Korrekturen durchgeführt, die sich durch die Farbtönung und die dünnere Feder deutlich vom ursprünglichen Text abheben; sie entstanden, als May den Text für die Buchausgabe einrichtete und ergänzte.

Darüber hinaus sind im ersten Teil auch einige wenige Bleistiftkorrekturen, durchweg Streichungen, zu beobachten; ihre Provenienz ist nicht mit Sicherheit festzustellen.

Des weiteren wurden in der Handschrift Änderungen mit blauem Farbstift angegeben, die dann auch in den Drucktext übernommen wurden. Derselbe Blaustift wurde auch verwendet, um die Bogenanschlüsse einzutragen; diese Korrekturen, in der Regel Eindeutschungen von Fremdwörtern, gehen also mit Sicherheit nicht auf May, sondern auf Fehsenfeld oder (wahrscheinlicher) die Druckerei Krais zurück. Die Setzernamen sind mit Bleistift eingetragen.

Die Seitenzählung läuft auch nach der Seite 100 auf den ungeraden Seiten (101 bis 113) mit der blasseren Tinte und der ursprünglichen Schrift weiter. Nur bei Seite 101 ist die erste Ziffer, wohl auf radierter Stelle, mit dunklerer Tinte neu geschrieben; bei Seite 111 ist die ganze Zahl auf radierter Stelle neu. May hat also offenbar die Seiten im voraus beziffert; der ursprüngliche Text von 1898 endete auf Seite 100 oder 101/102 (radierte Stelle!). Beim Neuansatz


- 325 -

wurden die Seiten 1 - 100 durchgesehen, die letzten Zeilen auf Seite 100 gestrichen und Seite 101/102 ersetzt. Dann wurde der neue Text auf den noch vorhandenen alten Blättern (S.103-114) geschrieben; die Zeilenzahl pro Seite beträgt hier 22 Zeilen. Die Seitenzahlen auf den Rückseiten der Blätter (gerade Zahlen) wurden erst jetzt eingetragen.*

Im folgenden werden alle Korrekturen im Manuskript und alle Abweichungen zwischen dem Manuskript und der Buchausgabe verzeichnet. Nicht erfaßt werden die Normalisierungen, die die Druckerei Krais regelmäßig vornahm (vgl.oben Anh.2).

Zuerst wird jeweils der gedruckte Text angegeben, soweit er von der Handschriftfassung abweicht; Bezugstext ist dabei die Erstausgabe von "Im Reiche des silbernen Löwen", Band III, in der Reihe der "Gesammelten Reiseerzählungen" (Band XXVIII), 1.-5.Tsd., Freiburg: Fehsenfeld o.J. (1902) (=E). Die Zeilenzählung am linken Rand bezieht sich auf diese Ausgabe.

Von May im Manuskript gestrichene Wörter werden in eckige Klammern gesetzt; wenn keine weiteren Angaben erfolgen, handelt es sich um Sofortkorrekturen auf gleicher Zeile.

Ergänzungen des Editors stehen in Winkelklammern. Die Korrekturen mit dunklerer Tinte werden durch die Sigle H' bezeichnet; die Änderungen mit Blaustift mit b.


E = Druckfassung der Erstausgabe
H = Handschrift
H2 = Handschriftkorrektur mit dunklerer Tinte(durch May)
b = Korrekturen mit Blaustift (nicht von Mays Hand)
[ ] Streichungen im Manuskript
<> Ergänzungen des Herausgebers


*NB: Zur Paginierung und zum Papierkonvolut des "Basra"-Kapitels, das May später für das Manuskript C verwendete, vgl. unten die Manuskriptbeschreibung zu C (IV.1., S.337 ).


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2. Variantenverzeichnis

<Im oberen Teil der Seite H 1 ist ein Zettel aufgeklebt (16,5x5,8 cm) mit Tinte (Mays Hand) beschriftet>

Erstes Kapitel.
In Basra.

<Rechts daneben mit Bleistift und anderer Schrift, weder von May noch vom Setzer, in lateinischen Buchstaben>

Silberlöwe III,1

<Unter der Überklebung ist der ursprüngliche Titel noch lesbar>

Der Löwe von Farsistan.

1,4 ] [läßt]<darüber, H2> ließ <H l>

4,7 in Basra gewesen bin.] gewesen [war] <darüber, b> bin <H 6>

4,13 Heute] Heut <H 6>
4 v.u. in diesem Falle] in diesem, unsrem Falle <"unsrem" gestr., b> <H 7>

5,13 die] [weiche] <darüber, H2> die <H 8>
17 der gegen Abendl [welcher in zwei Stunden] <darüber, H2> der gegen Abend <H 8>
7 v.u. in das Café] in das Kaffee <H 9>

6,12 ]war eine Person, [der] die <H 10>
5 v.u. Zugstiefeletten] Zeugstiefeletten <H 11>

7,9 das Gleichgewicht] [die Balance] <darüber, b> das Gleichgewicht <H 11>
16 ] [Kahw] "Tschibuk!" <H 11>
4 v.u. ] Maul[e] <Streichung b> <H 12>

10,18 Lagen] [Situationen] <darüber, b> Lagen <H 17>

15,15 Zeichen] [Signal] <darüber, b> Zeichen <H 26>
12 v.u.] [sah] bemerkte <H 26>
10 v.u. die beiden auf] die beiden sogar auf <H 26>
8 v.u. sie für die Schnecke in einen 2anz unmuselmännischen Rausch zu versetzen] [ihnen]<darüber, H2>sie für die Schnecke <eingefügt,H2>sie in einen ganz unmuselmännischen Rausch [anzuwidmen] <darüber,H'> zu versetzen <H 26>

18,9 vorderen] vordern <H 31>

20,9 Extravaganz] [Extravaganz] < in H 34 gestrichen<H 2> und durch darübergeschriebenen, aber, da erneut durchstrichen, unleserlichen Ausdruck ersetzt>


- 327 -

21,19 ] [bemerken] erkennen <im vorherigen Satz: bemerkte> <H 37>
11 v.u. thönerne E und H 37

23,12 v.u. ] Mußte also eigenen Weg nehmen: EDresden,] Wien, Triest mit der Bahn <H 40>

26,1 ] wohl [wohl] <Streichung mit Tinte und Blei> <H 44>

27,4 v.u. selbst ja auch zu den ] selbst ja zu den <H 47>

29,16 "Hier giebt es keine Postchaisen."] "Hier giebt es keine Postchaisen [und Mail-coaches."] <Streichung und Ergänzung des Anführungszeichens, b>
13 v.u. "Wer sagt das?" frage ich wieder.] "wer sagt das? frage ich wieder." <H 50>
12 v.u. "Ich--" antwortete er.] "Ich-- antworte [ich wieder]. <Streichung mit Tinte und b; darüber, b:> er <das falsche Tempus ist in H 50 nicht korrigiert>
6 v.u. einer besonderen Beauftragung] einer besonderer Beauftragung <H 51>

32,8 ] ich [aber] reise <H 55>
13 ]denn meine Bücher sollen zwar Reisebeschreibungen, [sein,] aber in dieser Form Predigten der Gottes- und der Nächstenliebe sein. <H 55>
15 v.u. ] ändern <in H 55 über Zeile eingefügt:> Willen

36,15 Ohrensausen] Ohrensaußen <H 62>

37,11 geradezu] gradezu <H 63>
18 "Sehr zufrieden!"] "Sehr zufrieden?" <H 64> <recte: !>

43,8 Der ruht am Ufer des Flusses] [sitzt] <darüber:> ruht <H 74>
4 v.u. viereckig zusammengefaltetes und mehrfach versiegeltes Papier] [mehrfach] zusammengefaltetes <über der Streichung:> viereckig <H 75>

47,1 ]daß ich 1/ dieser Mann 2/ sei3 / <darüber ein efügt, d> 1/ vorgab 2/ zu 3 /n (H 81)
4 ]habe <ergänzt,H2> zu haben <H 81>

49,3 v.u. ] die <eingefügt,d> betreffende <H 86>

50,6 v.u. geheimes und regelmäßig benutztes Versteck geheimes und regelmäßiges <sofort unter Zeile eingefügt, ohne das "-es" bei "regelmäßiges" zu streichen> benutztes <H 87>

52,13 v.u. im strengsten Tonej im strengstem Tone <H 90>

56,4 ] konnte. <In H 96 unter überschreiben der ursprünglichen Anführungszeichen angefügt, H2> Er erkannte nicht einmal seinen Gast in mir!"


- 328 -

57,7 Zollpächter."] Zollpächter.[,vermuthlich ein Unterpächter, dessen Pacht sich auf die zwi schen Buschehr und Schiras liegende Strecke bezieht. Der Kahwedschi sprach ja noch zuletzt von einer Straße und hat gewiß nur diese gemeint.]"
<Das ursprüngliche Komma wurde in einen Punkt geändert; Streichung mit der Tinte der ersten
Niederschrift; H 98>

<Nach 58,9 sind am Schluß von H 100 nach "in die Tasche zu stecken." sechs Zeilen gestrichen, H2>

[Hierauf verließen wir das Kaffeehaus, in welchem wir so lange Zeit die einzigen Gäste gewesen waren. Eine Goldgrube schien es für den Besitzer nicht zu sein.
Wir kamen eine halbe Stunde vor Abgang des Dampfers an Bord und wurden von dem Capitain,1

<Der Text endet mit dem Schluß der Seite; eine Fortsetzung auf einer nicht erhaltenen Seite 101 (evt. auch 102) ist wahrscheinlich>

58, 11 v.u. Blicke anzusehen] Blicke deutlich anzusehen <H 101>
1 v.u. bemerken das sofort."] <Anführungszeichen fehlt H 102>

61,19 lieber Vetter] lieber [Freund] <darüber> Vetter <H 105>
7 v.u. Jes! <E und H 106>

64,13 abzugehen, doch] abzugehen, [und] doch <H 110; es folgt noch ein weiterer "und"-Satz>
nach wenigen Minuten] nach [ku] wenigen <H ll0>

65,9 v.u. ]zu trinken [hatten] bekamen <H 112>
<H 114 nach einem Schlußschnörkel:>
Ende des ersten Kapitels.



Nachbemerkung:

Auffallend ist im gesamten Text die unterschiedliche Schreibung des Ortsnamens Buschehr, die auch im Druck übernommen wird:

E S.23, 29, 39, 46 Buschehr
E S.45 Buschir
E S.61 Buschihr
E S.61 Bischihr

Andrees Handatlas 18994 hat "Buschir", daneben findet sich um 1900 aber auch die Form "Abu Schehr" u.a.


- 329 -

IV. Die Textzeugen zu "Am Tode" ("Im Reiche des silbernen Löwen", Band III)

1. Die Textzeugen

Für das zweite und den größten Teil des dritten Kapitels von "Im Reiche des silbernen Löwen", Band III, die Kapitel "Ueber die Grenze" (SL III, S.67-178) und "Am Tode" (SL III, S. 179-266) gibt es zwei von May geschriebene bzw. überarbeitete Vorlagen.

Das für den Fortsetzungsabdruck im "Rhein- und Moselboten" geschriebene Manuskript ist im Karl-May-Archiv, Bamberg, erhalten. Es ist ohne Überschrift; über der ersten Seite trägt es den Bleistiftvermerk "A:168", darunter mit anderer Schrift und dünnerem Bleistift "II.Kap. Bd.28". Beide Vermerke stammen nicht von Mays Hand. Die Handschrift (H) besteht aus Einzelblättern aus dünnem Schreibpapier, beidseitig beschrieben; die Seitenzählung (1 - 321) stammt von Mays Hand (161 BIl.). Das Papierformat ist nicht ganz gleichmäßig; bei gleicher Breite von 14 cm schwankt die Höhe zwischen 21,8 und 22,0 cm. Die Handschrift enthält keine Setzerzeichen, dinete [diente] also nicht als Vorlage für die Buchausgabe. Alle Blätter sind in der Mitte (horizontal) geknickt. Der Text weist eine Korrektur auf überklebter Stelle auf (SL III,S. 86, Z.10).

Der Abdruck im "Rhein- und Moselboten" folgt dem Manuskript weit genauer als die Buchausgabe; er gibt den Handschriftentext fast buchstabengetreu wieder, wobei allerdings auch hier kleine Änderungen vorkommen (z.B. E 78: keinesweges H 19 > keineswegs e; E 79: erschrack H 22> erschrak e). Andererseits setzen die Drucker des "Rhein- und Moselboten" in der Regel wie May vor "sondern" kein Komma, was die Buchausgabe durchweg tut, und sie übernehmen fast alle besonderen Schreibungen Mays (z.B. Heerden, ein Wenig u.a.).

Das Manuskript enthält durchweg 23 Zeilen pro Seite; Erläuterungen stehen in Fußnoten, nicht in Klammern (Ausnahme: E 235, 6 v.u.= H 271, "Peder (Vater)").


- 330 -

Die ausgeschnittenen 55 Folgen des Zeitungsabdrucks dienten als Druckvorlage für die Buchausgabe; sie wurden von May mit Tinte korrigiert und sind jeweils am Beginn jeder Fortsetzung durch Zahlen mit runder Klammer ("1)" usw.) numeriert.

Außer den Tintenkorrekturen Mays finden sich auf den Blättern auch mit Bleistift eingetragene Korrekturen der Druckerei Krais und vor jeder Fortsetzung die Angabe des Setzers; unleserliche oder schwer lesebare Stellen sind z.T. nachgezogen. Die Bogenanschlüsse sind mit Farbstift (rot oder blau) bezeichnet.

Wiedergegeben werden im folgenden die Korrekturen Mays in Auswahl: bis zur Seite 30 des Manuskripts (E 84) sind alle Aheichungen zwischen den drei Fassungen und alle Korrekturen Mays verzeichnet; bis zur Seite 60 der Handschrift werden alle Korrekturen Mays in der Handschrift wiedergegeben, anschließend nur noch Korrekturen im Manuskript, die über die stilistische Sofortkorrektur einzelner Wörter, um Wiederfiolungen zu vermeiden, hinausgehen. Die Korrekturen, die May im Zeitschriftenabdruck vornahm, werden dagegen sämtlich verzeichnet.


H = Handschrift
e = Abdruck im "Rhein- und Moselboten"
(bezeichnet durch Angabe der Folge und der Spalte)
E = Erstausgabe in Buchform; wie oben beim Kapitel "In Basra".

Die Zeilenzählung am linken Rand verweist auf E als Bezugstext.


- 331 -

2. Variantenverzeichnis

E 67 <Die erste Fortsetzungsfolge von e trägt auf einem aufgeklebten Zettel eine neue Überschrift von Mays Hand:>

2tes Kapitel
Ueber die Grenze.

("Im Reiche des silbernen Löwen" Band III)

<Gestrichen wurde der ursprüngliche Titel:>

[Am Tode. / Reiseerzählung von Karl May. / (Nachdr. verb.)]

<In den nächsten Folgen sind die Überschriften von Folge 2/3 ebenfalls gestrichen, die weiteren nicht mehr.>

67, 7 v.u. "Er ist <e 1,1.Sp. + E>] Er ist <H l>

68, 1 besonderen <e 1, 1.Sp. + E>] besondern <H 2>

zwischen 9/8 v.u. <Streichung einer Passage in e durch May:>

[Sollte jemand <H 3: Jemand> fragen, wer dieser mein Hadschi Halef eigentlich war? Jeder meiner Leser hat ihn nicht nur kennen gelernt, sondern auch von Herzen liebgewonnen. Früher mein Diener, jetzt der Scheik eines mächtigen Beduinenstammes. Früher ein strenger, zelotischer Muhammedaner, jetzt im Innern wahrer Christ und seelensguter <!> Menschenfreund. Stolz, eigenwillig, ehrgeizig, dabei aber mir treu und opferwillig, zu jedem, selbst dem schwersten Dienst bereit. Es gab keinen Zweiten, der in Beziehung auf die orientalische, bilder- und blumenreiche Ausdrucksweise sich mit ihm messen konnte. Wenn er von Etwas begeistert war, ging ihm das Maß verloren. Dann war es höchst ergötzlich, ihm zuzuhören. In solchen Augenblicken glaubte er so fest an seine eigenen Übertreibungen, daß es bei seinem heißblütigen Temperamente nicht gerathen war, sich in Widerspruch zu ihm zu setzen.]

69,14 Tau <E>] Thau <H 5 + e 1, 3.Sp.>

zwischen 14/15 v.u. <Streichung einer Passage in e 1,3 durch May:>

[Es waren edle Pferde, zwei Rappen. Assil Ben Rih hieß der meinige. Der Hengst Halefs hieß Barkh, was "Blitz" bedeutet. Ueber die Eigenschaften und den Werth dieser beiden Thiere habe ich bereits an anderer Stelle das Nöthige gesagt.*]

<Dazu Fußnote, ebenfalls gestr.> [ *Siehe im "Reiche des silbernen Löwen" Bd.I pag. 359 u. ff.]


- 332 -

71,14 Reichtum] Reichthum <H 8 + e 2,2> Herden] Heerden <ebd.>
5 v.u. anderen Leben <e 2, 2 + E> ] andern Leben <H 9>

72, 2 - 5 <In H 9, Z.13-15 neben den mit Tinte eingetragenen Kommata auch Eintragungen mit Bleistift, die z.T. wieder durchgestrichen sind. Die Zeichensetzung der Drucke folgt den Tinteneintragungen in H>

73, 13 besaß <e + E>] [hatte] <darüber> besaß <H ll>

73,1 v.u. lagen <E>] lagerte <H 12 + e 2,4>

74,6 Nomaden <E + e 2,4> ] Nommaden <H 12; diese Schreibung in H durchweg>

74,1 Die Leute sprangen auf <E>] Sie sprangen überrascht auf <H 12 + e 2,4> ] <Korrektur Mays in e:> [Sie] <darüber> die Leute sprangen [überrascht] auf,
5 Bergbewohner <E>] Leute <H 12 + e; Korrektur Mays in e:> [Leute] <darüber> Bergbewohner

75,2 ] aber [es] [fiel] sie gestatteten sich nicht <H 14>

76,10 v.u. ein wenig <E>] ein Wenig <H 16 + e 3,3>

78,12 keineswegs <E + e 3,4>] keinesweges <H 19>

79,10 anderen <E + e 4,1>] anderen <H 21>

80,12 v.u. "Halef, weißt du wer ich bin?" <H + e + E ohne Komma>
3 v.u. vermutet hatte <E + e 4,32 vermuthet [und] hatte <H 23>

81,3 fragte ich ihn weiter. <in e hs. ergänzt; fehlt in H>

83, 2 v.u. unsern /unserem <E>] unseren/ unserem <e 5,2>( unsern/ unserm <H 28>

84,9 unserem <E + e 5,3>] unserm <H 29>

85,17 weil der Wind <E>] <in e 5,4 fehlt: weil; hs. von May wieder eingefügt>
13 v.u. und also <E + e>] also <in H 31 unter der Zeile eingefügt>

86,10 <nach "die Thiere" 8 Zeilen auf aufgeklebtem Zettel, unter dem noch ca. 6 Zeilen des ursprünglichen Texts stehen; sie sind unleserlich. Die Überklebung reicht bis zum Ende von H 32. Der neue Text auf H 33 setzt ein mit:> auch meine eigene Kurbatsch
7 v.u. verdient <E + e>] <"ve" vor "dient" eingefügt in H 33>

93,14 v.u. ist <E + e>] [befindet sich] ist <H 44; im Satz vorher "Wir befinden uns. . .">
5 v.u. Abal Abbus <e 7> <hs. von May korrigiert in:> Abul Abbas

94,4 Basra[h]<e> <Streichung des "h" durch May>] Basrah <H 45>
3 [M]einer Leute <H 45; "M" zu "m" verbessert>

95,8 ] [eben] grad <H 46> <Zeile vorher: eben>


- 333 -

99,1 gefunden haben <E + e>] <"haben" in H 53 über der Zeile eingefügt>

102,10 Gelingt <E + e>] [Erfa] Gelingt <H 58>
<Ab hier werden die stilistischen Korrekturen, durchgeführt, um Wortwiederholungen zu vermeiden, nicht mehr verzeichnet.>

108, 2v.u. "Ah, wer brummt jetzt? <E>] "Ach, wer brummt jetzt? <H 69 + e 12,1; in e hs. korrigiert>

123,13 dennoch fuhr er fort <E + H 92>] danach fuhr er fort <e 16,1; von May hs. korrigiert in "dennoch">
14 v.u. Trotzdem <E>g Dennoch <H 92 + e 16,1; in e hs. korr.>
12 v.u. Reinheit <E + H 92>] Reinlichkeit <e 16,1; von May hs. korrigiert>

125,8 doch mangelte uns jetzt die Ruhe <E>] doch fehlte uns jetzt die Ruhe <H 95 + e 16,3; in e hs. korrigiert in "mangelte", da im gleichen Satz kurz vorher "fehlte" steht.>

126, 12 v.u. Jetzt hatten wir <E>] Nun hatten wir <H 97 + e 17, 2; in e hs. korr., da im nächsten Satz "nun" folgt.>

131,2 weil sie [ja] rings <e; gleich darauf "ja">

133,12 weil ich mich zu hüten hatte <E>] weil ich mich hätte hüten müssen <e 18,1; hs. korr. in die E-Fassung>] weil ich mich hüten mußte <H 100>

146,17 unerwünschte <E und H 129>] unverwünschte <e 22,3; hs. korrigiert>

147,17 Es war schon hell, <E + H 131>] Es war schon hell <e 22, 4; Komma in e hs. eingezeichnet>

150, 14 nie um etwas bitte <E + H 135>] nur um etwas bitte <e 23,4; hs. von May korr.>

155,9 u.4 v.u. ] [Ph]antasia <H 143: "Ph" in "F" korr.>

158, 5 v.u./159,7 Fantasia <H 148 + e + E>

171,3 Daraeh-y-dschib <E + H 167>] Darah-y-Dschib <e, 29,4; hs. korr.>

173,4 v.u. Dscharmanistan <e; hs. korr.> ] Dschermanistan <E + H>
3 v.u. <Fußnote zu "Hamdullilah" = "Gott sei Dank!" in e hs. gestrichen>

174, 14 Gieb <E + H>] Gib <e; hs. korr.>

175,2 Daraeh <E + H>] Darah <e; hs. korr.>

178, Schluß des Kapitels ("...erwartet hatte.")
<Korrekturen in e:>
- - - <ergänzt>
[(Fortsetzung folgt)] <gestrichen>
<danach Schlußschnörkel eingefügt; darunter:>
Schluß des 2 ten Kapitels.


- 334 -

179 <Überschrift auf aufgeklebtem Zettel in e>

3 tes Kapitel.
Am Tode.
("Im Reiche des silbernen Löwen". Band III)

179,10 v.u. Gieb <E + H>] Gib <el; hs. korr.>

189, Anm. Scheitan */; <Anm.dazu als Fußnote mit Bleistift in H 196 eingetragen:> Teufel, böser Geist <in e ist zwar das * im Text vorhanden, aber die Fußnote selbst fehlt.
Hs. von May ergänzt:> Teufel <so auch 5

201,1 giebt <E>] gibt <e 38,1; ohne Ergänzung des "e" durch May>] giebt <H 214; das "e" ist mit Bleistift gestr.>

203,2 aus reinem Ehrgefühl <E + H 217>] aus einem Ehrgefühl <e; von May hs. korr.>
2 und nur aus <E>] sondern nur aus <H 217 + e; e ohne hs. Korrektur in "und">

204,4 v.u. Rappen <E>] Pferde <H + e; in e hs. korr.>

205,4 zu erst <e; hs. korr. in:> zuerst <H + 5>

205, 7 v.u. sprachst <E + H 222>] sprichst <e; hs. korr.>

208,15 spaßhafte <E + e>] spashafte <H 226; mit Bleistift korr.>

209,1 es <E + H 229>] er <e; hs. korr.>

210,16 Engel <E + H 230>] Englein <e; hs.korr.>
9 v.u. thun! <E + H 230] thun? <e; hs. korr.>

215,13 v.u. umkreisen mußten <E>] [zu umkreisen hatten] <H 238 + e; in e hs. korr.>
12 v.u. ]Unten angekommen, [verengte sich das T] sahen wir, daß das Terrain sich zunächst so sehr verengte, daß <H 238>
11 v.u. gezwungen waren, langsam zu reiten <E>] [langsam reiten mußtenl (H 238 + e; hs. korr.>

216 Anm. <Anmerkungssternchen in e rot unterstrichen>
7 "Die Dschamikun!" <H 238 + e 42,1 + E; recte: Dinarun>

217,10 hinteren <E>] hintern <e + H; in e hs. korr. in:> hintren
12 ]kein sich bewegendes Thier [hinter] sich <H 241; Streichung mit Bleistift; darüber> unter <e + E>

219,5 Viertelminute <E>] Viertelstunde <H 243 + e; dort hs. korr. in> minute

220,1 v.u. Dschinni <E>] Dschini <e 43,3; hs. korr.in> Dschinn

222,17 gewesen <E + H 249>] geweser <e 43,4; hs.korr.>
11 v.u. ]Diebstal <H 249; mit Bleistift korr.> -hl


- 335 -

223,1 der beiden Fukara so despektierlich <E>] der beiden Fukara, so despectirlich <e 44,1; Komma hs. gestr.> ] der beiden Fukara so despectirlich <H 250>
4 wollte vermeiden <E>] [werde mich hüten] <e 44,1; hs. korr., offenbar ohne Zuhilfenahme von H> 1 mußte mich hüten <H 250>

224,12 eine Lüge seist. <E>] eine Lüge gewesen. <e 44,2; von May hs. ergänzt:> seist. ] gewesen bist <H>

225,6 v.u. kamt <E + H>] kommt <e 44,4; hs. korr. in "kamt">

226,16 also <E>] darum <H + e 44,4; in e hs. korr., da in der nächsten Zeile "darum" folgt>

231,14 v.u. nur um religiöse Dinge <E>] nur für religiöse Dinge <H + e 46,2; in e hs. korr.>

233,7 v.u. Leben <E>] Loben <e; hs. korr.> <H: Leben>

235,18 Instruktionen <E>] instructioen <e 47,2; nicht korr.>] Instructionen <H>

236,3 nun <E + H>] um <e 47,2>
5 v.u. Mich? <E>] Ich? <H + e 47,3; in e hs. korr.>
3 v.u. vorstellen <E + e>] [denken] <darüber> vorstellen <H 273>

237,14 v.u. ] [einige] Reiter <darüber> mehrere <H 274>

241,10 um <E + H>] nun <e 48,4; hs. korr.>

242,9 v.u. ]Blick auf mich [richtete] <darüber> lenkte <H 283>

243,17 ] Freuden der Schöpfung theilzunehmen, [weicher er sich, so lange er lebt, niemals entz] <Korr. Auf gleicher Zeile> welche auf ihn, solange er lebt, niemals verzichten wird <H 284> <"entziehen" im vorhergehenden Satz>

244,12 Wo lebten die Giganten <E + e>] Wo [waren] <darüber> lebten <H 285>
18 ]Zwischenräume der [Stein] gewaltigen Steinbrocken <H 285>

245,9 v.u. Büsche solcher Arten, die <E>] [an O]rten, [welche] <e 50,1; hs. korr.in> solcher Arten, die] solcher Arten, die <H 286>

247,8 ]einer Stelle, [felche ich für ihn als] <Korr.auf gleicher Zeile> welche ich zum Lagern für die beste fand <H 290>

256,6 v.u. ][morgen früh] <darunter> in unauffälliger> <H 306:> Weise <H 305 f.>
4 v.u. ] zwar [in einer Weise] <darüber> derart <H 306>

257,5 fühlte <E + H>] fühle <e 53,1; mit Bleistift korr.>

260,11 scherzen: <E + H>] scherzen! <e 54,1; hs. korr.>


- 336 -

261,13 Erst jetzt fiel mir <E>] <"jetzt" in e 54,2 eingefügt>

265,9 wurde Schakara gefragt. <In e 55,3 eingefügt:> Das war dieselbe tiefe, wohllautende Männerstimme, welche ich schon gehört hatte. <Der Satz fehlt in H>

266,4 <Schlußworte "Am Tode --- Am Tode!" auf eigener Zeile in e 55 gestrichen; stattdessen auf fortlaufender Zeile eingetragen> "Am Tode --- am Tode--- !" --
<In e 55 am Rand Bemerkung:> Von hier aus wird gleich auf der nächsten Zeile das geschriebene Manuscript pag. 1-26 weitergesetzt!
May.


- 337 -

V. Das Manuskript C ("Im Reiche des silbernen Löwen, Band III, S. 266 - 636)

1. Manuskriptbeschreibung

Das Manuskript besteht aus Einzelblättern eines glatten Schreibpapiers ohne Wasserzeichen. Das Format ist bei gleichbleibender Breite (16,4 cm) in der Höhe geringfügig schwankend (20,9-21,0 cm). Die Blätter sind beidseitig mit schwarzer Tinte beschrieben; die Zeilenzahl pro Seite beträgt 22 Zeilen, mit Ausnahme der Seiten mit Fußnoten oder Überklebungen.

Die Seitenzählung (1-520) stammt von May. Dabei ist auffallend, daß die Paginierung der Vorderseiten (ungerade Zahlen) ab S.115 offenkundig mit derselben Tinte geschrieben ist wie beim Manuskript "In Basra"; das Papier der beiden Manuskripte ist gleich. Einzelne Seiten sind allerdings auch im Manuskript C neu paginiert: S. 127, S.173 (überklebtes Blatt aus anderem Papier), 291, 347, 389, 461 (überklebt), 465-467, 473, 495 unklar (wahrscheinlich alte Paginierung mit nachgezogener -5), 499. Bei den Seiten 501-509 ist die Zuordnung nicht eindeutig zu entscheiden, während ab S.511 endgültig eine neue Paginierung vorliegt. Das Blatt 501 wurde von May möglicherweise für das Manuskript "In Basra", S.101, verwendet, wo die erste Ziffer auf radierter Stelle steht. Das letzte Blatt, S. 521 f., besteht aus zwei Teilen, die wahrscheinlich in der Setzerei getrennt wurden, da der Rand der einen Hälfte genau zum oberen Rand der auf dem anderen Blatt aufgeklebten Seite paßt. S.29 der Handschrift fehlt.

Setzervermerke und Bogenanschlüsse sind durch die Hoffmannsche Druckerei bis S.317 mit Blei- und Rotstift, dann mit Blei- und Blaustift eingetragen.

Das Manuskript wurde nicht in einer vollständigen Vergleichslesung auf die Übereinstimmung mit dem Drucktext überprüft; festgehalten werden dagegen im folgenden bis S.347 der Handschrift (SL 111, 511) alle Korrekturen im Manuskript sowie evt. gelegentlich aufgefallene Unterschiede zum Drucktext. Ab dieser Seite werden stilistische Korrekturen einzelner Wörter, die Wiederholungen vermeiden sollen, nicht mehr verzeichnet.


- 338 -

Stichproben legen die Vermutung nahe, daß die Buchausgabe - von den üblichen orthographischen Normalisierungen der Druckerei abgesehen - den Manuskripttext wortgetreu wiedergibt.

Als Sigle für die Handschrift wird die von Hans Wollschläger eingeführte Sigle C verwendet; E bezeichnet die erste Buchausgabe (Im Reiche des silbernen Löwen. 3.Band. Reiseerlebnisse von Karl May. 1.-5.Tsd. Freiburg i.Br.: Friedrich Ernst Fehsenfeld o.J. (1902) (Gesammelte Reiseerzählungen, Bd. XXVIII)).

<> Korrektur über der Streichung
<> Korrektur unter der Streichung auf gleicher Zeile
<-> Fortsetzung bzw. Korrektur

Soweit nichts anderes angegeben, sind alle anderen Korrekturen Sofortkorrekturen auf gleicher Zeile.

Bei überklebten Texten wird links jeweils der ursprüngliche, überklebte Text, in der rechten Spalte der neu geschriebene Text mitgeteilt. Dieser wird nicht in allen Fällen vollständig angegeben, sondern nur soweit, wie es für den Vergleich mit der abgebrochenen Fassung notwendig ist. Die Anschlußsätze vor Beginn der Überklebung werden spaltenübergreifend verzeichnet, um den Zusammenhang zu verdeutlichen.


- 339 -

Das Manuskript setzt ohne Überschrift ein E 266, Z.6.

267,18 ] [Sauberlkeit <>Reinlich <C 3>

270,1 ] [Ober [körper] <> leib <C 6>
11 v.u. ][dann] <> aber <C 7>

279,13 v.u. <unleserliche Streichung, auf gleicher Zeile Korrektur: von ihr <C19>

280,11 [bei] <> von <C 20>
13 allerlei [Capriolen] drolligen [Cap], aber unendlich rührenden Capriolen <C 20>
10 v.u. [beim] vor dem Schlafen <C 21>

281 6 v.u. daß der <über Zeile eingefügt> Leib <C 22>

284,8 ein [T] nach allen Seiten offener Tempelbau <C 25>
8 v.u. [beginnende] <> leise schreitende <C 26> <im Satz vorher "begonnen">

285,3 v.u. [erklang] <> ertönte <C 26> <Satz vorher "klang">
5 [erwartet habe] <> hoffen konnte <C 27>

286,14 um deren [Ha] baumlose Häupter <C 28>

289,7 v.u. [von dem Du sprichst] <> den Du meinst <C 32> <im gleichen Satz "sprechen">

290,5 [könnte] <äl> dürfte <C 32> <im Satz vorher "könnte">

291,14 [es] eine Religion gebe <> existire <C 34> <kurz vorher "Giebt es ... ">

292,13 v.u. [am großen Tage] über die Seligkeit oder Verdammnis der Sterblichen zu bestimmen haben <C36>
10 v.u. <Bis Unterkante der Manuskriptseite reichender Zettel mit neuem Text aufgeklebt; der überklebte/neue Text beginnt nach> Glocken läuten und den Segen

geben? Oder glaubt Ihr etwa, daß dieses Geläut und dieser Segen ihn in die Hölle führen werden, weil diese letzten Ehren ihm von Leuten erwiesen wgrden, die nicht derselben djani 1/ <?> angehören. Ich frage Dich nicht, um eine Antwort von Dir zu hören, denn ich dünke mich nicht klug genug, einen Mann, wie Du bist, examiniren zu dürfen. Meine Fragen sollen Dir nur sagen, was und wie wir glauben und welche Thaten wir aus diesem Glauben wachsen lassen. Isa Ben Marryam 2/ sagt, daß Gott nur Liebe sei. Sein Chawaril2 [3]/ lehrt, daß er auch der Gott der Heiden sei. Wie können wir beide, Christen und Heiden, von einander unterscheiden? 1/ Religion, Dogma.2/Jesus. 3/ Apostel. geben? Ich frage Dich nicht, um eine Antwort zu erhalten, denn ich weiß, daß Du sie mir nicht geben darfst."
Als er jetzt schwieg, blieb ich still. < ... >

<Der überklebte Text reicht auf C 36 bis zum Ende der Seite; ob er auf einer ausgeschiedenen Seite 37 weiterlief, ist nicht mehr zu entscheiden>


- 340 -

293,12 [erwartet] <> vermuthet <C 37> <kurz danach "Erwartung">

294,16 v.u. [die mir gemeldet haben] von denen ich erfuhr <C 38>

295,2 [diel<> seine <C 39>

304,13 v.u. [gingen] <> schritten <C 53> <kurz vorher "gingen">

308,8 daß sie [weiß] sagen kann <C 58>

309,11 v.u. [erhielt] <> bekam <C 59>

317,16 hochgelegener, <über Zeile eingefügt:> offener <C 71>

323,15 v.u. nicht <ä eingefügt> vom
4 v.u. [vierte] <> dritte <C 80>

324,2 [kein] <> ein Wort weder lesen noch verstehen kann <C 80>

327,14 [besserer] <> guter <C 85>

329,13v.u. [erwache] <> die ersten <auf Zeile> Zeichen gebe, <C 88>
4 [während] zu dieser Zeit <C 89> <in der Umgebung der Stelle mehrfach "während">

330,6 [geht]<> wird selbst [während der tiefsten Ohnmacht fort] <> durch die tiefste Ohnmacht nicht beendet, <C 89>
7 [ununterbrochen fort] <> unaufhörlich weiter <C 89> <"unterbrochen" im folgenden Satz>

332,7 [zwischen] <> nach <C 92>

337,13 v.u. [wie das] daß auch <C 99>

338, Schluß <Schlußschnörkel am Ende der Seite und Vermerk:>

Schluss des dritten Kapitels!

339
<Überschrift> Viertes Kapitel.
Ein Bluträcher.

340,17 [geistlichen] seiner dominirenden Würde <C 102> <"geistlich"eine Zeile vorher>

341,9 <Die Seite C 104 ist insgesamt überklebt; überdeckt wurden 17 Zeilen und 2 Worte in Zeile 18. Der überklebte Text ist nur mit Mühe entzifferbar; die Zeilen 9 -18 sind nicht lesbar. Der Anfang des überklebten Texts stimmt mit dem endgültigen Text noch überein.>

Vor christlicher Zeit wurde der Jude von Räubern über-

fallen, beraubt und fast erschlagen. Jetzt, nach zwanzighundert Jahren, fallen Christen über Christen her, um sie ihres guten Namens zu berauben, um sie mit der Zunge und mit der Feder öffentlich todtzuschlagen! Wäre es ein Wunder, wenn da auch heut, wie damals, ein sogenannter Ketzer erschiene, um denen, welche sich einbilden, <unleserliche Stelle> Glaubens fallen, beraubt und fast erschlagen. Jetzt, nach zwanzighundert Jahren, steht es nicht besser um diese und ähnliche, oft intellektuelle und moralische Wegelagerei. Jetzt fallen Christen über Christen her. Besonders wer es wagt, nicht den von jedermann betretenen sondern seinen eigenen Glaubensweg von oder nach der heiligen Stadt zu gehen, der kann sehr leicht


- 341 -

344,12 [stehen] sehen <C 108>

345,6 [Frage]Ausrufezeichen <C 108>

345,14 v.u. [lieb]1eben bleiben will <C 110>

349,16 [drehte] wendete <C 115> <kurz vorher "drehte">
1v.u. [Thater] Dieb <C 116> <kurz vorher "Thäter">

357,1 <mit der Manuskriptseite 127, die neu paginiert ist, beginnt offenkundig ein Neuansatz mit anderer Schrift.>

364,1v.u. [So viel] </> jene <C 137>

367,1 v.u. [sichl etwa aus Höflichkeit [besiegen zu lassen] freiwillig auf den Sieg zu verzichten <C 142>

369,15v.u. [sie]<> diese <C 144>
9 [entgehen] <ä) entrinnen <C 144> <"gehen" im Satz vorher>

371,14 v.u. [Halef ha] Kara hielt <C 147>

375,1 über Karas Lippen <E>][über] <> um <C 151>

380,6 v.u. <eingeschobene Zeile:> "Ja." <C 159>

381,4 v.u. [schn]rasch <C 161> <kurz vorher "schnell">

390,15 v.u. <C 173 ist neu paginiert; C.174 ist auf der ganzen Seite überklebt, wobei der überklebte Text durch starke Klebstoffverwischungen nur fragmentarisch lesbar ist.>

nahm die Mütze vom Kopfe und

zu sein, zu zeigen, daß der Mensch ohne diese Einbildung
<Rest unlesbar; der überklebte Text bricht offenbar mitten im Satz ab.>
an sich selbst erfahren, was Lucas 10 Vers 30 zu lesen ist.<...>
schwang sie in so auffälliger Weise über sich, daß der Scheik der Kalhuran ganz unbedingt besonders auf ihn aufmerksam werden mußte. [Er] <> Dieser <auf gleicher Zeile:> war gezwungen, sich zu fragen, warum [dieser] <>der <auf gleicher Zeile> Reiter <unlesbare Streichung= 3 Wörter> sich solche Mühe gebe, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, und <Rest nicht lesbar> schwang sie in so auffälliger Weise über sich, daß der Scheik der Kalhuran <E: Kalhuraa> ganz besondders [besonders]auf ihn aufmerksam werden mußte. Zur großen Freude des "Kindes" ließ der Erfolg der gegebenen Winke auch gar nicht lange auf sich warten; Hafis Aram lenkte wieder in die vorherige Richtung ein, und man sah trotz der noch großen Entfernung deutlich, daß er den Arm in die Höhe hob, um Antwort zu geben. < ... >

391,8 v.u. [später] <> nachher <C 175> <"spät" kurz vorher>

393,4 [nun] <> bald <C 177>

398,4 v.u. [das] von Kara ben Nemsi <C 186>

402,8 v.u. nach [rechts] <> dieser <auf gleicher Zeile> und bald nach [links] <> jener <auf gl. Zeile> Seite <C 191>


- 342 -

413,10 v.u. [So] <> daher <C 208> <"so" eine Zeile vorher>

415,2 denn <mit dünnem Bleistift eingefügt:> er <C 210>

418,4 v.u. lehre Flaschen <"h" mit Bleistift in "e" verbessert; C 215>

419,1 [wußte nur] erinnerte sich nur

423,9 v.u. Tifl <eingefügt:> ebenso <C 222>

424 <Anmerkung fehlt in C; mit Bleistift Eintrag:> 1) ? -----

431, 12 wie mein [Auge] <> Blick <C 233, Zeile vorher "Augen">

434,12 <Vier Zeilen auf Überklebung, wobei die letzte Zeile des überklebten Texts nur z.T. gefüllt ist, also abgebrochen wurde:> <C 237>

Sie hielt inne, denn oben auf den Stufen erschien jetzt Schakara und winkte ihr, indem sie zurück nach dorthin deutete, wo Halef lag. Hanneh wurde also wohl da oben gebraucht. Sie eilte fort von mir. Sie hielt inne, denn Schakara kam zur Thür herein. Sie hatte mit ihr zu sprechen und winkte sie von Halefs Lager zu sich hin. Ich ging hinaus, vor die Säulen, wohin inzwischen meine Kissen nach dem gewohnten Platz geschafft worden waren. Dort setzte ich mich nieder.

435,11 den Wald [vor lauter] <> wegen der vielen <C 238; "vor lauter" folgt>

435,2 v.u. mit Schakara <eingefügt> erschrocken <C 239>

436,9 Er ging zunächst hinein, um / nach seinem Vater zu sehen <eingefügt mit /> zunächst <Das eingefügte "zunächst" fehlt in E> <C 239>

437,17 In sofern, [daß] <> als <C 241; "daß" folgt gleich darauf>
12 v.u. daß [er] <> man ihn <wieder auf gleicher Zeile> als solche[r] <> n <auf gl.Zeile> behandelt [worden ist] <> hat. <C 241>

438, 19 Es [ist] <> giebt <C 243>

444,9 [das] <> die <wieder auf gleicher Zeile> gegenwärtige [Dasein] <> Existenz <C 251; "Dasein" drei Zeilen später>

450,4 v.u. <C 261 stark beschmutzt; wahrscheinlich Deckblatt einer Manuskriptlieferung>

453,10 v.u. [Du] <> Ihr <auf gleicher Zeile> erklärtet <C 265>

454, 16 [bestimmt] <> beordert <C 266; im gleichen Satz "bestimmte Anzahl">

456,1 v.u. Sie [warf] <> schickte ihnen <C 270>

457,9 [Es war] Grad als <C 270>

460,3 [summiren] <> addiren <C 274; Subjekt des Satzes "Summe">

465,1 [ih] unserer Ahnen <C 281>
7 [ich] ein großer, hochentwickelter Geist <C 281>


- 343 -

466,12 v.u. [unbefangene] <> unverdorbene <C 283>

468,14 unerzogen <E>]un[ge]zogen <> er <C 285>

472,1 ff. <C 291 ist neu paginiert, weist aber im Schriftduktus keinen Unterschied zu C 290 auf; möglicherweise wechselte May das Blatt aus und verwarf den ursprünglichen Text>

474,11 [welche] <> die <C 294; kurz vorher "welche">
13 [wenn] falls <C 294-, kurz vorher "wenn">
10 v.u. Die [Harmonie] <> Harmonisirung
eine [ganz] <> sehr <C 294; "ganz" folgt unmittelbar>

478,8 v.u. [das Bewußtsein] <> die Vorstellung <C 299>
9 [aber es wäre gewiß undankbar gegen diese guten Leute gewesen] aber ich konnte doch unmöglich so undankbar sein <C 300>

479,14 v.u. [musikalisch] <> harmonisch <C 301>
11 v.u. Worte [haben] <> sprechen <C 302; im gleichen Satz "hatte">

483,4 [auf] <> in <wieder gl. Zeile> einfacher, natürlicher Weise <C 306; Sofortkorrektur, da die Adjektivendungen in einem Zug mit dem Wort geschrieben sind>
10 v.u. Wenn [das] die höchste Stufe der Kunst <eingefügt> die <auf gleicher Zeile> ist <C 307; Satz vorher "Ist das auch...">

487,17 [warf] <> richtete <C 313>

491,1 <C 318 bis auf vier Zeilen unten überklebt; der neue Text beträgt nur etwas über 11 Zeilen, so daß bis zum Anschluß nach der Klebestelle ca. 6 Zeilen freibleiben.>

Ein Kampf zu dem Zwecke, fehlerhaft zu bleiben,

würde die allergrößte Dummheit sein, die ich mir in meinem Leben vorzuwerfen hätte. Das kann ich hier an dieser Stelle ruhig sagen, da die vorliegenden Reiseerzählungen doch weiter nichts als Etüden oder Vorstudien sein sollen, durch welche ich erfahren will, wie ich mich in jeder Beziehung bei dem aus ihnen herauswachsenden Hauptwerke zu verhalten habe. Wer sie für mehr als Uebungsstücke hält, dem kann ich nur den guten Rath ertheilen, sich durch ebenso fleißiges Ueben ein besseres Urtheil anzueignen! Wer sich noch in den geistigen Jahren <?> befindet, in denen ihm die Verwechslung von Vorarbeiten mit dem fertigen Werke verziehen werden darf, dem ist es doch wohl eigentlich untersagt, durch unzeitige Vorschriften die außerhalb seines würde die allergrößte Thorheit sein, die ich mir einst vorzuwerfen hätte. Der menschliche Körper ist, wenn er begraben wird, allerdings für die Würmer bestimmt. Aber die Seele, der Geist? Giebt es vielleicht auch geistige Maden, welche in den ethischen Fäulnisstoffen prassen, ohne die wir Sterbliche nicht mehr Menschen sondern Götter wären? Arme, arme Made, wie bist Du zu bedauern! Welcher Ordnung der Lebewesen mag Dein Organismus angehören, da er dazu bestimmt zu sein scheint, sich an moralischen Leichen vollzumästen! Ich hoffe zu Deinem eigenen Heile, daß Du nicht in Wirklichkeit, sondern nur in Halefs Traume vorhanden bist!


- 344 -

Begriffsvermögens schaffende Hand irre machen zu wollen. Von einem Urtheile verlangt man vor allen Dingen, daß es sich Zeit genommen habe, reif zu werden.

492,4 v.u. [Christlich] <> menschlich<C 321>

493,7 <Die untere Hälfte von C 321, 11 Zeilen, auf Überklebung; überklebt sind 8 Zeilen>

Man grüßte ihn heut an-

ders wohl als sonst. Warum auch nicht? Wenn ein deutscher Sangesbruder sein Werktagsgewand mit dem Frack und 9 ein <?> Schaboh klack <?> / vertauscht, wird er ganz ebenso mit andren Augen angesehen. Ich habe auf einem deutschen Vogelschießen die zehn höchsten Chargen <unlesbare Stelle> miteinander sprechen hören. Ihre Kragen waren mit Golde gestickt, ihre Schulterstücke mit goldenen Troddeln behängt, und golden glänzten alle ihre Knöpfe. ders als wohl sonst. Warum auch nicht? Dünken nicht auch wir uns, ganz andere Menschen zu sein, sobald wir unsere Lenden durch den Frack entblößt und unsere gesellschaftliche Bedeutung in dunkelcylinderhafter Weise "behauptet" haben? Das Festkleid stimmt den Menschen feierlich, und in feierlicher Weise geschah alles, was "unser Kind" am heutigen Tage that.

1 / Fußnote fehlt

495,9 v.u. [bringen] <> führen <C 325; Satz vorher "bringen">

498,2 [in der Weise] <> so <-> sprach, [in welcher]<> wie <-> ich seine Äußerungen hier niederschreibe <C 328>
9 Ich [hatte] <> mußte <-> zwar vieles [zu] erraten <C 328; Satz vorher "hatte">
14 v.u. [zog] <> ausbreitete <C 328>

499,7 was <eingefügt:> sich als <-> unschön oder auch nur überflüssig [war] zeigte <C 330>

503, 9 v.u. [je [näher] <> mehr <-> der Geist <darüber eingefügt:> sich von <-> dem Stoffe [tritt] <> trennt] <ganze Zeile gestrichen; Korrektur am Fuß der Seite:> Je mehr der Geist den Stoff beherrscht, <C 336>

504,15. [Souterrain] Erdgeschoß
12 v.u. [Das Gesimse lag unter dem Dach] Die beiden Pfeiler, welche <C 337>

505,8 Von den letzteren gingen nach den Seiten Flügel aus, [deren je zwei mit ihren Spitzen sich in der Mitte] um das Architrav zu bilden. <C 338>
15 [sprechen] <> reden <C 338; nächste Zeile "gesprochen">

506,15 [seit] von Anfang an <C 340>
20 [dieser] <> der erwähnte <C 340>


- 345 -

506,10 v.u. schien eine Säule [gewesen] zu sein
1 v.u. [War] Hatte <-> der "allanwesende EI" da unten im Erdgeschoß nicht [mächt] <> Macht <-> genug [gewesen] <> besessen, <C 341>

507,13 [fast] <> beinahe <C 341; gleich danach "fast">

508,6 [Gedanken] <> Idee <C 342>
12 zwei einander [sehr] nahe stehende <C 343; gleich darauf "sehr">
14 [zwischen ihnen] <> von ihnen <-> eingeengt <C 343; gleich darauf zwischen">

509,7 Gottes <eingefügt > ebenem <-> [Erdb] Boden <C344>
12 [emporsteigenden] <> bergan kletternden <C 344; 5 Zeilen später "stieg empor">

511,4 <C 347 neu paginiert; ab hier keine Verzeichnung von Korrekturen mehr, die nur dazu dienen, Wiederholungen zu vermeiden>
<Bis zum Schluß des Kapitels finden sich im Manuskript nur wenige Korrekturen und Verschreibungen>

534 <Überschrift:>
Fünftes Kapitel.
Ein At jaryschy.
<C 379; im Schriftduktus Neuansatz deutlich erkennbar>

537,12 v.u. <C 383, unten, sechs Zeilen auf überklebung, ebenso C 384, oben, die ersten drei Zeilen. >

Dann aber kommt des Windes zarter Hauch von Ost und West, von Nord und Süd und nimmt, was ertönt und intervallt, auf seine Schwingen. [Des Kindes ersten Laut senkt er ins Mutterherz. Der Jungfrau süßes zögerndes][<ein oder zwei Worte unlesbar>] [er dem Jüngling zu] Er trägt es durch die ganze Menschenwelt, <C 384:> damit, was der <3 Worte unlesbar>. Jeder Ton, der aus dem Herzen klingt, wird von ihm aufgenommen, um ihn zu verwandten Tönen zu gesellen. Wie aber klingt so himmlische Musik? Die Winde sagen es. Sie lauschen überall. Und wo ein frommer, heiliger Ton sich hören läßt, da nehmen sie ihn auf, um ihn zur großen Harmonie zu tragen, die betend aufwärts steigt, um als Lob und Dank zu dem zurückzukehren, aus dessen Mund sie einst als erster Ton erklang. Die Harfen schwiegen. Ich schlug die Augen wieder auf. Die vier Spielerinnen legten ihre Instrumente fort. Der Chodj=y=Dschuna zögerte, dies auch zu thun. Er schaute mit za-
<Neuer Text:> genden Augen zu mir her.


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540 <Die ersten vier Zeilen der dritten Strophe des Gedichts stehen auf einer Überklebung>

<überklebter Text:>

In ewgem Frieden kreisen Deine Sterne.
Des Himmels Licht küßt freundlich unsre Erde.
[O daß sie doch an diesen]
O daß sie doch

<Neuer Text>
In ewgem Frieden kreisen Deine Sterne.
Ihr Licht umfließt die ganze, ganze Erde,
O daß sie doch von diesem Lichte lerne
Und endlich, endlich menschenfreundlich werde!

541,10 <C 388 stehen die letzten beiden Zeilen der Seite auf einer Überklebung; der Text hatte sicher auf einem (oder mehreren)ausgeschiedenen Blättern eine Fortsetzung. C 389 ist neu paginiert, nicht dagegen C 391, so daß der eliminierte Text wahrscheinlich nicht mehr als zwei Seiten betrug.>

Nächsten achtet. Sie waren gekommen, vergossenes Blut zu rächen. Wer ists
<Der Text reicht bis zum Ende der Seite>
Nächsten achtet. Dann hätte der zum Menschenherzen trachtende Himmelsklang hier, am Beit=y=Chodeh der Dschamikun

552,13 <C 404 unten sechs Zeilen auf Überklebung; der überklebte Text reicht nicht bis zum Ende der Seite, sondern bricht nach dem ersten Wort der vierten Zeile ab.>

"Ja, das war Alles."
"Ich bitte, Dich genau zu erinnern! Sagte er: [das ist] Mein Sterbetag ist heute, oder: Mein Sterbetag war heute
"Alles! Aber war das nicht genug, mehr als genug, Effendi? Muß es nicht fürchterlich für einen Menschen sein, zu wissen, an welchem Tage er sterben werde?"
"Noch ganz anders ist es, wenn ein Mensch weiß, daß er gestorben ist!"
"Das ist unmöglich. Kann er denn leben und doch wissen, <C 405:> daß er todt sei?

553,9 <C 406 acht Zeilen überklebt; auf der Überklebung stehen sieben Zeilen. Die letzte Zeile der Erstfassung ist nicht zu Ende geschrieben.>

"[So] <> Also <-> meinte er, daß er schon gestorben sei?"
"Ja."
"So war sein Wort ein Räthsel!"
Das allerdings. Du wirst es niemals lösen!"
"Aber Du? Kannst Du das?"
"Nein. Hier kann man noch nicht wissen sondern nur ahnen.
"Also meinte er, daß er schon gestorben sei?"
"Ja."
"So war sein Wort ein Räthsel?"
"Allerdings."
"Wer kann es lösen? Ich nicht!"
"Ich auch nicht. Kein anderer Mensch kann es lösen, als nur er allein. Wem der Tod oder vielmehr das Sterben über-


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575,oben <C 437 stark beschmutzt und verknittert; möglicherweise Deckblatt einer Manuskriptlieferung>
<Im folgenden wenig Schreibfehler und Sofortkorrekturen>

592,9 <C 461 stehen acht Zeilen auf einer Überklebung; überklebt sind sieben Zeilen, wobei das aufgeklebte Blatt sich im unteren Teil der Seite befindet; der Text setzt sich unter der Überklebung auf der folgenden Seite C 462 fort, auf der 11 Zeilen überklebt sind, während auf dem auf geklebten Blatt 15 Zeilen stehen. Der überklebte Text auf C 462 bricht -in der Zeile mitten im Satz ab.>

Er schaute zu dem Ustad hinüber, in dessen Gesicht sich eine seltsame Veränderung vollzogen hatta [hatte]. Seine Hände lagen <eingefügt> gefaltet <-> in einander. Wenn er wirklich betete, so sprach er still in sich ein Dankgebet, denn über seine ehrwürdigen und doch so jugendlichen Züge [breitete] [sich] <> lag <-> der Ausdruck einer Freude, der sich auf keinen irdischen Gegenstand beziehen konnte. Und nun hob er erst den einen und dann den andern Arm empor, breitete bei-

<C 462:> de aus, als ob er das ganze Thal seiner geliebten, treuen Dschamikun mit Allem, was darüber draußen lag, umfassen wolle, um es segnend an das Herz zu drücken, und sprach: "Und doch und doch ist Isa Ben Marryam der Erlöser aller Welt. Aber wer auch nur einen einzigen Menschen hassen kann, den hat er nicht gesandt. Er, der [selbst] <> sogar <-> die Teufel liebte und zu ihnen in die Hölle stieg, um sie zu erlösen; er, dem die Nächstenliebe so hoch stand wie die Gottesliebe und der den reuigen Verbrecher vom Kreuze weg mit sich nach Chodeh's Himmel nahm; er sendet nicht Apostel oder Jünger aus

Er schaute zu dem Ustad hinüber, in dessen Gesicht sich eine auffällige Veränderung vollzogen hatte. Der Herr des "Hohen Hauses" hatte seinen Blick aus der Ferne zurückkehren lassen. Seine Hände lagen jetzt gefaltet ineinander. Betete er? Wenn er es that, so konnte es nur ein Gebet des Dankes sein, welches er still und unhörbar zum Himmel sandte, denn seine ehrwürdigen und doch so jugendlichen Züge wurden von dem Ausdrucke einer Freude verklärt, die sich auf keinen irdischen <C 462:> Gegenstand beziehen konnte. War ihm dort, wohin er geschaut hatte, ein Blick in jene Welt geöffnet worden, in welcher tausend Jahre sind wie eine kurze Erdenstunde? War ihm dort die Erkenntniß aufgegangen, daß in den beiden schnell verflogenen Erdenstunden, welche seit Christi Kreuzestod verflossen sind, doch auch noch Anderes geschehen ist, als Ahriman Mirza zu erwähnen für gut befand? Fast schien es so, denn indem er jetzt seine Hände trennte, hob er erst den einen und dann den andern Arm empor, breitete beide aus, als ob er das ganze Thal seiner geliebten, treuen Dschamikun mit allem, was darüber draußen lag, umfassen wolle, um es segnend an das Herz zu drücken, und sprach:

"Und doch und doch wird einst die Zeit erscheinen, in der alle irdische Kreatur erkennen muß, daß Isa Ben Marryam im Geist und in der Wahrheit ihr Erlöser <E 593:> ist! Er ging voran. Wir


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593,8 v.u. <Die letzten acht Zeilen von C 463 stehen auf Überklebung; überklebt sind zwei Zeilen, die mitten in der Zeile abbrechen.>

Das Himmelreich des Einen wird ihr nur immerfort ver-

heißen <unlesbare Stelle> der Andere regiert in diesem meinem <?> Hause. Was soll der Teufel beben heißen; das Reich des Andern aber ist schon da! Der Eine thront in ewiger Himmelsliebe, die aber hier auf Erden unaufhörlich haßt. < ... > <Seite C 463 reicht bis E 594, 3:> habe ihn versucht.

594,13 v.u. <Die letzten sechs Zeilen von C 464 stehen auf einer Überklebung; überklebt sind sechs Zeilen, die am Ende der Seite enden, also mit Sicherheit eine Fortsetzung hatten, die wahrscheinlich drei bis vier Seiten umfaßte, da die Seiten 465/467 neu paginiert sind. Durch die Doppelüberklebung ist der ursprüngliche Text der Seiten C 463/464 schwer zu lesen.>

<Bezugswort ist "die Hölle", die einen Menschen zu finden trachtet,> der nicht mit den andern Schäflein auf des Hasses Weide aeht. An

diesen wird sie sich hängen, <ca. 4-5 Worte unlesbar> flohen. Auf ihn wird sie sich mit dem ganzen Hasse der Erde werfen, um ihn zum Gegenhaß, zur Rache zu verleiten. Auf ihn wird sie die ganze Meute Derer hetzen, die ihr gehören oder ihr verfallen sind. Ihn wird sie durch die Straßen und Gassen schleppen, damit der Hohn aus allen Thüren diesen wird sie sich, zunächst in ihrer verführerischsten und dann, wenn dies nichts fruchtet, in ihrer abschreckendsten Gestalt zu hängen wissen, um ihn entweder zur Herde zurückzulocken oder durch den Haß zum Gegenhaß, zur Rache zu verführen. Wo wäre der Mensch, der ihr widerstehen könnte? Ich will ihn sehen!" <C 465:> Er sah den Ustad auffordernd an, doch dieser antwortete nicht. < ... >

595,8 ein Beit=y=chodeh werde [wie] [das] <Korrektur als Fußnote:> unendlich größer und unendlich herrlicher als das,

596,9 v.u. <Die letzten sieben Zeilen von C 467 stehen auf einer Überklebung; überklebt sind fünf Zeilen.>

Ich war der Erste, der den Herrn

betrübte. Nun will ich auch der Allererste sein, der mit Dir kommt von allen den Verlornen. <Unlesbare Streichung> <> Nun schaute er empor. <-> Da kam der Abendstern. Es dufteten ringsum die süßen Nachtviolen. Da schloß der Abgrund sich. Der Himmel that sich auf und mit dem Duft der Blumen schwanden beide." betrübte. Nun will ich auch der Allererste sein, der reuig wiederkehrt mit der Erlösung!" Er schaute ätherwärts. Da kam der Abendstern. Süß dufteten ringsum die Nachtviolen. Da schloß der Abgrund sich. Der Himmel that sich auf. Und mit dem Duft der Blumen schwanden Beide." Ahriman Mirza war Wort für Wort dem Märchen mit immer wachsender Spannung gefolgt. Jetzt zischte


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598,11 v.u. <Zwischen "finden." und "So stehst" zwei Sätze von May gestrichen:>
[Schau Dich im Lande um und sieh, wo und wie sie leben! Höre, was sie vom Volke fordern!]

609,8 Aber niemand sprach [ein Wort]. <> Tiefe Stille <> herrschte rundum.<-> Auch der Pedehr <C 485>

625,3 v.u. <Die letzten neun Zeilen von C 508 stehen auf einer Überklebung; überklebt sind zwei Zeilen, die im Satz abbrechen.>

Du beichtest mir ja Dein eigenes Bild hinein. Warum thust Du das nicht daheim, sondern im fernen Kurdistan? [Giebt es bei Euch] <"mir" fehlt in E>
ja Dich selbst hinein! Oder nicht?"
"Ja, Pedehr, ich beichte!" gestand ich ihm. < ... > <bis 626,7> zu sich nieder und sprach:

629,8 v.u. <Die ganze Seite C 514 ist auf einer Überklebung neu geschrieben; überklebt sind 11 Zeilen, wobei der Text innerhalb der Zeile abbricht. Der überklebte Text ist schwer lesbar.>

Zu ihnen trat Ahriman, der Unzufriedene, der Niemand über sich anerkennen will. Er will sein, gleich wie Gott. Und da er das nicht im Himmel sein kann, so hofft er, es auf Erden schon zu können. Er will sie für sich haben, selbst um den höchsten Preis, den Preis der Seligkeit. Er kennt die Erde nicht, doch in seine[r] <> m [Begehrlichkeit] <-> Wahn, Gott gleich zu sein, hält er sich für weise und mächtig genug, sie schöner noch als Gottes Himmel zu gestalten. Er tritt hin vor den Herrn und fordert sie. Sein Antlitz ist verzerrt in wartender Begierde. Doch des Gebieters Angesicht ist göttlich, wie es war, und wie es ewig bleibt. Der Herr spricht: Nimm sie hin! Zu ihnen tritt Ahriman, der Empörer, der sich dünkt, Gott gleich zu sein. Er will hinab, doch nicht allein. Er sucht sie zu verführen, den Himmel zu verlassen und mit ihm ein Reich zu gründen, in dem der Herr nichts zu befehlen habe. Um sie dem ewigen Gebieter abwendig zu machen, spricht er zu ihnen in jener Weise, welche man heut diabolisch nennt. Er bethört sie mit Aftergründen und <E, 630:> trügerischen Schlüssen, wie heut Ahriman Mirza es mit uns zu thun versuchte. Und erstaunlich ist es wohl: der Ahriman auf meinem Bilde glich ganz genau dem Mirza, der dort am Waldesrande vor uns stand. <... > <bis E 630, 16:> die flimmernden Steine <C 515:> des Mirza sind wohl auch nicht echt!"

634,11 Tempel, der [wie droben das Marmorzelt] <-> drüben hell im Sternenlichte stand <C 520>


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635,4 v.u. <May beschrieb zunächst C 522, die Schlußseite, bis zum Ende der Seite, wobei der Text wahrscheinlich auf einem ausgeschiedenen Blatt noch weiterging; dann überklebte er den unteren Teil der Seite mit einem Blatt, durch das das Format von C 522 etwas länger wurde als das der anderen Blätter des Manuskripts. Auf diesem aufgeklebten Blatt stehen 11 Zeilen: der endgültige Schluß von "Im Reiche des silbernen Löwen", Band III>

Er hörte auch, was Du da drüben zum Pedehr gesagt. Ich

weiß, Du wirst es thun, Du wirst es halten! Nun weiß ich aber auch, daß Du der wirklich bist, als den ich Dich bei mir erwartet habe. Du [wohnst v] <-> sahst vielleicht, daß Deine Lagerstätte da in der Halle fehlt. Du wohnst von jetzt bei mir./ In dem Gespräch mit dem Pedehr bist Du in eine andre Welt getreten. Es ist die meinige. Was hinter Dir liegt, wird Dich nie mehr erreichen können. Steig niemals wieder da hinab. Laß Dich durch keinen
<Der Schrägstrich wurde von May mit einem dicken Tintenstrich eingetragen.>
weiß, Du wirst es thun; Du wirst es halten! Und noch eines weiß ich darum auch, nämlich daß Du der wirklich bist, als den ich Dich bei mir erwartet habe. Bis jetzt stand Dir der <E 636:> Raum der Dschemma offen, weil Du der kranke Gast des ganzen Stammes warst. Von heute an wohnst Du bei mir, in meinem stillen, lieben Heim, wo Du, vom Alltag nicht gestört, dem Klange der Glocken näher bist als hier. Du sahst wohl schon, daß Deine Lagerstätte hier in der Halle fehlt. Es ist bei mir schon alles für Dich vorbereitet. Gieb mir die Hand! - - - - - - -


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VI.Das Manuskript D ("Im Reiche des silbernen Löwen", Band IV, S. 1-175)

1. Manuskriptbeschreibung

Die Handschrift umfaßt ein Titelblatt und 119 Blätter. Sie ist von May durchpaginiert von S. 1 - 234; zwischen den Seiten 218/219 sind zwei Blätter eingelegt, die als 219 A - D bezeichnet sind.

Für die Seiten 1 - 148 verwendete May stärkeres, fast kartonartiges Papier ohne Wasserzeichen im Format 17,0 x 21,0 cm, für die Seiten 149 - 234 (einschließlich S. 219 A - D) dünnes Schreibpapier ohne Wasserzeichen im Format 17,2 x 21,1 cm. Bei beiden Papieren schwankt die Breite, bei gleichbleibender Höhe, geringfügig (um ca. 1 - 2 mm). Alle Blätter sind jeweils an einer Längs- und einer Schmalseite gezackt beschnitten; sie sind offenbar aus größeren Bogen des Formats 34 x 42 cm hergestellt, die mit dem Messer geschnitten wurden.

Das Schreibmaterial ist durchweg schwarze Tinte; neben den Korrekturen mit Tinte finden sich in einzelnen Fällen auch Streichungen von Einzelwörtern (meist versehentlich doppelt geschriebenen) mit Bleistift, wobei meist Doppelstreichungen (mit Bleistift und Tinte) vorliegen (z.B. Handschrift S. 25,34,35,41,73,95). Pro Seite stehen 22 Zeilen.

Das Manuskript enthält mehr Sofortkorrekturen und Überklebungen als die vorhergehenden Manuskripte zu "Im Reiche des silbernen Löwen". Im folgenden werden bis zur Handschriftenseite 100 alle Korrekturen im Manuskript wiedergegeben; anschließend werden Änderungen, die Wortwiederholungen auf dem Raum weniger Zeilen vermeiden sollen, nicht mehr verzeichnet.

Eine Vergleichslesung Manuskript/Drucktext wurde nicht systematisch vorgenommen; Stichproben ergaben keine Abweichungen in den untersuchten Textbereichen.

Die Vermerke der Druckerei sind im Manuskript mit Blei- oder Farbstift eingetragen (meist blau, seltener rot).


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Verwendete Zeichen:

E Erstausgabe: Im Reiche des silbernen Löwen, 4.Bd., Reiseerlebnisse von Karl May. 1.-5.Tsd.. Freiburg i.Br.: Friedrich Ernst Fehsenfeld o.J. (Gesammelte Reiseerzählungen Bd. XXIX)

D Handschrift (Die Siglenbezeichnung übernimmt Hans Wollschlägers Siglierung; JbKMG 1979)

<> Ergänzungen des Editors

<> Korrektur(en) über der Streichung

<> Korrektur(en) unter der Zeile

<-> Korrektur oder Fortsetzung auf gleicher Zeile

[ ] Streichungen Mays im Manuskript

<?> unsichere Lesung

in der linken Spalte steht bei Überklebungen jeweils der überklebte, in der rechten der endgültige Text, nötigenfalls unter Angabe der Abweichungen zwischen Manuskript- und Druckfassung. Die Anschlußsätze vor bzw. nach der überklebung werden spaltenübergreifend zitiert.


- 353 -

2. Variantenverzeichnis

Titelblatt Im Reiche des silbernen
Löwen.
Band IIII.
<vgl.Faksimile>
<Setzervermerke, Bleistift:>
<linke obere Ecke> Nr.1180
<rechts oben> 26/00 <darunter> S.1-72
1 <Überschrift>Erstes Kapitel.
Im Grabe.

2,15 verschwand dann hinter der Thür <E>] hinter mir <D 2>
11 v.u. [durfte] <> konnte <D 3>

4,9 v.u. <Die letzten 6 Zeilen von D 5 und die ersten 9 Zeilen von D 6 stehen jeweils auf einer überklebten Stelle;
überklebt sind in D 5 sechs Zeilen und in D 6 neun Zeilen, deren Text schwer lesbar ist, da der ursprüngliche Text stark durch Klebstoff verwischt ist. Es handelt sich um zwei getrennte Korrekturvorgänge: zunächst wurde der Text auf D 5 mit dem Satzende abgeschlossen, dann überklebt und der neue Text von D 5 geschrieben, den der überklebte Text auf D 6 fortsetzt. Anschließend wurden dann auch diese neun Zeilen überklebt und neu geschrieben.>

Es giebt noch ganz andere Kostgänger, die von dem wohlgedeckten Tische des Himmels speisen, obgleich ihre Berech-

<erste zwei Zeilen unlesbar> sonnt sich [nur das winz] <> nur ein <?> kleines Geisterlein, welches <beim> Oele des Rübsaamens und des Rapses sich einbildet, von seinem <Tische> aus am Ende das ganze All begreifen zu müssen! <D 5>

<D 6> ausgelassen <?> haben sollte, so stehen Tausende der Kleinen auf der Lauer, ihm selbst noch diese Lampe auszublasen. Auch dieses Letztere verstand ich <damals?> <nicht>, das Leben aber hat es mich gelehrt, den Rektor zu begreifen. Und als ich jetzt im "Hohen Hause" vor diesem

tigung dazu nur eine angemaßte ist. Im göttlichen Astrallichte wandeln nur erhabene Geister. Im Lichte dieser Lampen aber sonnen sich meist nur die winzig kleinen Geisterlein, welche sich bei dem Oele des Rübsaamens und des Rapses einbilden, von ihrem Tische aus das ganze All ergründen zu können. Und wenn sich ja einmal ein bedeutender Mann an diesem Tische

niedergelassen haben sollte, so stehen tausende der Kleinen auf der Lauer, ihm selbst auch diese Lampe auszublasen! "

Ich verstand dieses Letztere ebenso wenig wie das Vorhergehende; aber das Leben hat mich dann gelehrt, den alten, erfahrenen Rektor zu begreifen. Und als ich nun hier im hohen Hause vor der Lampe des Ustad stand, da war es mir, als ob es ein


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Tische stand, da war es mir, als ob der Ustad plötzlich unsichtbar hinter mir stehe und mir zuraune<?>: Mas ist die, weiche man mir ausgeblasen <?> hat. Ich habe sie für Dich von Neuem angezündet. Nun wird sich zeigen, <wer> und was Du bist: <Zeile nicht ganz gefüllt> vielgestaltiges Weben von lauter, lauter Geisterwinzigkeiten um mich her gebe und als ob eine unsichtbare, hundertstimmige Schadenfreude mir in die Ohren raune: "Da steht sie noch, die wir ihm ausgeblasen haben. Wir dulden Geister, aber <Neuer Text> keinen Geist!"

7,9 fruchtbarsten <eingefügt > Zeiten <D 9>
10 [zugebracht] <> verlebt <D 9>
14 Brummana <E>] Brummada <D 9>
15 Berut <statt: Beirut> <D 9 + E>

8,8 [Soeben erst] <> im jetzigen Augenblicke <D 10>

9,6 körperlich zwar

9,2 v.u. <rechts unten unter letzter Zeile angefügt, mit dünnerer Feder, also möglicherweise nachträglich:> Geiste <D 12>

12,6 v.u. <unter letzter Zeile von D 16 eingefügt:> mit absoluter Notwendigkeit
[nach "doch" folgt die Einfügung; das in D anschließende [so]" ist gestrichen>

14,10 versiechende <D 18 + E>

16,15 v.u. Emmahus <D 21 + E>

17,2 v.u. [ihres] <> seines <D 23>

19,14 v.u. [Gestalt] <> Figur <D 25; eine Zeile vorher "Gestalt">
^2 ^1 ^3
6 v.u. "Schmeichle Dir nicht selbst <D 26>

21,1 [legte] <> schlang <D 27; eine Zeile vorher "legte">
3 v.u. gebärdet <E> | geberdet <D 28>

23,6 v.u. [sprechen] reden <D 31; eine Zeile vorher "sprechen">

25,4 v.u. [herrlich] <> prächtig <D 34; eine Zeile vorher "herrlich">

27,4 [das Paradies] <> diesen Himmel <D 35>
9 Doch als ich an dem [dem] Baum der Neugierde <D 36>
9 v.u. [mögen] können <D 36>

28,12 v.u. [Man weiß ja] <->Wie bei den Menschen <D 38>

29,5 v.u. vorzugsweise [vorzugsweise] <zweimal geschrieben; D 39>

30,1 im tiefsten Schmutze <darunter eingefügt> geborenes <D 39>
8 für die sie die Qualen zu dulden und sich schweigend zu opfern hatten! <E>] für die sie [der]<> die <-> [Jammer] <> Qualen<-> zu dulden und <P eingefügt> sich <-> schweigend zu opfern sich hatten! <D 40>


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30,14 v.u. für [dies Paradies besonders werthvoll sind] <-> die Zwecke solcher Paradiese besonders werthvoll sind <D 40>

31,6 [grinste mich aus [off] <->tiefen Augen]<-> weinte mir aus tiefen Augenhöhlen zu. <D 41>
6 v.u. [Kameel- oder Eselsreiter auf; aber diese nur auf ihren Mann dressirten Tiere] Reiter auf, welche <D 42>

31/32, Anm. <E 31> 1) Wüstenfuchs <E 32> 1) Hyäne | <Die Fußnoten fehlen im Manuskript; die Wörter sind im Text mit Blaustift markiert, mit dem auch am Fuß der Seite auf die fehlenden Anmerkungen verwiesen wird:> 1) ? 2) ? <D 43>

36,6 [ihn] das Urbild <D 48)

37,17 [der Stoff zu reden hat und nur das <verbessert aus "der"> [Stoff zum] <-> Material zum Worte kommt?] <-> die Materie zu sprechen hat und nur der Stoff zum Worte kommt? <D 50>
3 v.u. [ja Zweck] <-> die Absicht des Verlegers ist <D 50>

39,3 v.u. [Ich aber]<-> Bei mir aber <D 53>

41,14 mit dem Ganzen [ist]<-> begriffen und weiß <D 55>
12 v.u. klaren, reinen, [staublos]<-> keine Mißgunst kennenden <D 55>

44,10 [get] <-> nicht etwa getäuscht?" <D 58>
11 Er hat ihn <eingefügt > doch heute am Nachmittage <-> durch den ganzen Duar <D 58>

44,13 v.u. zu erfahren, [was für eine] <-> welcher Art die sei <D 59>

45,15 angekommen [ist] <-> sei <D 60>
12 v.u. Von den nördlichen [K] Dschamikun <D 60>

47,15 Diese <eingefügt > drei, welche ich meinte, <-> schlichen <D 62>
18 Er war [Ein] <-> einer von den Dreien." <D 62>
7 v.u. huschten quer [zwischen den beiden Häusern] hinüber <D 63>

50,3 in meiner [N] neuen Wohnung <D 66>
5 v.u. "[Was] Wo Hadschi Halef liegt; <D 67>

51,6 v.u. Genügt [für he] vollständig." "Für heut<...> <D 68>

52,5 v.u. [Nieman] Keinen. Niemand kann <...> <D 70>

53,11 v.u. müssen <eingefügt > im Hausgange <-> einige Personen <D 71>

54,10 daß ich [mich entferne]<> Euch verlasse <D 72; Zeile später "Er entfernte sich.">
13 an der Hinterwand <eingefügt > nieder( <-> (setzten <D 72>

55,9 nicht [vorbereitet] <> gefaßt war <D 73; zwei Zeilen später "vorbereitet">
10 v.u. die drei Bogenöffnungen <eingefügt > des Einganges <-> zwar <D 74>
5 v.o.<!> daß ich [ich] den Multasim <D 73>

57,5 [Muhas]<-> Multasim <D 75>


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58,13 v.u. [unmöglich]l <-> vergeblich <D 77>
3 v u. [Hierauf] <-> Nun <D 78>

64,11 [Sachen] <-> Gegenstände <D 85; gleich danach "Sachen">

67,4 <...>Old Sha