Schluß
Bibliothek der Unterhaltung und des WissensJahrgang 1877 Elfter Band Seite 92 - 208 Verlag von H. Schönlein, Stuttgart | Illustrirtes UnterhaltungsblattBelletristische Wochenschrift für die Familie und Jedermann. Jahrgang 1879, No. 39, Seite 305 bis 306. Verlag von H. Schönlein, Stuttgart | Erzgebirgische DorfgeschichtenKarl May's Erstlingswerke Autorisierte Ausgabe Band I, Seite 167 bis 277 Belletristischer Verlag, Dresden |
"Nein, das geht nicht!" rief der Baron. "Ich habe auf den Hof geboten und trete nicht wieder zurück. Ich kann bezahlen; hier liegt mein Geld. Der Hof muß mein Seite 204
werden; d'rum streiche ich es gleich gar nicht erst wieder ein!"
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"Nein, das geht nicht!" rief der Baron auf das überraschende Dazwischentreten des Dukatenbauers. "Ich habe auf den Hof geboten und trete nicht wieder zurück. Ich kann bezahlen; hier liegt mein Geld. Der Hof muß mein werden; d'rum streiche ich es gleich gar nicht erst wieder ein!"
| "Nein, das geht nicht!" rief der Baron. "Ich habe auf den Hof geboten und trete nicht wieder zurück. Ich kann bezahlen; hier liegt mein Geld. Der Hof muß mein werden; darum streiche ich es gleich gar nicht erst wieder ein!"
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| "Das will ich mir auch verbitten!" klang es da hinter ihm und eine feste, schwere Hand legte sich auf seine Schulter. Ein fremder Herr, welcher bisher den schweigsamen Beobachter gemacht hatte, war an ihn herangetreten. "Kennen Sie vielleicht diese beiden Photographieen, meine Herren ?" frug er, dem Baron ebenso wie dem Agenten je eine Visitenkarte vorhaltend. "Ich habe die Bekanntschaft dieser Männer schon seit Monaten vergeblich gewünscht und bin ganz glücklich, sie endlich doch noch zu machen. Herr Verwalter und Herr Privatkopist, Sie sind meine Gefangenen!"
| "Das will ich mir auch verbitten!" klang es da hinter ihm und eine feste, schwere Hand legte sich auf seine Schulter. Ein fremder Herr, welcher bisher den schweigsamen Beobachter gemacht hatte, war an ihn herangetreten. "Kennen Sie vielleicht diese beiden Photographien, meine Herren ?" frug er, dem Baron ebenso wie dem Agenten je eine Visitenkarte vorhaltend. "Ich habe die Bekanntschaft dieser Männer schon seit Monaten vergeblich gewünscht und bin ganz glücklich, sie endlich doch noch zu machen. Herr Verwalter und Herr Privatkopist, Sie sind meine Gefangenen!"
| "Das will ich mir auch verbitten!" klang es da hinter ihm und eine feste, schwere Hand legte sich auf
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seine Schulter. Ein fremder Herr, welcher bisher den schweigsamen Beobachter gemacht hatte, war an ihn herangetreten. "Kennen Sie vielleicht diese beiden Photographien, meine Herren ?" fragte er, dem Baron ebenso wie dem Agenten je eine Visitenkarte vorhaltend. "Ich habe die Bekanntschaft dieser Männer schon seit Monaten vergeblich gewünscht und bin ganz glücklich, sie endlich doch noch zu machen. Herr Verwalter und Herr Privatkopist, Sie sind meine Gefangenen!"
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| Wie ein Blitzschlag fielen diese Worte in die Versammlung, welche für einige Augenblicke von der größten Verwirrung ergriffen wurde. Der Baron wollte sich dieselbe zu Nutze machen, warf sich auf den Tisch, strich mit einigen raschen Griffen das Geld zusammen und stürzte dann nach der Thüre. Dort aber nahmen ihn einige bereitstehende Gehilfen des Fremden in Empfang, und nach kurzem, vergeblichem Ringen war sowohl er als auch der Agent durch Handschellen und Schließketten unschädlich gemacht. Der Arrestator wandte sich nun zu dem Gerichtsbeamten.
| Wie ein Blitzschlag fielen diese Worte in die Versammlung, welche für einige Augenblicke von der größten Verwirrung ergriffen wurde. Der Baron wollte sich dieselbe zu Nutze machen, warf sich auf den Tisch, strich mit einigen raschen Griffen das Geld zusammen und stürzte dann nach der Thüre. Dort aber nahmen ihn einige bereitstehende Gehilfen des Fremden in Empfang, und nach kurzem, vergeblichem Ringen war sowohl er als auch der Agent durch Handschellen und Schließketten unschädlich gemacht. Der Fremde wandte sich nun zu dem Gerichtsbeamten.
| Wie ein Blitzschlag fielen diese Worte in die Versammlung, welche für einige Augenblicke von der größten Verwirrung ergriffen wurde. Der Baron wollte sich dieselbe zu nutze machen, warf sich auf den Tisch, strich mit einigen raschen Griffen das Geld zusammen und stürzte dann nach der Tür. Dort aber nahmen ihn einige bereitstehende Gehilfen des Fremden in Empfang, und nach kurzem, vergeblichem Ringen war sowohl er als auch der Agent durch Handschellen und Schließketten unschädlich gemacht. Der Arrestator wandte sich nun zu dem Gerichtsbeamten.
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| "Herr Assessor, gestatten Sie mir, mich Ihnen zu legitimiren und die im Besitze dieser Männer betroffenen Werthpapiere und Effekten sammt dem draußen stehenden Geschirr in meine Verwahrung zu nehmen. Der Herr Ortsrichter wird mir diese Erlaubniß wohl auch nicht vorenthalten!"
| "Herr Assessor, gestatten Sie mir, mich Ihnen zu legitimiren und die im Besitze dieser Männer betroffenen Werthpapiere und Effekten sammt dem draußen stehenden Geschirr in meine Verwahrung zu nehmen. Der Herr Ortsrichter wird mir diese Erlaubniß wohl auch nicht vorenthalten!"
| "Herr Assessor, gestatten Sie mir, mich Ihnen gegenüber zu legitimieren und die im Besitze dieser Männer betroffenen Wertpapiere und Effekten samt dem draußen stehenden Geschirr in meine Verwahrung zu nehmen. Der Herr Ortsrichter wird mir diese Erlaubnis wohl auch nicht vorenthalten!"
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| Die beiden Angeredeten gaben gleich nach dem ersten
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Blicke auf die vorgezeigte Legitimation ihre Zustimmung, und es wurde ein Verzeichniß all' der Gegenstände angefertigt, welche die Inculpaten bei sich führten. Der Polizist unterwarf ganz besonders die Notizblätter einer eingehenden Prüfung. Als er sie zusammenschlug, ließ er das scharfe Auge im Kreise herumgehen.
| Die beiden Angeredeten gaben gleich nach dem ersten Blicke auf die vorgezeigte Legitimation ihre Zustimmung, und es wurde ein Verzeichniß all' der Gegenstände angefertigt, welche die Verhafteten bei sich führten. Der Polizist unterwarf ganz besonders die Notizblätter einer eingehenden Prüfung. Als er sie zusammenschlug, ließ er das scharfe Auge im Kreise herumgehen.
| Die beiden Angeredeten gaben gleich nach dem ersten Blicke auf die vorgezeigte Legitimation ihre Zustimmung, und es wurde ein Verzeichnis all' der Gegenstände angefertigt, welche die Inkulpaten bei sich führten. Der Polizist unterwarf ganz besonders die Notizblätter einer eingehenden Prüfung. Als er sie zusammenschlug, ließ er das scharfe Auge im Kreise herumgehen.
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"Ist der Mann dort an der Thüre der Bergwirth ?"
| "Ist der Mann dort an der Thüre der Bergwirth ?"
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"Ist der Mann dort an der Tür der Bergwirt ?"
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| "Ja!" lautete die Antwort "Er wird den beiden Anderen Gesellschaft leisten. Nehmt ihn fest!"
| "Ja!" lautete die Antwort "Er wird den beiden Anderen Gesellschaft leisten. Nehmt ihn fest!"
| "Ja!" lautete die Antwort "Er wird den beiden anderen Gesellschaft leisten. Nehmt ihn fest!"
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| "Was ? Mich ?" rief der Wirth, sich nach dem Ausgange wendend; schon aber fühlte er sich ergriffen und zurückgehalten.
| "Was ? Mich ?" rief der Wirth, sich nach dem Ausgange wendend; schon aber fühlte er sich ergriffen und zurückgehalten.
| "Was ? Mich ?" rief der Wirt, sich nach dem Ausgange wendend; schon aber fühlte er sich ergriffen und zurückgehalten.
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| "Ja, Sie! Eine so genaue Buchführung, wie ich sie hier im Portefeuille des Herrn 'Bankiers' finde, hat für gewisse Geschäftsarten ihre großen Schattenseiten. Sie gehen mit uns!"
| "Ja, Sie! Eine so genaue Buchführung, wie ich sie hier im Portefeuille des Herrn 'Bankiers' finde, hat für gewisse Geschäftsarten ihre großen Schattenseiten. Sie gehen mit uns!"
| "Ja, Sie! Eine so genaue Buchführung, wie ich sie hier im Portefeuille des Herrn 'Bankiers' finde, hat für gewisse Geschäftsarten ihre großen Schattenseiten. Sie gehen mit uns!"
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| Darauf wandte er sich an Graf "Ich konnte Ihrer Anzeige erst heute Folge leisten, weil es mir nothwendig schien, mich zuvor über die vorliegenden Verhältnisse im Stillen zu orientiren. Dies ist so eingehend geschehen, wie es mir die Kürze der Zeit gestattete, und ich sehe mich dadurch in die Lage versetzt, Ihnen eine erfreuliche Mittheilung machen zu können: Die Buchführung dieser Herren läßt sowohl die Art und Weise als auch die Höhe Ihrer Verluste sehr deutlich erkennen, und da die Beträge zum großen Theile noch vorhanden sind, so dürfen Sie Hoffnung auf eine wenigstens theilweise Wiedererstattung haben. Das Weitere werden Sie auf gerichtlichem Wege Seite 206
mitgetheilt erhalten. - Für jetzt aber ist meine Aufgabe hier vollendet. Gestatten Sie mir, Herr Assessor, mich zu verabschieden!"
| Darauf wandte er sich an Graf "Ich konnte Ihrer Anzeige erst heute Folge leisten, weil es mir nothwendig schien, mich zuvor über die vorliegenden Verhältnisse im Stillen zu orientiren. Dies ist so eingehend geschehen, wie es mir die Kürze der Zeit gestattete, und ich sehe mich dadurch in die Lage versetzt, Ihnen eine erfreuliche Mittheilung machen zu können: Die Buchführung dieser Herren läßt sowohl die Art und Weise als auch die Höhe Ihrer Verluste sehr deutlich erkennen, und da die Beträge zum großen Theile noch vorhanden sind, so dürfen Sie Hoffnung auf eine wenigstens theilweise Wiedererstattung haben. Das Weitere werden Sie auf gerichtlichem Wege mitgetheilt erhalten. - Für jetzt aber ist meine Aufgabe hier vollendet. Gestatten Sie mir, Herr Assessor, mich zu verabschieden!"
| Darauf wandte er sich an Graf "Ich konnte Ihrer Anzeige erst heute Folge leisten, weil es mir notwendig schien, mich zuvor über die vorliegenden Verhältnisse im stillen zu orientieren. Dies ist so eingehend geschehen, wie es mir die Kürze der Zeit gestattete, und ich sehe mich dadurch in die Lage versetzt, Ihnen eine erfreuliche Mitteilung machen zu können. Die Buchführung dieser Herren läßt sowohl die Art und Weise als auch die Höhe Ihrer Verluste sehr deutlich erkennen, und da die Beträge noch zum großen Teile vorhanden sind, so dürfen Sie Hoffnung auf eine wenigstens teilweise Wiedererstattung haben. Das Weitere werden Sie auf gerichtlichem Wege mitgeteilt erhalten. - Für jetzt aber ist meine Aufgabe hier vollendet. Gestatten Sie mir, Herr Assessor, mich zu verabschieden!"
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| In weniger als einigen Minuten rollte die Kalesche des Barons davon; sie war weit schwerer, als einige Stunden vorher, und der Brauen trabte so unwillig von dannen, als hege er die Überzeugung, daß der Dukatenhof noch immer seine rechtmäßige Heimath sei.
| In weniger als einigen Minuten rollte die Kalesche des Barons davon; sie war weit schwerer, als einige Stunden vorher, und der Brauen trabte so unwillig von dannen, als hege er die Überzeugung, daß der Dukatenhof noch immer seine rechtmäßige Heimath sei.
| In wenigen Minuten rollte die Kalesche des Barons davon; sie war weit schwerer als einige Stunden vorher, und der Brauen trabte so unwillig von dannen, als hege er die Überzeugung, daß der Dukatenhof noch immer seine rechtmäßige Heimath sei. Ebenso kurzer Zeit nur bedurfte es, um den Hof von
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den vielen lästigen Gästen zu befreien, deren Anwesenheit nun keinen Zweck mehr haben konnte. Anfangs wollte es niemand begreifen, daß das Gut im Besitze des Dukatengrafen verbleiben werde, und als im Laufe des Tages der wahre Sachverhalt ruchbar wurde, war es den Leuten noch viel unerklärlicher, woher der Köpfle-Franz dieses ungewöhnliche Vermögen habe, welches ganz sicher einst niemand anders erben werde, als Wilhelm und Emma.
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Ebenso kurzer Zeit nur bedurfte es, um den Hof von den vielen lästigen Gästen zu befreien, deren Anwesenheit nun keinen Zweck mehr haben konnte. Anfangs wollte es Niemand begreifen, daß das Gut im Besitze des Dukatengrafen verbleiben werde, und als im Laufe des Tages der wahre Sachverhalt ruchbar wurde, war es den Leuten noch viel unerklärlicher, woher der Köpfle-Franz dieses ungewöhnliche Vermögen habe, welches ganz sicher einst niemand Anderes erben werde, als Wilhelm und Emma.
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Ebenso kurzer Zeit nur bedurfte es, um den Hof von den vielen lästigen Gästen zu befreien, deren Anwesenheit nun keinen Zweck mehr haben konnte. Anfangs wollte es Niemand begreifen, daß das Gut im Besitze des Dukatengrafen verbleiben werde, und als im Laufe des Tages der wahre Sachverhalt ruchbar wurde, war es den Leuten noch viel unerklärlicher, woher der Köpfle-Franz dieses ungewöhnliche Vermögen habe, welches ganz sicher einst niemand Anderes erben werde, als Wilhelm und Emma.
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| Noch am Abende feierten diese Beiden ihre Verlobung, bei welcher außer den Eltern Wilhelms auch der Pfarrer zugegen war. Er hatte den ihm übergebenen Dukatenschatz wieder mitgebracht und wollte ihn in die Hände Graf's zurücklegen; dieser aber wehrte ab.
| Noch am Abende feierten diese Beiden ihre Verlobung, bei welcher außer den Eltern Wilhelm's auch der Pfarrer zugegen war. Er hatte den ihm übergebenen Dukatenschatz wieder mitgebracht und wollte ihn in die Hände Graf's zurücklegen; dieser aber wehrte ab.
| Noch am Abende feierten diese Beiden ihre Verlobung, bei welcher außer den Eltern Wilhelms auch der Pfarrer zugegen war. Er hatte den ihm übergebenen Dukatenschatz wieder mitgebracht und wollte ihn in die Hände Grafs zurücklegen; dieser aber wehrte ab.
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| "Nein, Herr Pastor, ich nehm' die Dukaten net wieder! Der Franz wird sie wohl auch net haben wollen, aber ich weiß Jemand, der sie recht gut gebrauchen kann. Ich hab' gehört, daß sich der Feldhüter Wolf im vorigen November aus Verseh'n die Hand zerschossen hat, der kann mit seiner zahlreichen Familie das Geld wohl nothwendig haben. Ich bin erlöst worden aus großer und auch tiefer Noth, mein
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Herz soll ferner nie wieder so hart sein, wie es früher gewesen ist. Die Dukaten waren für Dich bestimmt, Franz; soll sie der Wolf bekommen ?"
| "Nein, Herr Pastor, ich nehm' die Dukaten nicht wieder! Der Franz wird sie wohl auch nicht haben wollen, aber ich weiß Jemand, der sie recht gut gebrauchen kann. Ich hab' gehört, daß sich der Feldhüter Wolf im vorigen November aus Verseh'n die Hand zerschossen hat, der kann mit seiner zahlreichen Familie das Geld wohl nothwendig haben. Ich bin erlöst worden aus großer und auch tiefer Noth, mein Herz soll ferner nie wieder so hart sein, wie es früher gewesen ist. Die Dukaten waren für Dich bestimmt, Franz; soll sie der Wolf bekommen ?"
| "Nein, Herr Pastor, ich nehme die Dukaten nicht wieder! Der Franz wird sie wohl auch nicht haben wollen, aber ich weiß jemanden, der sie recht gut gebrauchen kann. Ich habe gehört, daß sich der Feldhüter Wolf im vorigen November aus Versehen die Hand zerschossen hat, der kann mit seiner zahlreichen Familie das Geld wohl notwendig haben. Ich bin erlöst worden aus großer und auch tiefer Not, mein Herz soll ferner nie wieder so hart sein, wie es früher gewesen ist. Die Dukaten waren für dich bestimmt, Franz; soll sie der Wolf bekommen ?"
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| "Ich hab' alleweil nix dagegen, daß er sie bekommt! Jetzt aber schaut 'mal her, was ich heut' Nacht den jungen Leuten als Angebind' zur Verlobung gezeichnet hab'!"
| "Ich hab' alleweil nix dagegen, daß er sie bekommt! Jetzt aber schaut 'mal her, was ich heut' Nacht den jungen Leuten als Angebind' zur Verlobung gezeichnet hab'!"
| "Ich habe alleweil nichts dagegen, daß er sie bekommt! Jetzt aber schaut mal her, was ich heute nacht den jungen Leuten als Angebinde zur Verlobung gezeichnet hab'!"
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| Er rollte das Papier aus einander, welches Wilhelm heute mit dem Blechkasten abgeholt hatte. Es enthielt eine Bleistiftzeichnung, welche die untere Stube des Dukatenhofes darstellte; in der Mitte desselben stand das wohlgetroffene Königspaar, vor welchem die beiden Krüppel in flehender Stellung an der Erde lagen. Hinter ihnen hielt Wilhelm die weinende Emma umfangen und seitwärts von dieser Gruppe verbarg der Gerichtsdirektor seine Bewegung hinter dem vorgehaltenen Taschentuche. Die Züge sämmtlicher Personen waren auf das Sprechendste wiedergegeben und die Stimmung des Augenblickes so treu festgehalten, daß die Beschauer des Bildes sich von dem Anblicke desselben ergriffen fühlten und dem zeichner ihre unverhohlene Bewunderung aussprachen.
| Er rollte das Papier aus einander, welches Wilhelm heute mit dem Blechkasten abgeholt hatte. Es enthielt eine Bleistiftzeichnung, welche die untere Stube des Dukatenhofes darstellte; in der Mitte desselben stand das wohlgetroffene Königspaar, vor welchem die beiden Krüppel in flehender Stellung an der Erde lagen. Hinter ihnen hielt Wilhelm die weinende Emma umfangen und seitwärts von dieser Gruppe verbarg der Gerichtsdirektor seine Bewegung hinter dem vorgehaltenen Taschentuche. Die Züge sämmtlicher Personen waren auf das Sprechendste wiedergegeben und die Stimmung des Augenblickes so treu festgehalten, daß die Beschauer des Bildes sich von dem Anblicke desselben ergriffen fühlten und dem zeichner ihre unverhohlene Bewunderung aussprachen.
| Er rollte das Papier auseinander, welches Wilhelm heute mit dem Blechkasten abgeholt hatte. Es enthielt eine Bleistiftzeichnung, welche die untere Stube des
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Dukatenhofes darstellte; in der Mitte desselben stand das wohlgetroffene Königspaar, vor welchem die beiden Krüppel in flehender Stellung an der Erde lagen. Hinter ihnen hielt Wilhelm die weinende Emma umfangen, und seitwärts von dieser Gruppe verbarg der Gerichtsdirektor seine Bewegung hinter dem vorgehaltenen Taschentuche. Die Züge sämtlicher Personen waren auf das sprechendste wiedergegeben, und die Stimmung des Augenblickes so treu festgehalten, daß die Beschauer des Bildes sich von dem Anblicke desselben ergriffen fühlten und dem zeichner ihre unverhohlene Bewunderung aussprachen.
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| "Net wahr," frug dieser, "es ist gut geworden ? Ich hab' noch niemals nix so gern gemalt, wie dieses Blatt, und darum hat's gelingen müssen. Das kommt hier an die Wand zum ewigen Andenken an die Stund', die uns die schwerste und auch die schönste gewesen ist im ganzen Leben."
| "Nicht wahr," frug dieser, "es ist gut geworden ? Ich hab' noch niemals etwas so gern gemalt, wie dieses Blatt, und darum hat's gelingen müssen. Das kommt hier an die Wand zum ewigen Andenken an die Stund', die uns die schwerste und auch die schönste gewesen ist im ganzen Leben."
| "Nicht wahr," fragte dieser, "es ist gut geworden ? Ich habe noch nie etwas so gern gemalt, wie dieses Blatt, und darum hat's gelingen müssen. Das kommt hier an die Wand zum ewigen Andenken an die Stunde, die uns die schwerste und auch die schönste gewesen ist im ganzen Leben."
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| "Jawohl, die schwerste," meinte Graf; "ich hab' das wohl am meisten gefühlt, aber auch die schönste, denn es ist mir unverdiente Gnade zu Theil geworden und euch Allen Heil und Segen." - - - - -
| "Jawohl, die schwerste," meinte Graf; "ich hab' das wohl am meisten gefühlt, aber auch die schönste, denn es ist mir unverdiente Gnade zu Theil geworden und Euch Allen Heil und Segen." - - - - -
| "Jawohl, die schwerste," meinte Graf; "ich habe das wohl am meisten gefühlt, aber auch die schönste, denn es ist mir unverdiente Gnade zu teil geworden und euch allen Heil und Segen." - - - -
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Seit diesen Begebenheiten sind noch nicht gar viele der Jahre verflossen, und noch leben sämmtliche Personen, von denen keine sich geweigert hat, dem freundlichen Leser bekannt zu werden. Der alte Dukatenhof hat sich von seinem Verfalle vollständig erholt; er gilt als eines der am besten bewirthschafteten Güter der ganzen Umgegend. Und wenn der oben angeführte Chronist aus seinem längst eingesunkenen Grabe hinter der Sakristei hervorsteigen und die Feder in die Hand nehmen könnte, um die Geschichte der Familie Graf bis auf die Gegenwart fortzuführen, so würden seine Aufzeichnungen vielleicht mit den Worten schließen:
| Seit diesen Begebenheiten sind noch nicht gar viele der Jahre verflossen, und noch leben sämmtliche Personen, von denen keine sich geweigert hat, dem freundlichen Leser bekannt zu werden. Der alte Dukatenhof hat sich von seinem Verfalle vollständig erholt; er gilt als eines der am besten bewirthschafteten Güter der ganzen Umgegend.
| Seit diesen Begebenheiten sind noch nicht gar viele Jahre verflossen. Wir werden leider erfahren, daß der 'Pascherkönig' in anderen Gegenden des Grenzgebirges später verschiedentlich nachgeahmt worden ist. Der alte Dukatenhof aber hat sich damals von seinem Verfalle vollständig erholt. Er gilt noch heute als eines der am besten bewirtschafteten Güter der ganzen Umgegend. Und wenn der oben angeführte Chronist aus seinem längst eingesunkenen Grabe hinter der Sakristei hervorsteigen und die Feder in die Hand nehmen könnte, um die Geschichte der Familie Graf bis auf die Gegenwart Seite 277
fortzuführen, so würden seine Aufzeichnungen vielleicht mit den Worten schließen:
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| "Aus denen zweyen Klötz aber sind gemacht eyn ganz absonderlich Zahl von Bretten, vnd hat man darauß gebaut eyn schön und fürtrefflich Lauben, so da steht an selwigem Orte, als wo die Bäum vormalen einst gelegen sind. Solch Lauben ißt dem Köpfle-Franz seyn Werkstatt worden, indem er des Morgens von seyner Hütten herunterkompt und erst des Abends wieder von dannen fährt. So kommen denn die Leut, als da sind Männlein und Weiblein, fürnämlich des Sonntags, in hellen Hauffen herbey, umb sich zu holen eyn Contrefey, so mann alsbald hänkt in die Stuben, allwo das Licht am Beßten trifft. Sitzt auch zuweilen dabey der Dukkatengraff, so da ißt der Letzte seynes Geschlechtes, sambt dem kleynen Enkeleyn, dieweylen die Bäurin in der Küchen schantzt. Vnd weyl so allermassen viele Bilder gehen von deme Hoff hinauß ins weitte Land, derohalben ist er bey Denen, so ihn kennen, nicht mehr Dukkatenhoff, sondern Köpflehoff geheißen."
| Aus den beiden Klötzen hinter dem Hofe aber sind Bretter gesägt worden, aus denen an derselben Stelle, wo einst die Bäume lagen, eine hübsche Laube errichtet ist. Diese ist des Köpfle-Franz Werkstatt geworden, indem er meist früh Morgens von seiner Hütte dorthin kommt, dann mit den Bewohnern des Hofes zu Mittag ißt und erst des Abends sich wieder entfernt. So kommen denn gar viele Leute, zumal des Sonntags, und sehen ihm zu und bitten ihn auch wohl, ihr Bild zu zeichnen, das dann hoch in Ehren gehalten und an dem besten Platze der Stube aufgehangen wird. Der Dukatengraf, der Letzte seines Geschlechtes, sitzt dann gern dabei, sammt seinen kleinen Enkeln, deren Mutter in der Küche schafft, während Wilhelm, der Vater, noch auf dem Felde thätig ist. Und weil so durch Franzens Kunstfertigkeit gar viele Bilder von diesem Hofe aus in's weite Land gehen, so heißt er bei denen, die darum wissen, nicht mehr "Dukatenhof", sondern der "Köpflehof".
| "Aus denen zweyen Klötz aber sind gemacht eyn ganz absonderlich Zahl von Bretten, und hat man darauß gebaut eyn schön und fürtrefflich Lauben, so da steht an selwigem Orte, als wo die Bäum vormalen einst gelegen sind. Solch Lauben ißt dem Köpfle-Franz seyn Werkstatt worden, indem er des Morgens von seyner Hütten herunterkompt und erst des Abends wieder von dannen fährt. So kommen denn die Leut', als da sind Männlein und Weiblein, fürnämlich des Sonntags, in hellen Haufen herbey, umb sich zu holen eyn Contrefey, so mann alsbald hänkt in die Stuben, allwo das Licht am Beßten trifft. Sitzt auch zuweilen dabey der Dukkatengraff, so da ißt der Letzte seynes Geschlechtes, sambt dem kleynen Enkeleyen, dieweylen die Bäuerin in der Küchen schantzt. Und weyl so allermassen viele Bilder gehen von deme Hoff hinauß ins weitte Land, derohalben ist er bey Denen, so ihn kennen, nicht mehr Dukkatenhoff, sondern Köpflehoff geheißen."
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