Der Dukatenhof

von Karl May

Vergleich der Fassungen von 1877, 1879 und 1903

5. Fortsetzung


Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens


Jahrgang 1877
Elfter Band
Seite 92 - 208
Verlag von H. Schönlein, Stuttgart

Illustrirtes Unterhaltungsblatt


 
Belletristische Wochenschrift für die Familie und Jedermann.
Jahrgang 1879, No. 37, Seite 289 bis 291.
Verlag von H. Schönlein, Stuttgart

Erzgebirgische Dorfgeschichten


 
Karl May's Erstlingswerke
Autorisierte Ausgabe
Band I, Seite 167 bis 277
Belletristischer Verlag, Dresden


"Grüß Gott, du altes gutes Nest da unt'n," rief erfröhlich. "Da bin ich endlich und werd' nun auch net gleich wieder fortgeh'n!"

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"Grüß Gott, du altes gutes Nest da unt'n," rief erfröhlich. "Da bin ich endlich und werd' nun auch nicht gleich wieder fortgeh'n!"


"Grüß Gott, du altes, gutes Nest da unten," rief erfröhlich. "Da bin ich endlich und werde nun auch nicht gleich wieder fortgehen!"

Es war Wilhelm. Der bekannte Quersack auf seiner Schulter ließ schließen, daß er wie damals aus der Garnison zurückkehre. Gar nicht weit von ihm war trotz der vorgerückten Stunde eine weibliche Gestalt noch im Klee beschäftigt.

Es war Wilhelm. Der bekannte Quersack auf seiner Schulter ließ schließen, daß er wie damals aus der Garnison zurückkehre. Gar nicht weit von ihm war trotz der vorgerückten Stunde eine weibliche Gestalt noch im Klee beschäftigt.

Es war Wilhelm. Der bekannte Quersack auf seiner Schulter ließ schließen, daß er wie damals aus der Garnison zurückkehre. Gar nicht weit von ihm war trotz der vorgerückten Stunde eine weibliche Gestalt noch im Klee beschäftigt.

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"Wer ist denn das ? Ich glaub' gar, das ist die Emma! Sie holt Futter für morg'n früh. Das ist doch Arbeit für das Gesind' und net für die Tochter! Und warum hat man denn den Wagen net genommen ?"


"Wer ist denn das ? Ich glaub' gar, das ist Emma! Sie holt Futter für morg'n früh. Das ist doch Arbeit für das Gesind' und nicht für die Tochter! Und warum hat man denn den Wagen nicht genommen ?"


"Wer ist denn das ? Ich glaube gar, die Emma! Sie holt Futter für morgen früh. Das ist doch Arbeit für das Gesinde und nicht für die Tochter! Und warum hat man denn den Wagen nicht genommen ?"

Er schritt den Rain entlang und schlich sich vorsichtig bis hart an sie heran. Sie bemerkte sein Kommen nicht. Die Hände über ihre Augen legend, frug er mit verstellter Stimme:

Er schritt den Rain entlang und schlich sich vorsichtig bis hart an sie heran. Sie bemerkte sein Kommen nicht. Die Hände über ihre Augen legend, frug er mit verstellter Stimme:

Er schritt den Rain entlang und schlich sich vorsichtig bis hart an sie heran. Sie bemerkte sein Kommen
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nicht. Die Hände über ihre Augen legend, fragte er mit verstellter Stimme:

"Sag', wer ist's ?"

"Wilhelm!"

"Errathen!" Er schlang den Arm um sie und zog sie an sich. "Willkommen, Emma! Wie geht's ?"

"Sag', wer ist's ?"

"Wilhelm!"

"Errathen ?" Er schlang den Arm um sie und zog sie an sich. "Willkommen, Emma! Wie geht's ?"

"Sage, wer ist's ?"

"Wilhelm," antwortete sie.

"Erraten! Willkommen, Emma! Wie geht's ?"

Ihre Augen waren geröthet und an den Wimpern glänzte es feucht; sie hatte geweint.

Ihre Augen waren geröthet und an den Wimpern glänzte es feucht; sie hatte geweint.

Ihre Augen waren gerötet, und an den Wimpern glänzte es feucht; sie hatte geweint.

"Willkommen, Wilhelm! Du fragst, wie's geht ?Hast Du denn noch nix davon gehört ?"

"Willkommen, Wilhelm! Du fragst, wie's geht ?Hast Du denn noch nix davon gehört ?"

"Willkommen, Wilhelm! Du fragst, wie es geht ?Hast du denn noch nichts davon gehört ?"

"Was ist's, von dem ich gehört haben soll ? Ich glaub' gar, Du weinst! Ist bei euch wieder 'was Ungutes passirt ?"

"Was ist's, von dem ich gehört haben soll ? Ich glaub' gar, Du weinst! Ist bei euch wieder 'was Ungutes passirt ?"

"Was ist's, von dem ich gehört haben soll ? Ich glaube gar, du weinst! Ist bei euch wieder etwas Ungutes passiert ?"

"Es ist nix Neues, und Du weißt's noch net, nur weil Du so weit von hier gewesen bist. Der Dukatenhof ist weg!"

"Es ist nix Neues, und Du weißt's noch nicht, nur weil Du so weit von hier gewesen bist. Der Dukatenhof ist weg!"

"Es ist nichts Neues, und du weißt es noch nicht, nur weil du so weit von hier gewesen bist. Der Dukatenhof ist weg!"

"Das ist doch nimmer möglich! Hat Dein Vater verkauft ?"

"Das ist doch nimmer möglich! Hat Dein Vater verkauft ?"

"Das ist doch nimmer möglich! Hat dein Vater ihn verkauft ?"

"Nein, noch schlimmer! Das Gericht hat ihn genommen; übermorgen ist die Versteigerung."

"Nein, noch schlimmer! Das Gericht hat ihn genommen; übermorgen ist die Versteigerung."

"Nein, noch schlimmer! Das Gericht hat ihn genommen; übermorgen ist die Versteigerung."

"Schau, das ist bös! Was sagt Dein Vater dazu ?"

"Schau, das ist bös! Was sagt Dein Vater dazu ?"

"Schau, das ist bös! Was sagt dein Vater dazu ?"

"Der sagt nix, gar nix. Er sitzt von früh bis Abends droben in seiner Stub', starrt vor sich hin und spricht kein
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Wort. Und wenn ich auf ihn red', so antwortet er net, sondern nimmt mich nur immer bei der Hand und blickt mich an mit Augen, mit solchen Augen - ach, es ist zum Herzbrechen!"

"Der sagt nix, gar nix. Er sitzt von früh bis Abends droben in seiner Stub', starrt vor sich hin und spricht kein Wort. Und wenn ich auf ihn red', so antwortet er nicht, sondern nimmt mich nur immer bei der Hand und blickt mich an mit Augen, mit solchen Augen - ach, es ist zum Herzbrechen!"

"Der sagt nichts, gar nichts. Er sitzt von früh bis abends droben in seiner Stube, starrt vor sich hin und spricht kein Wort. Und wenn ich auf ihn rede, so antwortet er nicht, sondern nimmt mich nur immer bei der Hand und blickt mich an mit Augen, mit solchen Augen - ach, es ist zum Herzbrechen!"

Sie legte ihren Kopf an seine Brust und schluchzte laut. Auch er war bewegt, und seine Stimme zitterte, als er nach einer stummen Pause frug:

Sie legte ihren Kopf an seine Brust und schluchzte laut. Auch er war bewegt, und seine Stimme zitterte, als er nach einer stummen Pause frug:

Sie legte ihren Kopf an seine Brust und schluchzte laut. Auch er war bewegt, und seine Stimme zitterte, als er nach einer stummen Pause fragte:

"Kannst Du Dir denken, wer schuld ist an dem Unglück, Emma ?"

"Kannst Du Dir denken, wer schuld ist an dem Unglück, Emma ?"

"Kannst du dir denken, wer schuld ist an dem Unglück, Emma ?"

"Wer ?"

"Ich!"

"Wer ?"

"Ich!"

"Wer ?" fragte sie.

"Ich!"


"Du ?" Sie blickte unter Thränen erstaunt zu ihm empor.


"Du ?" Sie blickte unter Thränen erstaunt zu ihm empor.

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"Du ?" Sie blickte unter Tränen erstaunt zu ihm empor.

"Ja, ich! Wenn ich den Pascherkönig net hätte fangen wollen, so wär' gar nix von alledem passirt. Aber die Prämie hat mir in die Augen gestochen, und nachher - nachher hab' ich sie doch net haben mögen!"

"Ja, ich! Wenn ich den Pascherkönig nicht hätte fangen wollen, so wär' gar nix von alledem passirt. Aber die Prämie hat mir in die Augen gestochen, und nachher - nachher hab' ich sie doch nicht haben mögen!"

"Ja, ich! Wenn ich den Pascherkönig nicht hätte fangen wollen, so wäre gar nichts von alledem passiert. Aber die Prämie hat mir in die Augen gestochen, und nachher - nachher habe ich sie doch nicht haben mögen!"

"Das hat doch nix mit dem Vater zu schaffen!"

Er schwieg. Sie ahnte nichts von dem wahren Sachverhalte und fuhr zögernd fort:

"Das hat doch nix mit dem Vater zu schaffen!"

Er schwieg. Sie ahnte nichts von dem wahren Sachverhalte und fuhr zögernd fort:

"Das hat doch nix mit dem Vater zu schaffen!"

Er schwieg. Sie ahnte nichts von dem wahren Sachverhalte und fuhr zögernd fort:

"Und die Geschichte von dem Lieutenant und dem Köpfle-Franz hast wohl auch noch net gehört ?"

"Und die Geschichte von dem Lieutenant und dem Köpfle-Franz hast wohl auch noch nicht gehört ?"

"Und die Geschichte von dem Leutnant und dem Köpfle-Franz hast du wohl auch noch nicht gehört ?"

"Daß der ihn erschossen haben soll ? Warum soll ich das noch net gehört haben ? Das weiß doch jedes Kind!"

"Daß der ihn erschossen haben soll ? Warum soll ich das noch nicht gehört haben ? Das weiß doch jedes Kind!"

"Daß der ihn erschossen haben soll ? Warum soll ich das noch nicht gehört haben ? Das weiß doch jedes Kind!"

"Nein, es ist anders gewesen! Jetzt ist der Richtige heraus, der's gethan hat."

"Nein, es ist anders gewesen! Jetzt ist der Richtige heraus, der's gethan hat."

"Nein, es ist anders gewesen! Jetzt ist der richtige heraus, der's getan hat."

"Ist's wahr ?" klang es rasch und erfreut. "So ist der Pathe endlich gerechtfertigt! Wer ist's gewesen ?"

"Ist's wahr ?" klang es rasch und erfreut. "So ist der Pathe endlich gerechtfertigt! Wer ist's gewesen ?"

"Ist's wahr ?" klang es überrascht und erfreut. "So ist der Pate endlich gerechtfertigt! Wer ist's gewesen ?"

"Ach, Wilhelm," schluchzte sie mit erneuter Heftigkeit, "nein, das kann ich Dir gar net sagen!"

"Ach, Wilhelm," schluchzte sie mit erneuter Heftigkeit, "nein, das kann ich Dir gar nicht sagen!"

"Ach, Wilhelm," schluchzte sie mit erneuter Heftigkeit, "nein, das kann ich dir gar nicht sagen!"

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"Warum ?"


"Warum ?"


"Warum ?"

"Es ist - so fürchterlich, und ich, ich konnt' es gar net glauben. Ich hab' geweint Tag und Nacht und mich vor den Leuten versteckt, als ob ich's selbst gewesen wär'."

"Es ist - so fürchterlich, und ich, ich konnt' es gar nicht glauben. Ich hab' geweint Tag und Nacht und mich vor den Leuten versteckt, als ob ich's selbst gewesen wär'."

"Es ist so fürchterlich, und ich, ich konnte es gar nicht glauben. Ich habe geweint Tag und Nacht und mich vor den Leuten versteckt, als ob ich's selbst gewesen sei."

Er ließ erschrocken seinen Arm von ihr gleiten, denn ihm ahnte, was ihr das Sprechen so schwer machte.

Er ließ erschrocken seinen Arm von ihr gleiten, denn ihm ahnte, was ihr das Sprechen so schwer machte.

Er ließ erschrocken seinen Arm von ihr gleiten, denn ihm ahnte, was ihr das Sprechen so schwer machte.

"Sag's net, Emma, sag's net; ich werd's auch so erfahren!"

"Sag's nicht, Emma, sag's nicht; ich werd's auch so erfahren!"

"Sag's nicht, Emma, sag's nicht; ich werd's auch so erfahren!" rief er aus.

"Siehst Du," jammerte sie, als sie sich von ihm losgelassen fühlte, "daß Du nun gleich auch nix mehr von mir wissen magst! Und ich kann doch net dafür!" Sie verbarg ihr Gesicht in die Schürze und wendete sich von ihm ab.

"Siehst Du," jammerte sie, als sie sich von ihm losgelassen fühlte, "daß Du nun gleich auch nix mehr von mir wissen magst! Und ich kann doch nicht dafür!" Sie verbarg ihr Gesicht in die Schürze und wendete sich von ihm ab.

"Siehst Du," jammerte sie, als sie sich von ihm losgelassen fühlte, "daß du nun gleich auch nichts mehr von mir wissen magst! Und ich kann doch nichts dafür!"

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Sie verbarg ihr Gesicht in die Schürze und wendete sich von ihm ab.

"Emma, bleib da. So hab' ich's net gemeint! Es ist ja nur der Schreck gewesen, nix Anderes! Komm' her und sei ruhig; Du weißt doch, daß ich Dich lieb hab' und niemals von Dir lassen werd'!"

"Emma, bleib da. So hab' ich's nicht gemeint! Es ist ja nur der Schreck gewesen, nix Anderes! Komm' her und sei ruhig; Du weißt doch, daß ich Dich lieb hab' und niemals von Dir lassen werd'!"

"Emma, bleib da," bat er. "So habe ich's nicht gemeint! Es ist ja nur der Schreck gewesen, nichts anderes! Komm her, und sei ruhig; Du weißt doch, daß ich Dich lieb habe und niemals von Dir lassen werde!"

Er nahm sie wieder an sich und zog ihr die Hände vom Gesicht. Erst jetzt bemerkte er, wie blaß und leidend dasselbe geworden war, und mit inniger Theilnahme küßte er ihr die Thränen aus den Augen.

Er zog sie wieder an sich und nahm ihr die Hände vom Gesicht. Erst jetzt bemerkte er, wie blaß und leidend dasselbe geworden war, und mit inniger Theilnahme küßte er ihr die Thränen aus den Augen.

Er nahm sie wieder an sich und zog ihr die Hände vom Gesicht. Erst jetzt bemerkte er, wie blaß und leidend dasselbe geworden war, und mit inniger Teilnahme küßte er ihr die Tränen aus den Augen.

"Auch net, wenn - wenn der Vater in - in das Zuchthaus muß ?" forschte sie stockend.

"Auch nicht, wenn - wenn der Vater in - in das Zuchthaus muß ?" forschte sie stockend.

"Auch nicht, wenn - wenn der Vater in - in das Zuchthaus muß ?" forschte sie stockend.


"Auch dann net; das darfst Du sicher glauben! Aber vielleicht kommt's net so weit. Wissen's denn die Leut' und auch schon die auf dem Gericht'!"

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"Auch dann nicht; das darfst Du sicher glauben! Aber vielleicht kommt's nicht so weit. Wissen's denn die Leut' und auch schon die auf dem Gericht!"


"Auch dann nicht; das darfst Du sicher glauben! Aber vielleicht kommt's nicht so weit. Wissen's denn die Leute und auch schon die auf dem Gerichte ?"

"Ja, der Vater hat sich doch selbst angezeigt! O, Wilhelm, diese Zeit werd' ich nimmer vergessen! Das kam Alles Schlag auf Schlag: erst das Unglück mit dem Klotz,
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nachher die Anzeige wegen dem Mordloch, dann nahm uns der Agent die Ernt', und das Vieh mußte deshalb aus dem Stall; nun ist der ganze Hof verloren, und wer weiß, was Alles noch weiter folgen kann!"

"Ja, der Vater hat sich doch selbst angezeigt! O, Wilhelm, diese Zeit werd' ich nimmer vergessen! Das kam Alles Schlag auf Schlag: erst das Unglück mit dem Klotz, nachher die Anzeige wegen dem Mordloch, dann nahm uns der Agent die Ernt', und das Vieh mußte deshalb aus dem Stall; nun ist der ganze Hof verloren, und wer weiß, was Alles noch weiter folgen kann!"

"Ja, der Vater hat sich doch selbst angezeigt! O, Wilhelm, diese Zeit werd' ich nimmer vergessen! Das kam alles Schlag auf Schlag: erst das Unglück mit dem Klotz, nachher die Anzeige wegen des Mordlochs; dann nahm uns der Agent die Ernte, und das Vieh mußte deshalb aus dem Stall; nun ist der ganze Hof verloren, und wer weiß, was alles noch weiter folgen kann!"

"Daß es so schlimm steht, hab' ich mir net gedacht! Ich bin damals gleich wieder fort, und von den Eltern hab' ich keinen Brief erhalten. Aber sei doch ruhig; der liebe Gott wird schon helfen, daß es besser geht, als wir jetzt denken. Komm', nimm den Korb, wir wollen nach Hause gehen!"

"Daß es so schlimm steht, hab' ich mir nicht gedacht! Ich bin damals gleich wieder fort, und von den Eltern hab' ich keinen Brief erhalten. Aber sei doch ruhig; der liebe Gott wird schon helfen, daß es besser geht, als wir jetzt denken. Komm', nimm den Korb, wir wollen nach Hause gehen!"

"Daß es so schlimm steht, habe ich mir nicht gedacht! Ich bin damals gleich wieder fort, und von den Eltern habe ich keinen Brief erhalten. Aber sei doch ruhig; der liebe Gott wird schon helfen, daß es besser geht, als wir jetzt denken. Komm, nimm den Korb; wir wollen nach Hause gehen!"

Er half ihr die Last aufnehmen, und dann schritten sie langsam dem Dorfe zu.

"Ich bin später eingetroffen, als ich eigentlich wollt'," begann er, um ihren Gedanken eine andere Richtung zu geben; "aber ich war erst drüben im Bad, weil ich den König gern sehen wollt'."

Er half ihr die Last aufnehmen, und dann schritten sie langsam dem Dorfe zu.

"Ich bin später eingetroffen, als ich eigentlich wollt'," begann er, um ihren Gedanken eine andere Richtung zu geben; "aber ich war drüben im Bad, weil ich den König gern sehen wollt'."

Er half ihr die Last aufnehmen, und dann schritten sie langsam dem Dorfe zu.

"Ich bin später eingetroffen, als ich eigentlich wollte," begann er, um ihren Gedanken eine andere

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Richtung zu geben; "aber ich war drüben im Bad, weil ich den König gern sehen wollte."

"Ist er da ?"

"Ja. Die Königin gebraucht die Kur, das hast Du wohl auch schon gehört, und heut' hat er sie besucht, um einige Tage bei ihr zu bleiben. Der Ort war voller Menschen, die von allen Seiten herbeigekommen sind, grad' wie zum Jahrmarkt, und die Herrschaften sind Arm in Arm durch das Volk gegangen und haben im ganzen Gesicht gelacht vor Freud', als die Hüt' und Mütz'n ringsum in die Höhe geflogen sind und Alles 'Vivat hoch!' gerufen hat."

"Ist er da ?"

"Ja. Die Königin gebraucht die Kur, das hast Du wohl auch schon gehört, und heut' hat er sie besucht, um einige Tage bei ihr zu bleiben. Der Ort war voller Menschen, die von allen Seiten herangekommen sind, grad' wie zum Jahrmarkt, und die Herrschaften sind Arm in Arm durch das Volk gegangen und haben im ganzen Gesichte gelacht vor Freud', als die Hüt' und Mütz'n ringsum in die Höhe geflogen sind und Alles 'Vivat hoch!' gerufen hat."

"Ist er da ?"

"Ja. Die Königin gebraucht die Kur; das hast du wohl auch schon gehört, und heute hat er sie besucht, um einige Tage bei ihr zu bleiben. Der Ort war voller Menschen, die von allen Seiten herangekommen sind, grad wie zum Jahrmarkt, und die Herrschaften sind Arm in Arm durch das Volk gegangen und haben im ganzen Gesicht gelacht vor Freude, als die Hüte und Mützen ringsum in die Höhe geflogen sind und alles 'Vivat hoch!' gerufen hat."

Er erzählt weiter und es gelang ihm, sie in eine weniger traurige Stimmung zu versetzen. Bei dem Dukatenhofe angekommen, hemmten sie ihre Schritte.

Er erzählt weiter und es gelang ihm, sie in eine weniger traurige Stimmung zu versetzen. Bei dem Dukatenhofe angekommen, hemmten sie ihre Schritte.

Er erzählt weiter und es gelang ihm, sie in eine weniger traurige Stimmung zu versetzen. Bei dem Dukatenhofe angekommen, hemmten sie ihre Schritte.

"Wie lange bleibst Du jetzt da ?" erkundigte sich Emma.

"Wie lange bleibst Du jetzt da ?" erkundigte sich Emma.

"Wie lange bleibst du jetzt da ?" erkundigte sich Emma.

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"Für stets."


"Für stets."


"Für stets."

"Ist's wahr ?" rief sie erfreut. "Gehst net wieder fort ?"

"Ist's wahr ?" rief sie erfreut. "Gehst nicht wieder fort ?"

"Ist's wahr ?" rief sie erfreut. "Gehst nicht wieder fort ?"

"Wenn Du mich net fortschickst, nein! Meine Zeit ist um und ich mag net weiter dienen. Zwar hat es mir ganz gut gefallen und ich bin auch vorgerückt; darum haben sie mir viel zugesprochen, daß ich bleiben soll, aber die Emma ist mir lieber als die Muskete, und die Eltern brauchen mich auch nothwendiger als der König. Ich könnt' wohl 'mal 'ne gute Versorgung haben, doch das liegt noch weit im Feld', und hier wird sich wohl auch 'was für mich finden. Wenn Du in Noth und Sorgen bist, so mag ich net fort sein, sondern will bei Dir bleiben!"

"Wenn Du mich nicht fortschickst, nein! Meine Zeit ist um und ich mag nicht weiter dienen. Zwar hat es mir ganz gut gefallen und ich bin auch vorgerückt; darum haben sie mir viel zugesprochen, daß ich bleiben soll, aber die Emma ist mir lieber als die Muskete, und die Eltern brauchen mich auch nothwendiger als der König. Ich könnt' wohl 'mal 'ne gute Versorgung haben, doch das liegt noch weit im Feld', und hier wird sich wohl auch 'was für mich finden. Wenn Du in Noth und Sorgen bist, so mag ich net fort sein, sondern will bei Dir bleiben!"

"Wenn Du mich nicht fortschickst, nein! Meine Zeit ist um, und ich mag nicht weiter dienen. Zwar hat es mir ganz gut gefallen und ich bin auch vorgerückt; darum haben sie mir viel zugesprochen, daß ich bleiben soll; aber die Eltern brauchen mich auch notwendiger als der König. Ich könnte wohl mal eine gute Versorgung haben, doch das liegt noch weit im Felde, und hier wird sich wohl auch was für mich finden. Wenn du in Noth und Sorgen bist, so mag ich net fort sein, sondern will bei dir bleiben!"

"Dir kann's ja nimmer fehlen! Du bist ein tüchtiger Bauer, das ist besser als Soldat, und dann hast Du ja auch den Antheil von den Packeten, die Du damals den Paschern abgenommen hast. Das ist ein schönes Stückchen Geld, denn der Köpfle-Franz hat seinen Part net annehmen wollen und Dir überlassen, net wahr ?"

"Dir kann's ja nimmer fehlen! Du bist ein tüchtiger Bauer, das ist besser als Soldat, und dann hast Du ja auch den Antheil von den Packeten, die Du damals den Paschern abgenommen hast. Das ist ein schönes Stückchen Geld, denn der Köpfle-Franz hat seinen Part nicht annehmen wollen und Dir überlassen, nicht wahr ?"

"Dir kann's ja nimmer fehlen! Du bist ein tüchtiger Bauer; das ist besser als Soldat, und dann hast du ja auch den Anteil von den Paketen, die du damals
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den Paschern abgenommen hast. Das ist ein schönes Stückchen Geld, denn der Köpfle-Franz hat seinen Pack nicht annehmen wollen und dir überlassen, nicht wahr ?"

"So ist's. Aber es geht mir auch wie ihm: ich mag's net haben. Zwar ist's kein Sündengeld, aber es brennt mir in die Hand und wird nie Segen bringen. Der, dem's gehört, soll's wieder haben!"

"So ist's. Aber es geht mir auch wie ihm: ich mag's nicht haben. Zwar ist's kein Sündengeld, aber es brennt mir in die Hand und wird nie Segen bringen. Der, dem's gehört, soll's wieder haben!"

"So ist's. Aber es geht mir auch wie ihm: ich mag's nicht haben. Zwar ist's kein Sündengeld, aber es brennt mir in der Hand und wird nie Segen bringen. Der, dem's gehört, soll's wieder haben!"

"Kennst Du ihn denn ?"

"Ich werd' ihn schon erfahren. Und nachher ist - -"

"Kennst Du ihn denn ?"

"Ich werd' ihn schon erfahren. Und nachher ist - -"

"Kennst Du ihn denn ?"

"Ich werd' es schon erfahren. Und nachher ist - -"

"Geh' fort!" unterbrach sie ihn. "Der Vater! Mach schnell," fügte sie ängstlich hinzu, "sonst sieht er Dich!"

"Geh' fort!" unterbrach sie ihn. "Der Vater! Mach schnell," fügte sie ängstlich hinzu, "sonst sieht er Dich!"

"Geh' fort!" unterbrach sie ihn. "Der Vater! Mach schnell," fügte sie ängstlich hinzu, "sonst sieht er Dich!"

Er drehte sich ruhig und ohne ein Zeichen des Schreckens nach dem Eingange um. Dort erschien ein Mann, dem,
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ganz wie dem Köpfle-Franz, die Beine fehlten, und welcher auch wie dieser den Oberkörper in einen Rollkasten geschnallt hatte. Der schwarze, dichte Bart war lange Zeit nicht verschnitten worden, hing ihm fast bis auf die Brust herab und bildete einen höchst auffallenden Kontrast zu dem schneeweißen Kopfhaare, welches sich lang und glatt über den bleichen, hohläugigen Schädel legte. Es war der Dukatengraf; eine einzige Nacht hatte sein Haar erbleicht, eine einzige Nacht hatte ihn aus der Höhe, in der er sich wähnte, in die Tiefe gerissen. Sein Auge hatte die Gruppe erfaßt.

Er drehte sich ruhig und ohne ein Zeichen des Schreckens nach dem Eingange um. Dort erschien ein Mann, dem, ganz wie dem Köpfle-Franz, die Beine fehlten, und welcher auch wie dieser den Oberkörper in einen Rollkasten geschnallt hatte. Der schwarze, dichte Bart war lange Zeit nicht verschnitten worden, hing ihm fast bis auf die Brust herab und bildete einen höchst auffallenden Kontrast zu dem schneeweißen Kopfhaare, welches sich lang und glatt über den bleichen, hohläugigen Schädel legte. Es war der Dukatengraf; eine einzige Nacht hatte sein Haar gebleicht, eine einzige Nacht hatte ihn aus der Höhe, in der er sich wähnte, in die Tiefe gerissen. Sein Auge hatte die Gruppe erfaßt.

Wilhelm drehte sich ruhig und ohne ein Zeichen des Schreckens nach dem Eingange um. Dort erschien ein Mann, dem ganz wie dem Köpfle-Franz die Beine fehlten, und welcher auch wie dieser den Oberkörper in einen Rollkasten geschnallt hatte. Der schwarze, dichte Bart war lange Zeit nicht verschnitten worden, hing ihm fast bis auf die Brust herab und bildete einen höchst auffallenden Kontrast zu dem schneeweißen Kopfhaare, welches sich lang und glatt über den bleichen, hohläugigen Schädel legte. Es war der Dukatengraf; eine einzige Nacht hatte sein Haar gebleicht; eine einzige Nacht hatte ihn aus der Höhe, in der er sich wähnte, in die Tiefe gerissen. Sein Auge hatte die Gruppe erfaßt.

"Bleib' steh'n, Wilhelm, brauchst Dich net zu fürcht'n, denn ich kann Dir nix mehr anhab'n!"

"Bleib' steh'n, Wilhelm, brauchst Dich nicht zu fürcht'n, denn ich kann Dir nix mehr anhab'n!"

"Bleib' stehen, Wilhelm, brauchst dich nicht zu fürchten, denn ich kann dir nichts mehr anhaben!"

Er schob sich mit den beiden Hölzern, welche er, gerade wie der Köpfle-Franz, in den Händen hielt, herbei und wandte sich an Emma:

Er schob sich mit den beiden Hölzern, welche er, gerade wie der Köpfle-Franz, in den Händen hielt, herbei und wandte sich an Emma:

Er schob sich mit den beiden Hölzern, welche er,
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gerade wie der Köpfle-Franz, in den Händen hielt, herbei und wandte sich an Emma:

"Ich werd jetzt meine erste Ausfuhr machen, net mit der Staatskaross' und net mit dem Braunen, den mir der Baron abgenommen hat, sondern hier auf dem Bußwagen, den ich mir wohl erworben hab'. Laß die Thür offen; ich werd' erst spät wieder zu Haus sein!"

"Ich werd' jetzt meine erste Ausfuhr machen, nicht mit der Staatskaross' und nicht mit dem Braunen, den mir der Baron abgenommen hat, sondern hier auf dem Bußwagen, den ich mir wohl erworben hab'. Laß die Thür offen; ich werd' erst spät wieder zu Haus sein!"

"Ich werde jetzt meine erste Ausfuhr machen, nicht mit der Staatskarosse und nicht mit dem Braunen, den mir der Baron abgenommen hat, sondern hier auf dem Bußwagen, den ich mir wohl erworben habe. Laß die Tür offen; ich werde erst spät wieder zu Haus sein!"

Dann legte er das Holz auf die Erde und hielt dem jungen Manne die Rechte entgegen:

Dann legte er das Holz auf die Erde und hielt dem jungen Manne die Rechte entgegen:

Dann legte er das Holz auf die Erde und hielt dem jungen Manne die Rechte entgegen:

"Wilhelm, Du hast 'mal zu mir gesagt, daß die Ohrfeig', die ich Dir gegeben hab', mit auf die Rechnung kommen soll. Sie hat net d'rauf gestanden, sie konnt' net d'rauf steh'n, und darum hast hier meine Backe oder meine Hand. Schlag zu, oder, wenn Du mir verzeihen willst, so reich' mir Deine Hand."

"Wilhelm, Du hast 'mal zu mir gesagt, daß die Ohrfeig', die ich Dir gegeben hab', mit auf die Rechnung kommen soll. Sie hat nicht d'rauf gestanden, sie konnt' nicht d'rauf steh'n, und darum hast hier meine Backe oder meine Hand. Schlag zu, oder, wenn Du mir verzeihen willst, so reich' mir Deine Hand."

"Wilhelm, du hast mal zu mir gesagt, daß die Ohrfeige, die ich dir gegeben habe, mit auf die Rechnung kommen soll. Sie hat nicht drauf gestanden; sie konnte nicht drauf steh'n, und darum hast hier meine Backe oder meine Hand. Schlag zu, oder, wenn du mir verzeihen willst, so reiche mir deine Hand."

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Der Angeredete war so erschüttert von dem Anblicke des einst so stolzen und der Demuth des einst so selbstgerechten Mannes, daß er kaum zu reden vermochte. Er gab ihm beide Hände.


Der Angeredete war so erschüttert von dem Anblicke des einst so stolzen und der Demuth des einst so selbstgerechten Mannes, daß er kaum zu reden vermochte. Er gab ihm beide Hände.


Der Angeredete war so erschüttert von der Demut des einst so stolzen und selbstbewußten Mannes, daß er kaum zu reden vermochte. Er gab ihm beide Hände und antwortete:

"Herr Graf, ich hab' Ihnen ja längst verzieh'n; Gott gebe, daß ich es Ihnen beweis'n kann!"

"Herr Graf, ich hab' Ihnen ja längst verzieh'n; Gott gebe, daß ich es Ihnen beweis'n kann!"

"Herr Graf, ich hab' Ihnen ja längst verzieh'n; Gott gebe, daß ich es Ihnen beweis'n kann!"

"Das kannst Du, Wilhelm. Sei gut gegen die Emma und verlaß sie net, wenn ich fort sein werd'! Sie ist besser als ihr Vater, tausendmal besser, und Ihr werdet glücklich mit 'nander sein. Jetzt aber muß ich fort. Geht nur immer hinein in die Stub', und Du, Wilhelm, grüß' mir auch Deine Mutter, die Marie; ich bin net werth, daß solch' Gesind' in meinem Haus gewesen ist!"

"Das kannst Du, Wilhelm. Sei gut gegen die Emma und verlaß sie nicht, wenn ich fort sein werd'! Sie ist besser als ihr Vater, tausendmal besser, und Ihr werdet glücklich mit 'nander sein. Jetzt aber muß ich fort. Geht nur immer hinein in die Stub', und Du, Wilhelm, grüß' mir auch Deine Mutter, die Marie; ich bin nicht werth, daß solch' Gesind' in meinem Haus gewesen ist!"

"Das kannst du, Wilhelm. Sei gut gegen die Emma und verlaß sie nicht, wenn ich fort sein werde! Sie ist besser als ihr Vater, tausendmal besser, und Ihr werdet glücklich miteinander sein. Jetzt aber muß ich fort. Geht nur immer hinein in die Stube, und du, Wilhelm, grüße mir auch deine Mutter, die Marie; ich bin nicht wert, daß solch Gesinde in meinem Haus gewesen ist!"

Vier Augen blickten ihm nach, als er sich jetzt mühsam und unbeholfen entfernte, aber die Thränen, welche sie füllten, ließen seine Gestalt in's Undeutliche fließen. Emma schluchzte laut und krampfhaft, und Wilhelm hatte sich an den Zaun gelegt, als müsse er gegen die auf ihn einstürmenden Gefühle eine feste Stütze suchen.

Vier Augen blickten ihm nach, als er sich jetzt mühsam und unbeholfen entfernte, aber die Thränen, welche sie füllten, ließen seine Gestalt in's Undeutliche fließen. Emma schluchzte laut und krampfhaft, und Wilhelm hatte sich an den Zaun gelegt, als müsse er gegen die auf ihn einstürmenden Gefühle eine feste Stütze suchen.

Vier Augen blickten ihm nach, als er sich nun mühsam und unbeholfen entfernte, aber die Tränen, welche sie füllten, ließen seine Gestalt ins undeutliche
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fließen. Emma schluchzte laut und krampfhaft, und Wilhelm hatte sich an den Zaun gelehnt, als müsse er gegen die auf ihn einstürmenden Gefühle eine feste Stütze suchen.

Graf schob sich das Dorf hinauf. Auf beiden Seiten der Straße eilte der Ruf von Haus zu Haus: "Der Dukatenbauer kommt; paßt auf! Wo wird er hinfahren ?" Er nickte, still grüßend, nach rechts und links und verfolgte unbekümmert um die ihm in einiger Entfernung nachkommenden Neugierigen seinen Weg bis an das Haus des Köpfle-Franz.

Graf schob sich das Dorf hinauf. Auf beiden Seiten der Straße eilte der Ruf von Haus zu Haus: "Der Dukatenbauer kommt; paßt auf! Wo wird er hinfahren ?" Er nickte, still grüßend, nach rechts und links und verfolgte unbekümmert um die ihm in einiger Entfernung nachkommenden Neugierigen seinen Weg bis an das Haus des Köpfle-Franz.

Graf schob sich das Dorf hinauf. Auf beiden Seiten der Straße eilte der Ruf von Haus zu Haus: "Der Dukatenbauer kommt; paßt auf! Wo wird er hinfahren ?" Er nickte, still grüßend nach rechts und links und verfolgte unbekümmert um die ihm in einiger Entfernung nachkommenden Neugierigen seinen Weg bis an das Haus des Köpfle-Franz.

Thüre und Läden waren geschlossen. Er klopfte an.

"Wer ist drauß'n ?" frug der Besitzer des Häuschens von innen.

Thüre und Läden waren geschlossen. Er klopfte an.

"Wer ist drauß'n ?" frug der Besitzer des Häuschens von innen.

Tür und Läden waren geschlossen. Er klopfte an.

"Wer ist draußen ?" fragte der Besitzer des Häuschens von innen.

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"Mach' auf, Franz; ich bin's, der Heinrich!"


"Mach' auf, Franz; ich bin's, der Heinrich!"


"Mach' auf, Franz; ich bin's, der Heinrich!"

"Welcher Heinrich ?"

"Nun, der - der - der vom Dukat'nhof."

"Welcher Heinrich ?"

"Nun, der - der - der vom Dukat'nhof."

"Welcher Heinrich ?"

"Nun, der - der - der vom Dukatenhof."

"Bleib' draußen! Bei mir darf Niemand ein, und Du erst gleich gar net!"

"Bleib' draußen! Bei mir darf Niemand ein, und Du erst gleich gar nicht!"

"Bleib' draußen! Bei mir darf niemand herein, und du erst gleich gar nicht!"

"Mach' nur immer auf. Ich hab' Dir 'was zu sagen!"

"Mach' nur immer auf. Ich hab' Dir 'was zu sagen!"

"Mache nur auf. Ich habe dir etwas zu sagen!"

"Sag's Anderen! Von Dir mag ich gar nix hören!"

"Du wirst's schon hören woll'n; es ist 'was von der Anna."

Sag's Anderen! Von Dir mag ich gar nix hören!"

"Du wirst's schon hören woll'n; es ist 'was von der Anna."

Sag's anderen! Von dir mag ich nichts hören!"

"Du wirst's schon hören wollen; es ist etwas von der Anna."

"Von der Anna ? Was denn ?"

"Laß mich nur erst ein, dann werd' ich Dir es sagen."

"Von der Anna ? Was denn ?"

"Laß mich nur erst ein, dann werd' ich Dir es sagen."

"Von der Anna ? Was denn ?"

"Laß mich nur erst ein, dann werd' ich es dir sagen."

"Geh' fort! Von Dir mag ich nix wissen, auch über die Anna net."

"Geh' fort! Von Dir mag ich nix wissen, auch über die Anna nicht."

"Geh' fort! Von Dir mag ich nichts wissen, auch über die Anna nicht."

"Es sind zwei Brief' von ihr, die ich Dir bring'!"

"Es sind zwei Brief' von ihr, die ich Dir bring'!"

"Es sind zwei Briefe von ihr, die ich dir bringe!"

"Zwei Brief' ? Wer hat sie geschrieben ?"

"Sie selber. Bitt' schön, laß mich ein!"

"Zwei Brief' ? Wer hat sie geschrieben ?"

"Sie selber. Bitt' schön, laß mich ein!"

"Zwei Briefe ? Wer hat sie geschrieben ?"

"Sie selber. Bitte schön, laß mich ein!"

"So komm'!"

Die Thüre wurde geöffnet. Im Flur war es dunkel, aber in der Stube brannten die beiden Kerzen zu Seiten des Tisches und ihr Schein fiel verklärend über das aufgeschlagene Bild der Verstorbenen.

"So komm'!"

Die Thüre wurde geöffnet. Im Flur war es dunkel, aber in der Stube brannten die beiden Kerzen zu Seiten des Tisches und ihr Schein fiel verklärend über das aufgeschlagene Bild der Verstorbenen.

"So komm'!"

Die Tür wurde geöffnet. Im Flur war es

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dunkel, aber in der Stube brannten die beiden Kerzen zu Seiten des Tisches, und ihr Schein fiel verklärend über das aufgeschlagene Bild der Verstorbenen.

Es war ein wichtiger, ein großer, ein entscheidender Augenblick für die beiden Männer, welche sich jetzt in dem ärmlichen Raume gegenüber standen oder vielmehr gegenüber kauerten. Die Augen des Köpfle-Franz funkelten glühend und voll unsagbaren Hasses auf den Zerstörer seines Lebensglückes, und es zuckte über seine Gestalt, als müsse er sich beherrschen, um nicht über ihn herzufallen. Aber je
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länger er ihn betrachtete, desto mehr verschwand der drohende Ausdruck seines Gesichtes, die Hände entballten sich und in ruhigerem Tone erklang es:

Es war ein wichtiger, ein großer, ein entscheidender Augenblick für die beiden Männer, welche sich jetzt in dem ärmlichen Raume gegenüber standen oder vielmehr gegenüber kauerten. Die Augen des Köpfle-Franz funkelten glühend und voll unsagbaren Hasses auf den Zerstörer seines Lebensglückes, und es zuckte über seine Gestalt, als müsse er sich beherrschen, um nicht über ihn herzufallen. Aber je länger er ihn betrachtete, desto mehr verschwand der drohende Ausdruck seines Gesichtes, die Hände entballten sich und in ruhigerem Tone erklang es:

Es war ein wichtiger, ein großer, ein entscheidender Augenblick für die beiden Männer, welche sich jetzt in dem ärmlichen Raume gegenüber standen oder vielmehr gegenüber kauerten. Die Augen des Köpfle-Franz funkelten glühend und voll unsagbaren Hasses auf den Zerstörer seines Lebensglückes, und es zuckte über seine Gestalt, als müsse er sich beherrschen, um nicht über ihn herzufallen. Aber je länger er ihn betrachtete, desto mehr verschwand der drohende Ausdruck seines Gesichtes, die Hände entballten sich und in ruhigerem Tone erklang es:

"Komm' näher; hast nix zu fürcht'n!"

Graf's Auge fiel auf das Bild.

"Darf ich hin ?"

"Ja; aber net angreifen!"

"Komm' näher; hast nix zu fürcht'n!"

Graf's Auge fiel auf das Bild.

"Darf ich hin ?"

"Ja; aber nicht angreifen!"

"Komm' näher; hast nichts zu fürchten!"

Grafs Auge fiel auf das Bild.

"Darf ich hin ?" fragte er.

"Ja; aber nicht angreifen!"

Er schob sich an den Tisch; aber nicht lange hatte sein Blick auf den bekannten schönen Zügen geruht, so wandte er das Angesicht zur Seite und ließ den Kopf zur Erde sinken. Franz näherte sich ihm.

Er schob sich an den Tisch; aber nicht lange hatte sein Blick auf den bekannten schönen Zügen geruht, so wandte er das Angesicht zur Seite und ließ den Kopf zur Erde sinken. Franz näherte sich ihm.

Er schob sich an den Tisch; aber nicht lange hatte sein Blick auf den bekannten Zügen geruht, so wandte er das Angesicht zur Seite und ließ den Kopf zur Erde sinken. Franz näherte sich ihm.

"Hast Du sie denn auch lieb gehabt ?"

"Lieb gehabt ?" frug Graf erstaunt. "Nein, net lieb gehabt hab' ich sie, sondern wahnsinnig in sie bin ich gewesen, sonst wäre ich doch net das, was aus mir geworden ist! Aber sie hat mich net leiden mögen all' ihr Lebelang, und da bin ich immer mehr auf die schlechte Seit' gefallen, das Herz ist mir versteint und ich hab' nur Gefallen gefunden an dem, was and're Leut' verdrossen und geärgert hat."

"Hast Du sie denn auch lieb gehabt ?"

"Lieb gehabt ?" frug Graf erstaunt. "Nein, nicht lieb gehabt hab' ich sie, sondern wahnsinnig in sie bin ich gewesen, sonst wäre ich doch nicht das, was aus mir geworden ist! Aber sie hat mich nicht leiden mögen all' ihr Lebelang, und da bin ich immer mehr auf die schlechte Seit' gefallen, das Herz ist mir versteint und ich hab' nur Gefallen gefunden an dem, was and're Leut' verdrossen und geärgert hat."

"Hast du sie denn lieb gehabt ?"

"Lieb gehabt ?" fragte Graf erstaunt. "Nein, nicht lieb gehabt habe ich sie, sondern wahnsinnig bin ich vor Liebe gewesen, sonst wäre ich doch nicht das, was aus mir geworden ist! Aber sie hat mich nicht leiden mögen all ihr Lebenlang, und da bin ich immer mehr auf die schlechte Seite gefallen; das Herz ist mir versteint, und ich habe nur Gefallen gefunden an dem, was andere Leute verdrossen und geärgert hat."

"Sie hat Dich net leiden mög'n ?" ertönte es hastig und mit zitternder Stimme.

"Sie hat Dich nicht leiden mög'n ?" ertönte es hastig und mit zitternder Stimme.

"Sie hat Dich nicht leiden mögen ?" ertönte es hastig und mit zitternder Stimme.


"Nein, niemals, blos weil sie Dich lieb gehabt hat."


"Nein, niemals, blos weil sie Dich lieb gehabt hat."

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"Nein, niemals, bloß weil sie dich lieb hatte."

"Mich lieb gehabt ? Aber sie ist doch Deine Frau geword'n!"

"Mich lieb gehabt ? Aber sie ist doch Deine Frau geword'n!"

"Mich lieb gehabt ? Aber sie ist doch deine Frau geworden!"

"Weil sie gemußt hat. Als ihr Vater todt war, hat ihr die Mutter in den Ohren gelegen, weil der es um die Versorgung zu thun gewes'n ist. Und ich, ich hab' Alles hervorgesucht, um ihren Willen zu brechen. Ich hab' ge-
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sagt, daß ich im Mordloch gewesen bin und gesehen hab', daß Du ihren Vater wirklich erschossen hast, und daß ich gegen Dich zeugen und schwören wolle, wenn sie net meine Frau werd'. Das hat geholfen. Um Dich zu retten hat sie endlich 'Ja' gesagt."

"Weil sie gemußt hat. Als ihr Vater todt war, hat ihr die Mutter in den Ohren gelegen, weil der es um die Versorgung zu thun gewes'n ist. Und ich, ich hab' Alles hervorgesucht, um ihren Willen zu brechen. Ich hab' gesagt, daß ich im Mordloch gewesen bin und gesehen hab', daß Du ihren Vater wirklich erschossen hast, und daß ich gegen Dich zeugen und schwören wolle, wenn sie nicht meine Frau werd'. Das hat geholfen. Um Dich zu retten, hat sie endlich 'Ja' gesagt."

"Weil sie gemußt hat. Als ihr Vater tot war, hat ihr die Mutter in den Ohren gelegen, weil der es um die Versorgung zu tun gewesen ist. Und ich, ich habe alles hervorgesucht, um ihren Willen zu brechen. Ich habe gesagt, daß ich im Mordloch gewesen bin und gesehen habe, daß du ihren Vater wirklich erschossen hast, und daß ich gegen dich zeugen und schwören wolle, wenn sie nicht meine Frau werde. Das hat geholfen. Um dich zu retten, hat sie endlich 'Ja' gesagt."

"Um mich zu retten!" jauchzte Franz. Seine Liebe hatte im Laufe der Jahre eine vollständig ideale Richtung genommen; er dachte nicht an die bodenlose Schlechtigkeit, welche in dem Verhalten Heinrichs gelegen, dachte nicht daran, daß gerade dieser Beweis von Liebe ihn um ihren Besitz gebracht hatte, sondern er fühlte nur die furchtbare Last von sich genommen, welche der Gedanke, daß ihr Herz dem Dukatengrafen gehöre, auf ihn geworfen hatte. Unter ihrem Drucke hatte er mehr gelitten als unter der äußeren Verstümmelung, sie hatte auch die Kräfte seines Geistes gebrochen und ihn zu dem "Verrückten" gemacht, der von den Unverständigen verspottet und von den Einsichtsvollen bemitleidet wurde.

"Um mich zu retten!" jauchzte Franz. Seine Liebe hatte im Laufe der Jahre eine vollständig ideale Richtung genommen; er dachte nicht an die bodenlose Schlechtigkeit, welche in dem Verhalten Heinrichs gelegen, dachte nicht daran, daß gerade dieser Beweis von Liebe ihn um ihren Besitz gebracht hatte, sondern er fühlte nur die furchtbare Last von sich genommen, welche der Gedanke, daß ihr Herz dem Dukatengrafen gehöre, auf ihn geworfen hatte. Unter ihrem Drucke hatte er mehr gelitten als unter der äußeren Verstümmelung, sie hatte auch die Kräfte seines Geistes gebrochen und ihn zu dem "Verrückten" gemacht, der von den Unverständigen verspottet und von den Einsichtsvollen bemitleidet wurde.

"Um mich zu retten!" jauchzte Franz. Seine Liebe hatte im Laufe der Jahre eine vollständig ideale Richtung genommen; er dachte nicht an die bodenlose Schlechtigkeit, welche in dem Verhalten Heinrichs gelegen, dachte nicht daran, daß gerade dieser Beweis von Liebe ihn um ihren Besitz gebracht hatte, sondern er fühlte die furchtbare Last von sich genommen, welche der Gedanke, daß ihr Herz dem Dukatengrafen gehöre, auf ihn geworfen hatte. Unter ihrem Drucke hatte er mehr gelitten als unter der äußeren Verstümmelung, sie hatte auch die Kräfte seines Geistes gebrochen und ihn zu dem "Verrückten" gemacht, der von den Unverständigen verspottet und von den Einsichtsvollen bemitleidet wurde.

"Ja, nur um Deinetwillen. Sie hat mir das auch nie verschweigen mögen. Wenn Du unter den Bäumen gelegen bist, so hat sie im Garten gestanden und geweint und nach Dir hingeblickt, und wenn Du auf Reisen gewesen bist, so ist sie an Dein Haus gegangen und hat stundenlang vor Deiner Thür' gesessen. Ich hab's net leiden wollen, aber sie ist mir immer wieder entschlüpft, und da ihr euch dabei doch nie getroffen und gesprochen habt, so bin ich endlich auch darüber still geworden."

"Ja, nur um Deinetwillen. Sie hat mir das auch nie verschweigen mögen. Wenn Du unter den Bäumen gelegen bist, so hat sie im Garten gestanden und geweint und nach Dir hingeblickt, und wenn Du auf Reisen gewesen bist, so ist sie an Dein Haus gegangen und hat Stunden lang vor Deiner Thür' gesessen. Ich hab's nicht leiden wollen, aber sie ist mir immer wieder entschlüpft, und da ihr euch dabei doch nie getroffen und gesprochen habt, so bin ich endlich auch darüber still geworden."

"Ja, nur um deinetwillen. Sie hat mir das auch nie verschweigen mögen. Wenn du unter den Bäumen gelegen bist, so hat sie im Garten gestanden und geweint und nach dir hingeblickt, und wenn du auf Reisen gewesen bist, so ist sie an dein Haus gegangen und hat stundenlang vor deiner Tür gesessen.
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Ich hab's nicht leiden wollen, aber sie ist mir immer wieder entschlüpft, und da ihr euch dabei doch nie getroffen und gesprochen habt, so bin ich endlich auch darüber still geworden."

Franz athmete förmlich jedes dieser Worte von den Lippen des Sprechers; seine Züge wurden hell und immer
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heller und in tiefen Stößen drang der Athem aus seiner sich erleichternden Brust.

Franz athmete förmlich jedes dieser Worte
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von den Lippen des Sprechers; seine Züge wurden hell und immer heller und in tiefen Stößen drang der Athem aus seiner sich erleichternden Brust.

Franz atmete förmlich jedes dieser Worte von den Lippen des Sprechers; seine Züge wurden hell und immer heller und in tiefen Stößen drang der Atem aus seiner sich erleichternden Brust.

"Da ist sie doch immer mein geblieben und gar niemals Deine Frau gewesen!" rief er mit freudestrahlendem Angesichte.

"Da ist sie doch immer mein geblieben und gar niemals Deine Frau gewesen!" rief er mit freudestrahlendem Angesichte.

"Da ist sie doch immer mein geblieben!" rief er mit freudestrahlendem Angesichte.

"Ja. Ich hab' sie um ihr Glück betrogen und dabei ist mir Alles zum Unheil ausgefallen. Auf Dich wollt' ich schießen und ihren Vater hab' ich getroffen; nachher sollte Dich der Klotz todt machen, aber Du bist - - -"

"Ja. Ich hab' sie um ihr Glück betrogen und dabei ist mir Alles zum Unheil ausgefallen. Auf Dich wollt' ich schießen und ihren Vater hab' ich getroffen; nachher sollte Dich der Klotz todt machen, aber Du bist - - -"

"Ja. Ich habe sie um ihr Glück betrogen, und dabei ist mir alles zum Unheil ausgefallen. Auf dich wollt' ich schießen, und ihren Vater hab' ich getroffen; nachher sollte dich der Klotz todt machen, aber du bist - - -"

"Der Klotz ? Der ist net von selber auf mich gerollt ?"

"Der Klotz ? Der ist nicht von selber auf mich gerollt ?"

"Der Klotz ? Der ist nicht von selber auf mich gerollt ?"

"Nein; das muß ich Dir Alles sagen, denn deshalb bin ich ja heut' zu Dir gekommen. Ich hab' ihn fortgerollt, damit er Dich hat treffen soll'n."

"Nein; das muß ich Dir Alles sagen, denn deshalb bin ich ja heut' zu Dir gekommen. Ich hab' ihn fortgerollt, damit er Dich hat treffen soll'n."

"Nein; das muß ich dir alles sagen, denn deshalb bin ich ja heute zu dir gekommen. Ich habe ihn fortgerollt, damit er dich hat treffen sollen."

"So ist's doch wahr, was ich mir net hab' denken können, weil's gar zu grausig schlecht gewesen ist! O Du dppelter und dreifacher Mörder, Du bist doch ein wahrer Teufel in Menschengestalt und solltest grad' von unten auf gerädert werden!"

"So ist's doch wahr, was ich mir nicht hab' denken können, weil's gar zu grausig schlecht gewesen ist! O Du dppelter und dreifacher Mörder, Du bist doch ein wahrer Teufel in Menschengestalt und solltest grad' von unten auf gerädert werden!"

"So ist's doch wahr, was ich mir kaum habe denken können, weil's gar so grausig schlecht gewesen ist! O, Du dppelter und dreifacher Mörder, Du bist doch ein wahrer Teufel in Menschengestalt und solltest gerade von unten auf gerädert werden!"

"Franz, das bin ich ja auch schon! Siehst's net ? Und in meinem Alter hat das mehr zu bedeuten als damals, wo Du noch jung gewesen bist. Seit ich die Schul' verlassen hab', ist mir der Glaube an Gott abhanden gekommen, jetzt aber weiß ich, daß es wirklich die Gerechtigkeit gibt, die in der Bibel steht: 'Auge um Auge, Zahn um Zahn'. Dir hab' ich die Füß' genommen, nun sind mir die meinen auch zermalmt; und dasselbe Holz hat's gethan, was ich auf Dich gestoßen hab'! Der liebe Gott hätt' vielleicht noch Nachsicht gehabt mit mir, aber weil ich auch den Wilhelm hab' zerschmettern wollen, so - - -"

"Franz, das bin ich ja auch schon! Siehst's nicht ? Und in meinem Alter hat das mehr zu bedeuten als bei Dir damals, wo Du noch jung gewesen bist. Seit ich die Schul' verlassen hab', ist mir der Glaube an Gott abhanden gekommen, jetzt aber weiß ich, daß es wirklich die Gerechtigkeit gibt, die in der Bibel steht: 'Auge um Auge, Zahn um Zahn'. Dir hab' ich die Füß' genommen, nun sind mir die meinen auch zermalmt; und dasselbe Holz hat's gethan, was ich auf Dich gestoßen hab'! Der liebe Gott hätt' vielleicht noch Nachsicht gehabt mit mir, aber weil ich auch den Wilhelm hab' zerschmettern wollen, so - - -"

"Franz, das bin ich ja auch schon! Siehst's nicht ? Und in meinem Alter hat das mehr zu bedeuten als damals, wo du noch jung gewesen bist. Seit ich die Schule verlassen habe, ist mir der Glaube an Gott abhanden gekommen, jetzt aber weiß ich, daß es wirklich die Gerechtigkeit gibt, die in der Bibel steht: 'Auge um Auge, Zahn um Zahn'. Dir habe ich die Füße genommen, nun sind mir die meinen auch
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zermalmt; und dasselbe Holz hat's getan, was ich auf dich gestoßen habe! Der liebe Gott hätte vielleicht noch Nachsicht gehabt mit mir, aber weil ich auch den Wilhelm habe zerschmettern wollen, so - - -"

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"Auch den Wilhelm ? Geh fort, Graf, geh, ich kann's net länger hören! Ich hab' vorhin gesagt, daß Du in meiner Stub' alleweil nix zu fürchten hast, d'rum geh, mach schnell zur Thüre hinaus, daß ich mein Wort net brechen thu'!"


"Auch den Wilhelm ? Geh fort, Graf, geh, ich kann's nicht länger hören! Ich hab' vorhin gesagt, daß Du in meiner Stub' alleweil nix zu fürchten hast, d'rum geh, mach schnell zur Thüre hinaus, daß ich mein Wort nicht brechen thu'!"


"Auch den Wilhelm ? Gehe fort, Graf, gehe, ich kann's nicht länger hören! Ich habe vorhin gesagt, daß du in meiner Stube alleweil nichts zu fürchten hast, drum geh, mach schnell zur Tür hinaus, daß ich mein Wort nicht breche!"

"Nein, Franz, laß mich nur da, denn Du mußt Alles wissen! Meinetwegen magst Du auf mich schlagen wie Du willst, ich nehm' es ruhig hin, wenn ich Dir nur beichten darf, was ich an Dir verbrochen hab'! Hast's net gehört, daß ich mich schon beim Gericht selbst angezeigt hab', von wegen dem Lieutenant ? Ich braucht's net zu thun, aber Du sollst gerechtfertigt sein. Sie haben mich blos deshalb noch net abgeholt, weil ich bisher krank gewesen bin und net ausreißen kann. Wenn meine Buß' hier zu Ende ist, werd' ich mich gefangen geben. Heut' bin ich bei Dir, morgen geh' ich in die Kirch', übermorgen laß ich mich aus dem Dukat'nhof weisen und Dienstag fahr' ich mit meinem Karren nach dem Zuchthause. Ich will Alles thun und Alles tragen, denn ich hab's verdient, und die Emma wird - -, ach Gott, mein Kind, mein gutes, liebes, unschuldiges Kind - -!"

"Nein, Franz, laß mich nur da, denn Du mußt Alles wissen! Meinetwegen magst Du auf mich schlagen wie Du willst, ich nehm' es ruhig hin, wenn ich Dir nur beichten darf, was ich an Dir verbrochen hab'! Hast's nicht gehört, daß ich mich schon beim Gericht selbst angezeigt hab', von wegen dem Lieutenant ? Ich braucht's nicht zu thun, aber Du sollst gerechtfertigt sein. Sie haben mich blos deshalb noch nicht abgeholt, weil ich bisher krank gewesen bin und nicht ausreißen kann. Wenn meine Buß' hier zu Ende ist, werd' ich mich gefangen geben. Heut' bin ich bei Dir, morgen geh' ich in die Kirch', übermorgen laß ich mich aus dem Dukat'nhof weisen und Dienstag fahr' ich mit meinem Karren nach dem Zuchthause. Ich will Alles thun und Alles tragen, denn ich hab's verdient, und die Emma wird - -, ach Gott, mein Kind, mein gutes, liebes, unschuldiges Kind - -!"

"Nein, Franz, laß mich nur da, denn du mußt alles wissen! Meinetwegen magst Du auf mich schlagen, wie Du willst, ich nehme es ruhig hin, wenn ich dir nur beichten darf, was ich an dir verbrochen habe! Hast's nicht gehört, daß ich mich schon beim Gericht selbst angezeigt habe, wegen des Leutnant ? Ich braucht's nicht zu tun, aber du sollst gerechtfertigt sein. Sie haben mich bloß deshalb noch nicht abgeholt, weil ich bisher krank gewesen bin und nicht ausreißen kann. Wenn meine Buße hier zu Ende ist, werde ich mich gefangen geben. Heute bin ich bei dir; morgen gehe ich in die Kirche; übermorgen lass' ich mich aus dem Dukatenhof weisen, und Dienstag fahre ich mit meinem Karren nach dem Zuchthause. Ich will alles tun und alles tragen, denn ich hab's verdient, und die Emma wird - ach Gott, mein Kind, mein gutes, liebes, unschuldiges Kind!"

Es wurde still in dem Raume. Der Eine hatte ausgekämpft und beugte sich unter den Konsequenzen seiner Thaten. In dem Innern des Anderen tobte der Kampf noch fort, ja, er war jetzt erst von Neuem ausgebrochen und versetzte die Fluthen seiner Seele in einen Aufruhr, der unmöglich in wenigen Minuten zu bezwingen war.

Es wurde still in dem Raume. Der Eine hatte ausgekämpft und beugte sich unter den Konsequenzen seiner Thaten. In dem Innern des Anderen tobte der Kampf noch fort, ja, er war jetzt erst von Neuem ausgebrochen und versetzte die Fluthen seiner Seele in einen Aufruhr, der unmöglich in wenigen Minuten zu bezwingen war.

Es wurde still in dem Raume. Der eine hatte ausgekämpft und beugte sich unter den Konsequenzen seiner Taten. In dem Innern des anderen tobte der Kampf noch fort, ja, er war jetzt erst von neuem ausgebrochen und versetzte die Fluten seiner Seele in einen Aufruhr, der unmöglich in wenigen Minuten zu bezwingen war.


"Und noch Eins muß ich Dir gestehen," fuhr der Dukatenbauer endlich fort. "Damals, als Du aus meinem Hofe geschafft warst und krank zu Haus' lagst, wo die
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Marie Dich pflegte, da ist die Anna alle Tag gekommen und hat sie gefragt, wie's mit Dir steht. Nachher hat sie ein Schreiben gemacht an Dich, was die Marie Dir geben sollt', ich aber bin darüber gerathen und hab' ihr's konfiszirt. Hier ist's. Ich bin in tausend Nächten darüber gesessen und hab's mit Grimm und Ärger immer wieder lesen müssen."


"Und noch Eins muß ich Dir gestehen," fuhr der Dukatenbauer endlich fort. "Damals, als Du aus meinem Hofe geschafft warst und krank zu Haus' lagst, wo die Marie Dich pflegte, da ist die Anna alle Tag gekommen und hat sie gefragt, wie's mit Dir steht. Nachher hat sie ein Schreiben gemacht an Dich, was die Marie Dir geben sollt', ich aber bin darüber gerathen und hab' ihr's konfiszirt. Hier ist's. Ich bin in tausend Nächten darüber gesessen und hab's mit Grimm und Ärger immer wieder lesen müssen."

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"Und noch eins muß ich dir gestehen," fuhr der Dukatenbauer endlich fort. "Damals, als du aus meinem Hofe geschafft warst und krank zu Hause lagst, wo die Marie dich pflegte, da ist die Anna alle Tage gekommen und hat sie gefragt, wie's mit dir steht. Nachher hat sie ein Schreiben gemacht an dich, was die Marie dir geben sollte, ich aber bin darüber geraten und habe ihr's konfisziert. Hier ist's. Ich habe in tausend Nächten darüber gesessen und hab's mit Grimm und Ärger immer wieder lesen müssen."

Franz griff begierig nach dem Papiere, es war zerknittert und beschmutzt und mußte allerdings viel in Gebrauch gewesen sein. Die Nähe des Lichtes suchend, saugte der ungeübte Leser die Worte langsam von dem Zettel, wiederholte jeden Satz, bis er ihn seiner Seele einverleibt fühlte, und als er zu Ende war, wandte er sich mit zuckenden Lippen zu dem Nebenbuhler:

Franz griff begierig nach dem Papiere, es war zerknittert und beschmutzt und mußte allerdings viel in Gebrauch gewesen sein. Die Nähe des Lichtes suchend, saugte der ungeübte Leser die Worte langsam von dem Zettel, wiederholte jeden Satz, bis er ihn seiner Seele einverleibt fühlte, und als er zu Ende war, wandte er sich mit zuckenden Lippen zu dem Nebenbuhler:

Franz griff begierig nach dem Papier; es war zerknittert und beschmutzt und mußte allerdings viel in Gebrauch gewesen sein. Die Nähe des Lichtes suchend, saugte der ungeübte Leser die Worte langsam von dem Zettel, wiederholte jeden Satz, bis er ihn seiner Seele einverleibt fühlte, und als er zu Ende war, wandte er sich mit zuckenden Lippen zu dem Nebenbuhler:

"Schau, Graf, die Stöß' dort unter'm Ofen, das Alles ist nur ihr Bild, nur immer wieder ihr Kopf. Ich hab' gebettelt und gehungert, um Papier zu haben, hab' Tag und Nacht und Jahre lang gesessen, ehe ich ihn ähnlich brachte, aber ich geb' all die Bilder hin für diesen einen Brief, und den bekommst net wieder, der geht alleweil mit mir in's Grab."

"Schau, Graf, die Stöß' dort unter'm Ofen, das Alles ist nur ihr Bild, nur immer wieder ihr Kopf. Ich hab' gebettelt und gehungert, um Papier zu haben, hab' Tag und Nacht und Jahre lang gesessen, ehe ich ihn ähnlich brachte, aber ich geb' all die Bilder hin für diesen einen Brief, und den bekommst nicht wieder, der geht alleweil mit mir in's Grab."

"Schau, Graf, die Stöße dort unterm Ofen, das alles ist nur ihr Bild, nur immer wieder ihr Kopf. Ich habe gebettelt und gehungert, um Papier zu haben, habe Tag und Nacht und Jahre lang gesessen, ehe ich ihn ähnlich brachte, aber ich gebe all die Bilder hin für diesen einen Brief, und den bekommst du nicht wieder, der geht alleweil mit mir ins Grab."

"Du sollst ihn auch behalten, dafür hab' ich ihn hergebracht. Hier ist noch einer; den hat sie geschrieb'n gleich vor dem Tod. In ihrer letzt'n Stund' mußt' ich ihr versprechen, daß ich ihn Dir selber bringen wollt'. Es ist geblieben bis heut'; warum, das kannst Du Dir denk'n."

"Du sollst ihn auch behalten, dafür hab' ich ihn hergebracht. Hier ist noch einer; den hat sie geschrieb'n gleich vor dem Tod. In ihrer letzt'n Stund' mußt' ich ihr versprechen, daß ich ihn Dir selber bringen wollt'. Es ist geblieben bis heut'; warum, das kannst Du Dir denk'n."

"Du sollst ihn auch behalten, dafür habe ich ihn hergebracht. Hier ist noch einer; den hat sie geschrieben gleich vor dem Tode. In ihrer letzten Stunde mußte ich ihr versprechen, daß ich ihn dir selber bringen wollte. Es ist geblieben bis heute; warum, das kannst Du Dir denken."

"Zeig' her!"

Er war nur kurz, aber sein Inhalt brachte einen tiefen Eindruck, eine außerordentliche Wirkung auf Franz hervor.

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Mit geschlossenen Lidern lehnte er an der Wand; die widerstreitenden Empfindungen seines Innern gingen in bald zornigen, bald milderen Zügen über sein matt erleuchtetes Gesicht, Minute um Minute verrann, die Lichter brannten herab, zischend und flackernd verlöschte eines nach dem anderen, es wurde dunkel in der Stube und noch immer regte er sich nicht. Endlich, endlich klang ein langer, schwerer Seufzer durch die Stille.

"Zeig' her!"

Er war nur kurz, aber sein Inhalt brachte einen tiefen Eindruck, eine außerordentliche Wirkung auf Franz hervor. Mit geschlossenen Lidern lehnte er an der Wand; die widerstreitenden Empfindungen seines Innern gingen in bald zornigen, bald milderen Zügen über sein matt erleuchtetes Gesicht, Minute um Minute verrann, die Lichter brannten herab, zischend und flackernd verlöschte eines nach dem anderen, es wurde dunkel in der Stube und noch immer regte er sich nicht. Endlich, endlich klang ein langer, schwerer Seufzer durch die Stille.

"Zeige her!"

Er war nur kurz, aber sein Inhalt brachte einen tiefen Eindruck, eine außerordentliche Wirkung auf

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Franz hervor. Mit geschlossenen Lidern lehnte er an der Wand; die widerstreitenden Empfindungen seines Innern gingen in bald zornigen, bald milderen Zügen über sein matt erleuchtetes Gesicht,; Minute um Minute verrann; die Lichter brannten herab; zischend und flackernd verlöschte eines nach dem anderen; es wurde dunkel in der Stube, und noch immer regte er sich nicht. Endlich, endlich klang ein langer, schwerer Seufzer durch die Stille.

"Heinrich!"

"Franz!"

"Ich hab' Dir vergeben!"

"Franz, ist's möglich, ist's wahr ?"

"Heinrich!"

"Franz!"

"Ich hab' Dir vergeben!"

"Franz, ist's möglich, ist's wahr ?"

"Heinrich!" hauchte er.

"Franz!" antwortete der andere.

"Ich habe dir vergeben!"

"Franz, ist's möglich, ist's wahr ?"

"Ja! Die Anna hat's gewollt; in dem Brief', da steht's geschrieb'n, und da will ich's auch thun. Wir sind Freund gewesen von Jugend auf bis an den Tag, wo meine Liebe zu ihr uns getrennt hat, meine Liebe zu ihr soll uns nun in unseren alten Tagen auch wieder zusammenführen. Sie hat Dir vergeben in ihrer Todesstund', ich will auch Alles vergessen und nimmer wieder davon reden so lang ich noch leb'!"

"Ja! Die Anna hat's gewollt; in dem Brief', da steht's geschrieb'n, und da will ich's auch thun. Wir sind Freund' gewesen von Jugend auf bis an den Tag, wo meine Liebe zu ihr uns getrennt hat, meine Liebe zu ihr soll uns nun in unseren alten Tagen auch wieder zusammenführen. Sie hat Dir vergeben in ihrer Todesstund', ich will auch Alles vergessen und nimmer wieder davon reden so lang ich noch leb'!"

"Ja! Die Anna hat's gewollt; in dem Briefe, da steht's geschrieben, und da will ich's auch tun. Wir sind Freunde gewesen von Jugend auf bis an den Tag, wo meine Liebe zu ihr uns getrennt hat; meine Liebe zu ihr soll uns nun in unseren alten Tagen auch wieder zusammenführen. Sie hat Dir vergeben in ihrer Todesstunde, ich will auch alles vergessen und nimmer wieder davon reden, so lange ich noch lebe!"

"Gib mir Deine Hand d'rauf, Franz!"

"Die sollst Du haben, aber net hier, wo meine Flüch' über Dich zum Himmel gestiegen sind, hier ist's net heilig genug dazu; komm mit!"

"Gib mir Deine Hand d'rauf, Franz!"

"Die sollst Du haben, aber nicht hier, wo meine Flüch' über Dich zum Himmel gestiegen sind, hier ist's nicht heilig genug dazu; komm mit!"

"Gib mir deine Hand darauf, Franz!"

"Die sollst du haben, aber nicht hier, wo meine Flüche über dich zum Himmel gestiegen sind, hier ist's nicht heilig genug dafür; komm mit!"

Sie verließen das Haus.

Längst schon war es Nacht geworden und tiefe Ruhe lag über dem Dorfe. Schweigend folgte Heinrich seinem Führer, welcher denselben Weg nahm, den Graf vorhin herauf gekommen war. Die Schänke wurde zugeschlossen,

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und der letzte Gast, welcher sie verließ, kam ihnen mit langsamen Schritten entgegen. Als er die beiden außergewöhnlichen Gestalten bemerkte, blieb er stehen.

Sie verließen das Haus.

Längst schon war es Nacht geworden und tiefe Ruhe lag über dem Dorfe. Schweigend folgte Heinrich seinem Führer, welcher denselben Weg nahm, den Graf vorhin herauf gekommen war. Die Schänke wurde zugeschlossen, und der letzte Gast, welcher sie verließ, kam ihnen mit langsamen Schritten entgegen. Als er die beiden außergewöhnlichen Gestalten bemerkte, blieb er stehen.

Sie verließen das Haus.

Längst schon war es Nacht geworden, und tiefe Ruhe lag über dem Dorfe. Schweigend folgte Heinrich seinem Führer, welcher denselben Weg nahm, den Graf vorhin heraufgekommen war. Die Schenke wurde zugeschlossen, und der letzte Gast, welcher sie verließ, kam ihnen mit langsamen Schritten entgegen. Als er die

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beiden außergewöhnlichen Gestalten bemerkte, blieb er stehen und sagte zu ihnen:

"Das ist ja der Köpfle-Franz mit dem Dukatengrafen! Ich bin schon oft bei Dir gewesen, Franz, hab' aber net hinein gekonnt." Es war der alte Ortsvorsteher.

"Das ist ja der Köpfle-Franz mit dem Dukatengrafen! Ich bin schon oft bei Dir gewesen, Franz, hab' aber nicht hinein gekonnt." Es war der alte Ortsvorsteher.

"Das ist ja der Köpfle-Franz mit dem Dukatengrafen! Ich bin schon oft bei dir gewesen, Franz, hab' aber nicht hinein gekonnt."

Es war der alte Ortsvorsteher.

"Ist auch net nöthig. Zu mir braucht Niemand zu kommen; Du auch net."

"Ist auch nicht nöthig. Zu mir braucht niemand zu kommen; du auch nicht."

"Ist auch nicht nöthig. Zu mir braucht niemand zu kommen; du auch nicht," antwortete Franz.

"Ich wollt' Dir nur sagen von wegen damals, als ich Dich bei Deiner todt'n Mutter traf, daß ich Dir Unrecht gethan hab'."

"Ich wollt' Dir nur sagen von wegen damals, als ich Dich bei Deiner todt'n Mutter traf, daß ich Dir Unrecht gethan hab'."

"Ich wollte dir nur sagen von wegen damals, als ich Dich bei Deiner toten Mutter traf, daß ich dir unrecht getan habe."

"Das brauchst Du mir net zu sagen, das hab' ich schon ganz von selber gewußt. Der Franz hat damals ohne Dich fertig werden müssen, er braucht Dich heut' auch net. Mach', daß Du nach Hause kommst!"

"Das brauchst Du mir nicht zu sagen, das hab' ich schon ganz von selber gewußt. Der Franz hat damals ohne Dich fertig werden müssen, er braucht Dich heut' auch net. Mach', daß Du nach Hause kommst!"

"Das brauchst Du mir nicht zu sagen, das habe ich schon ganz von selber gewußt. Der Franz hat damals ohne dich fertig werden müssen, er braucht dich heute auch net. Mache, daß Du nach Hause kommst!"

Die Begegnung mit dem Manne, der dem Trostbedürftigen einst so hart entgegen getreten war, hatte seine jetzige Stimmung wie eine Entweihung berührt. Er entfernte sich, so schnell es seine Gebrechlichkeit gestattete. An der Kirche angekommen, lenkte er nach dem Gottesacker ein, dessen Thüre niemals verschlossen war. Heinrich folgte ihm. Er wußte nun, wohin der Weg gehen sollte; es war derselbe, welchen er auch unternommen hätte, wenn er allein von seinem bisherigen Feinde zurückgekehrt wäre.

Die Begegnung mit dem Manne, der dem Trostbedürftigen einst so hart entgegen getreten war, hatte seine jetzige Stimmung wie eine Entweihung berührt. Er entfernte sich, so schnell es seine Gebrechlichkeit gestattete. An der Kirche angekommen, lenkte er nach dem Gottesacker ein, dessen Thüre niemals verschlossen war. Heinrich folgte ihm. Er wußte nun, wohin der Weg gehen sollte; es war derselbe, welchen er auch unternommen hätte, wenn er allein von seinem bisherigen Feinde zurückgekehrt wäre.

Die Begegnung mit dem Manne, der dem Trostbedürftigen einst so hart entgegengetreten war, hatte seine jetzige Stimmung wie eine Entweihung berührt. Er entfernte sich, so schnell es seine Gebrechlichkeit gestattete. An der Kirche angekommen, lenkte er nach dem Gottesacker ein, dessen Tür niemals verschlossen war. Heinrich folgte ihm. Er wußte nun, wohin der Weg gehen sollte; es war derselbe, welchen er auch unternommen hätte, wenn er allein von seinem bisherigen Feinde zurückgekehrt wäre.

Das Grab war trotz der Dunkelheit leicht gefunden; der feine Duft der Reseda zeugte davon, daß der Hügel in einer liebevollen Pflege stehe.

Das Grab war trotz der Dunkelheit leicht gefunden; der feine Duft der Reseda zeugte davon, daß der Hügel in einer liebevollen Pflege stehe.

Das Grab war trotz der Dunkelheit rasch gefunden; der feine Duft der Reseda zeugte davon, daß der Hügel in einer liebevollen Pflege stehe. Da sagte Franz:

"Komm her, Heinrich. Ich hab' mich von der Todten gewandt', weil sie die Dukatenbäuerin war; das hat sie net
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verdient, und d'rum werd' ich's wieder gut machen. Bleib' drüben, sie soll mitten zwischen uns sein. So; und nun reich mir Deine Hand herüber und sie mag hören, was ich Dir alleweil' sag': Was Du an uns gethan hast, das ist so gut als hättest Du's niemals gethan. Es wird kein Mensch jemals davon ein Wort aus meinem Munde hören. Wir wollen nun wieder Freunde sein, uns Lieb's und Gut's erzeigen und immerfort so hand'ln, daß sie mit uns zufrieden ist! - Und nun, Heinrich, nun wollen wir beten!"

"Komm her, Heinrich. Ich hab' mich von der Todten gewandt', weil sie die Dukatenbäuerin war; das hat sie nicht verdient, und d'rum werd' ich's wieder gut machen. Bleib' drüben, sie soll mitten zwischen uns sein. So; und nun reich mir Deine Hand herüber und sie mag hören, was ich Dir alleweil' sag': was Du an uns gethan hast, das ist so gut, als hättest Du's niemals gethan. Es wird kein Mensch jemals davon ein Wort aus meinem Munde hören. Wir wollen nun wieder Freunde sein, uns Lieb's und Gut's erzeigen und immerfort so hand'ln, daß sie mit uns zufrieden ist! - Und nun, Heinrich, nun wollen wir beten!"

"Komm her, Heinrich. Ich habe mich von der Todten gewandt, weil sie die Dukatenbäuerin war; das hat sie nicht verdient, und darum werde ich's wieder gut machen. Bleib' drüben; sie soll mitten zwischen uns sein. So, und nun reich' mir deine Hand herüber, und
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sie mag hören, was ich Dir alleweil sage. Was Du an uns getan hast, das ist so gut, als hättest du's niemals getan. Es wird kein Mensch jemals davon ein Wort aus meinem Munde hören. Wir wollen nun wieder Freunde sein, uns Liebes und Gutes erzeigen und immerfort so handeln, daß sie mit uns zufrieden ist! - Und nun, Heinrich, nun wollen wir beten!"

"Franz, wart' noch!" Man hörte es der Stimme an, in welcher Bewegung sich der Sprecher befand. "Wir dürfen net heimlich beten, sondern laut. Ich hab's heut hier thun wollen auch ohne Dich, und daß Du mit dabei bist, das soll's net anders machen. Als ich krank und zerschlagen im Bett' gelegen bin, da hab' ich das Buch vor mir liegen gehabt und das Lied auswendig gelernt, das sie sich zum Begräbniß bestellt hat. Es soll auch 'mal bei dem meinigen gesungen werden. Und jetzt, jetzt will ich davon bet'n!"

"Franz, wart' noch!" Man hörte es der Stimme an, in welcher Bewegung sich der Sprecher befand. "Wir dürfen nicht heimlich beten, sondern laut. Ich hab's heut hier thun wollen auch ohne Dich, und daß Du mit dabei bist, das soll's nicht anders machen. Als ich krank und zerschlagen im Bett' gelegen bin, da hab' ich das Buch vor mir liegen gehabt und das Lied auswendig gelernt, das sie sich zum Begräbniß bestellt hat. Es soll auch 'mal bei dem meinigen gesungen werden. Und jetzt, jetzt will ich davon bet'n!"
(Fortsetzung folgt.)  

"Franz, warte noch!" Man hörte es der Stimme an, in welcher Bewegung sich der Sprecher befand. "Wir dürfen nicht heimlich beten, sondern laut. Ich hab's heute hier tun wollen auch ohne dich, und daß du mit dabei bist, das soll's nicht anders machen. Als ich krank und zerschlagen im Bette gelegen bin, da habe ich das Buch vor mir liegen gehabt und das Lied auswendig gelernt, das sie sich zum Begräbnis bestellt hat. Es soll auch mal bei dem meinigen gesungen werden. Und jetzt, jetzt will ich davon beten!"



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