Der Dukatenhof

von Karl May

Vergleich der Fassungen von 1877, 1879 und 1903

4. Fortsetzung


Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens


Jahrgang 1877
Elfter Band
Seite 92 - 208
Verlag von H. Schönlein, Stuttgart

Illustrirtes Unterhaltungsblatt


 
Belletristische Wochenschrift für die Familie und Jedermann.
Jahrgang 1879, No. 36, Seite 281 bis 283.
Verlag von H. Schönlein, Stuttgart

Erzgebirgische Dorfgeschichten


 
Karl May's Erstlingswerke
Autorisierte Ausgabe
Band I, Seite 167 bis 277
Belletristischer Verlag, Dresden

Seite 156
"Nun - mit - mit wem denn, wenn ich frag'n darf, Herr königlicher Feldmarschall ?"

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"Nun - mit - mit wem willst Du denn zusammenkommen, wenn ich frag'n darf, Herr königlicher Feldmarschall ?" höhnte der Dukatengraf auf Wilhelms Drohung.


"Nun - mit - mit wem denn, wenn ich fragen darf, Herr königlicher Feldmarschall ?" höhnte der Bauer

"Schon gut! Die Ohrfeig' kommt mit auf die Rechnung, die ich Ihnen vielleicht bald zu mach'n hab'. Gute Nacht, Dukat'ngraf!"

"Schon gut!" versetzte dieser, sich mühsam bezwingend. "Die Ohrfeig' kommt mit auf die Rechnung, die ich Ihnen vielleicht bald zu mach'n hab'. Gute Nacht, Dukat'ngraf!"

"Schon gut! Die Ohrfeige kommt mit auf die Rechnung, die ich Ihnen vielleicht bald zu machen habe. Gute Nacht, Dukatengraf!"

Er drehte sich um und ging, aber nicht durch den Garten, sondern er nahm seinen Weg durch das offene Haus, das war er sich und seiner Kleidung schuldig.

Er drehte sich um und ging, aber nicht durch den Garten, sondern er nahm seinen Weg durch das offene Haus.

Er drehte sich um und ging, aber nicht durch den
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Garten, sondern er nahm seinen Weg durch das offene Haus, das war er sich und seiner Kleidung schuldig. Es kostete Wilhelm nicht wenig Mühe, die in ihm herrschende Aufregung zu bezwingen und seine Gedanken von dem letzten Ereignisse weg auf die vorher belauschte Unterredung zu wenden. Er hatte zu handeln, und alles Persönliche mußte deshalb zunächst in den Hintergrund gewiesen werden.

Es kostete ihn nicht wenig Mühe, die in ihm herrschende Aufregung zu bezwingen und seine Gedanken von dem letzten Ereignisse weg auf die vorher belauschte Unterredung zu wenden. Er hatte zu handeln, und alles Persönliche mußte deshalb zunächst in den Hintergrund gewiesen werden.

Es kostete ihn nicht wenig Mühe, die in ihm herrschende Aufregung zu bezwingen und seine Gedanken von dem letzten Ereignisse weg auf die vorher belauschte Unterredung zu wenden. Er hatte zu handeln, und alles Persönliche mußte deshalb zunächst in den Hintergrund gewiesen werden.

Sein Weg führte ihn nach dem Häuschen des Köpfle-Franz. Dort angekommen, sah er durch eine dünne Spalte des Bodens, daß noch Licht in der Stube sei. Er klopfte an.

"Wer ist da drauß'n ?" frug es von innen.

"Ich bin's, der Wilhelm! Darf ich ein, Path' Franz ?"

Sein Weg führte ihn nach dem Häuschen des Köpfle-Franz. Dort angekommen, sah er durch eine dünne Spalte des Bodens, daß noch Licht in der Stube sei. Er klopfte an.

"Wer ist da drauß'n ?" frug es von innen.

"Ich bin's, der Wilhelm! Darf ich ein, Path' Franz ?"

Sein Weg führte ihn nach dem Häuschen des Köpfle-Franz. Dort angekommen, sah er durch eine dünne Spalte des Ladens, daß noch Licht in der Stube sei. Er klopfte an.

"Wer ist da drauß'n ?" fragte es von innen.

"Ich bin's, der Wilhelm! Darf ich herein, Pathe Franz ?"

"In meine Stub' darf niemals kein Mensch net - auch Du net; Du weißt's ja!"

"Laß mich nur heut' 'mal ein, Path'! Ich hab' Dich 'was zu frag'n."

"In meine Stub' darf niemals kein Mensch nicht - auch Du nicht; Du weißt's ja!"

"Laß mich nur heut' 'mal ein, Path'! Ich muß Dich unbedingt heute noch sprech'n, denn ich hab' Dich 'was sehr Wichtiges zu frag'n."

"In meine Stub' darf niemals kein Mensch nicht - auch du nicht; du weißt's ja!"

"Laß mich nur heute mal ein, Pate! Ich habe dich was zu fragen."

"Frag' morg'n, wenn Du mich auf der Straß' siehst!"

"Frag' morg'n, wenn Du mich auf der Straß' siehst!"

"Frage morgen, wenn du mich auf der Straße siehst!"

"Es muß heut' noch sein!"

"Ist's so nothwendig ?"

"Ja! Die Mutter hat auch gesagt, ich soll' zu Dir geh'n."

"Es muß heut' noch sein!"

"Ist's so nothwendig ?"

"Ja! Die Mutter hat auch gesagt, ich soll' zu Dir geh'n."

"Es muß heute noch sein!"

"Ist's so notwendig ?"

"Ja! Die Mutter hat auch gesagt, ich solle zu dir gehen."

Das schlug durch. Was Niemand bei ihm erreichte, das war der Marie möglich. Er konnte ihr niemals ver-
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gessen, was sie nach jenem Abende an ihm gethan hatte. Sie war von dem Dukatenhofe fortgegangen und Monate lang unter Sorge, Angst und Bangigkeit seine Pflegerin gewesen. Und als es seiner starken Konstitution gelungen war, die körperlichen Folgen der furchtbaren Verwundung zu überwinden, da hatte sie nicht mehr von ihm gehen wollen. Aber trotz der Störung, welche sein Geist erlitten hatte, erkannte er doch, daß er ein solches Opfer niemals vergelten könne; er nahm es nicht an und vermochte sie später sogar, ihrem jetzigen Manne, mit dem sie glücklich lebte, ihre Hand zu reichen.

Das schlug durch. Was Niemand bei ihm erreichte, das war der Marie möglich. Er konnte ihr niemals vergessen, was sie nach jenem Abende an ihm gethan hatte. Sie war von dem Dukatenhofe fortgegangen und Monate lang unter Sorge, Angst und Bangigkeit seine Pflegerin gewesen. Und als es seiner starken Konstitution gelungen war, die körperlichen Folgen der furchtbaren Verwundung zu überwinden, da hatte sie nicht mehr von ihm gehen wollen. Aber trotz der Störung, welche sein Geist erlitten hatte, erkannte er doch, daß er ein solches Opfer niemals vergelten könne; er nahm es nicht an und vermochte sie später sogar, ihrem jetzigen Manne, mit dem sie glücklich lebte, ihre Hand zu reichen.

Das schlug durch. Was niemand bei ihm erreichte, das war der Marie möglich. Er konnte ihr niemals vergessen, was sie nach jenem Abende an ihm getan hatte. Sie war von dem Dukatenhofe fortgegangen und Monate lang unter Sorge, Angst und Bangigkeit seine Pflegerin gewesen. Und als es seiner starken Konstitution gelungen war, die körperlichen Folgen der furchtbaren Verwundung zu überwinden, da hatte sie
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nicht mehr von ihm gehen wollen. Aber trotz der Störung, welche sein Geist erlitten hatte, erkannte er doch, daß er ein solches Opfer niemals vergelten könne; er nahm es nicht an und vermochte sie später sogar, ihrem jetzigen Manne, mit dem sie glücklich lebte, ihre Hand zu reichen. Darum sagte er jetzt:

"So wart', ich komm' hinaus. Ich wollte so gleich fort; da kannst Du's drauß'n sag'n!"

Das Licht verlosch, und bald befand sich Franz vor dem Hause, dessen Eingang er wieder verschloß.

"So wart', ich komm' hinaus. Ich wollte so gleich fort; da kannst Du's drauß'n sag'n!"

Das Licht verlosch, und bald befand sich Franz vor dem Hause, dessen Eingang er wieder verschloß.

"So warte, ich komme hinaus. Ich wollte sogleich fort; da kannst du's draußen sagen!"

Das Licht verlosch, und bald befand sich Franz vor dem Hause, dessen Eingang er wieder verschloß.

"Nun, was gibt's ? Ich denk', Du bist in Garnison!"

"Nun, was gibt's ? Ich denk', Du bist in Garnison!"

"Nun, was gibt's ? Ich denke, du bist in Garnison ?" fragte er den Unteroffizier.

"Ich bin heut' nach Haus', und will Dir sag'n, weshalb."

"Ich bin heut' nach Haus', und will Dir sag'n, weshalb."

"Ich bin heute nach Hause und will Dir sagen, weshalb."

Er überzeugte sich erst, daß kein Lauscher in der Nähe sei, und stattete dann seinen Bericht ab, dem er auch das auf dem Dukentenhof Erfahrene beifügte.

Er überzeugte sich erst, daß kein Lauscher in der Nähe sei, und stattete dann seinen Bericht ab, dem er auch das auf dem Dukentenhof Erfahrene beifügte.

Er überzeugte sich erst, daß kein Lauscher in der Nähe sei, und stattete dann seinen Bericht ab, dem er auch das auf dem Dukentenhof Erfahrene beifügte.

"Aber, Path', Du darft Niemandem wiedersag'n, was ich Dir vertraut hab'!" schloß er seine Rede.

Franz antwortete nicht. Er schien entweder in tiefes Nachdenken versunken zu sein oder mit einem Entschlusse zu ringen.

"Also, dem - dem - na, Dem seine Tochter willst Du zur Frau hab'n ?" frug er endlich.

"Ja. Wir hab'n uns schon lange lieb, und sie ist so

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gut, gar net wie ihr Vater, sondern grad' wie ihre Mutter, die Anna."

"Aber, Path', Du darft Niemandem wiedersag'n, was ich Dir vertraut hab'!" schloß er seine Rede.

Franz antwortete nicht. Er schien entweder in tiefes Nachdenken versunken zu sein oder mit einem Entschlusse zu ringen.

"Also, dem - dem - na, Dem seine Tochter willst Du zur Frau hab'n ?" frug er endlich.

"Ja. Wir hab'n uns schon lange lieb, und sie ist so gut, gar nicht wie ihr Vater, sondern grad' wie ihre Mutter, die Anna."

"Aber, Pate, du darft niemandem wiedersagen, was ich Dir vertraut habe!" schloß er seine Rede.

Franz antwortete nicht. Er schien entweder in tiefes Nachdenken versunken zu sein oder mit einem Entschlusse zu ringen.

"Also, dem - dem - na, dem seine Tochter willst Du zur Frau haben ?" fragte er endlich.

"Ja. Sie ist so gut, gar nicht wie ihr Vater, sondern grad wie ihre Mutter, die Anna."

"Wie ihre Mutter ? Wilhelm, die war net gut, die ist net gut geblieb'n, die ist falsch und treulos gewes'n, von der mag ich nix hör'n. Aber die Anna, die hab' ich lieb, die ist brav, und wenn die Emma so ist wie sie, da - da - - "

Er hielt inne; es war doch ein Kampf, der sich in seinem Innern vollzog. Wilhelm störte ihn nicht; er kannte seine Weise.

"Wie ihre Mutter ? Wilhelm, die war nicht gut, die ist nicht gut geblieb'n, die ist falsch und treulos gewes'n, von der mag ich nix hör'n. Aber die Anna, die hab' ich lieb, die ist brav, und wenn die Emma so ist wie sie, da - da - - "

Er hielt inne; es war doch ein Kampf, der sich in seinem

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Innern vollzog. Wilhelm störte ihn nicht; er kannte seine Weise.

"Wie ihre Mutter ? Wilhelm, die war nicht gut, die ist nicht gut geblieben; die ist falsch und treulos gewesen; von der mag ich nichts hören. Aber die Anna, die ist brav, und wenn die Emma so ist wie sie, da - da - - "

Er hielt inne; es war doch ein Kampf, der sich in seinem Innern vollzog. Wilhelm störte ihn nicht; er kannte seine Weise.


"Da - da, ja, da sollst Du sie hab'n!" rang es sich endlich wie ein schwer gewordener Entschluß von den Lippen des Krüppels. "Die Anna wird Freud' drüber hab'n, und die Marie, die soll ihren Sohn glücklich seh'n. Ja, Wilhelm, Du sollst die Emma hab'n! Als Du zur Welt kamst, da hielt'n sie Alle schon den Grunert-Franz für verrückt und lacht'n über ihn, aber Dein Vater und Deine Mutter, die sagten: "Nun soll er alleweil grad' Path' werd'n bei dem Jungen!" Der Pfarr' hat net gewollt, aber sie haben's doch durchgesetzt. Ich mußt' das Glaubensbekenntniß sag'n, und dann bin ich Path' gewes'n. Schau, Wilhelm, das vergeß' ich ihnen net und Dir auch net, und d'rum wird die Emma Deine Frau!"


"Da - da, ja, da sollst Du sie hab'n!" rang es sich endlich wie ein schwer gewordener Entschluß von den Lippen des Krüppels. "Die Anna wird Freud' drüber hab'n, und die Marie, die soll ihren Sohn glücklich seh'n. Ja, Wilhelm, Du sollst die Emma hab'n! Als Du zur Welt kamst, da hielt'n sie Alle schon den Grunert-Franz für verrückt und lacht'n über ihn, aber Dein Vater und Deine Mutter, die sagten: "Nun soll er alleweil grad' Path' werd'n bei dem Jungen!" Der Pfarr' hat nicht gewollt, aber sie haben's doch durchgesetzt. Ich mußt' das Glaubensbekenntniß sag'n, und dann bin ich Path' gewes'n. Schau, Wilhelm, das vergeß' ich ihnen nicht und Dir auch nicht, und d'rum wird die Emma Deine Frau!"

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"Da - da, ja, da sollst du sie haben!" rang es sich endlich wie ein schwer gewordener Entschluß von den Lippen des Krüppels. "Die Anna wird Freude darüber haben, und die Marie, die soll ihren Sohn glücklich sehen. Ja, Wilhelm, du sollst die Emma haben! Als du zur Welt kamst, da hielten sie alle schon den Grunert-Franz für verrückt und lachten über ihn, aber dein Vater und deine Mutter, die sagten: 'Nun soll er alleweil grad Pate werden bei dem Jungen!' Der Verwandten haben's nicht gewollt, aber sie haben's doch durchgesetzt. Ich mußte das Glaubensbekenntniß sagen, und dann bin ich Pate gewesen. Schau, Wilhelm, das vergess' ich ihnen nicht und dir auch nicht, und drum wird die Emma deine Frau!"

"Das wird aber net so schnell geh'n, Path', und jetzt denk' ich auch nur an die Geschicht' mit dem Schmuggel."

"Es wird schon geh'n, Wilhelm, denn der Köpfle-Franz weiß schon, was er sagt. Aber ja, der Schmuggel! Weißt Du 'was ?"

"Nun ?"

"Das wird aber nicht so schnell geh'n, Path', und jetzt denk' ich auch nur an die Geschicht' mit dem Schmuggel."

"Es wird schon geh'n, Wilhelm, denn der Köpfle-Franz weiß schon, was er sagt. Aber ja, der Schmuggel! Weißt Du 'was ?"

"Nun ?"

"Das wird aber nicht so schnell gehen, Pate, und jetzt denk' ich auch nur an die Geschichte mit dem Schmuggel."

"Es wird schon gehen, Wilhelm, denn der Köpfle-Franz weiß schon, was er sagt. Aber ja, der Schmuggel! Weißt Du was ?"

"Nun ?"

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"Der - Der - na, Der ist der Pascherkönig!"

"Franz!"

"Schrei net so laut! Du hast's schon selber auch gedacht; es ist Dir nur schwer geword'n, dran zu glaub'n. Und den willst Du fang'n ?!"


"Der - Der - na, Der ist der Pascherkönig!"

"Franz!"

"Schrei nicht so laut! Du hast's schon selber auch gedacht; es ist Dir nur schwer geword'n, d'ran zu glaub'n. Und den willst Du fang'n ?!"


"Der - der - na, der ist der Pascherkönig!"

"Franz!"

"Schrei' nicht so laut! Du hast's schon selber auch gedacht; es ist dir nur schwer geworden, dran zu glauben. Und den willst Du fangen ?"

"Hör', Path', das ist 'ne schlimme Sach'! Du bist klug, viel klüger als ich und als die Leut' hier denk'n; komm', gib mir gut'n Rath!"

Wieder dauerte es lange, ehe eine Antwort erfolgte. Die Liebe zu Wilhelm trat mit Forderungen an Franz heran, welche an seinen bisherigen Plänen mächtig rüttelten.

"Hör', Path', das ist 'ne schlimme Sach'! Du bist klug, viel klüger als ich und als die Leut' hier denk'n; komm', gib mir gut'n Rath!"

Wieder dauerte es lange, ehe eine Antwort erfolgte. Die Liebe zu Wilhelm trat mit Forderungen an Franz heran, welche an seinen bisherigen Plänen mächtig rüttelten.

"Hör', Pate, das ist eine schlimme Sache! Du bist klug, viel klüger als ich und als die Leute hier denken; komm', gib mir guten Rat!"

Wieder dauerte es lange, ehe eine Antwort erfolgte. Die Liebe zu Wilhelm trat mit Forderungen an Franz heran, welche an seinen bisherigen Plänen mächtig rüttelten.


"Recht hast Du schon: der Köpfle-Franz ist gescheidter als sie Alle. Er sieht, was kein Anderer sieht, und weiß auch von dem Grenzhandel mehr als sie denk'n. Wenn ich Dir nun sag'n könnt', wo der Zettel zu find'n ist ?"

"Das weißt Du ?" frug der junge Mann erstaunt und begierig zugleich.


"Recht hast Du schon: der Köpfle-Franz ist gescheidter als sie Alle. Er sieht, was kein Anderer sieht, und weiß auch von dem Grenzhandel mehr als sie denk'n. Wenn ich Dir nun sag'n könnt', wo der Zettel zu find'n ist ?"

"Das weißt Du ?" frug der junge Mann erstaunt und begierig zugleich.

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"Recht hast Du schon: der Köpfle-Franz ist gescheiter als sie alle," nickte er endlich. "Er sieht, was kein anderer sieht, und weiß auch von dem Grenzhandel mehr, als sie denken. Wenn ich Dir nun sagen könnte, wo der Zettel zu finden ist ?"

"Das weißt Du ?" fragte der junge Mann erstaunt und begierig zugleich.

"Ich hab's erlauscht, 'mal in der Nacht; es war derselbe Jahrestag wie heut', und Du brauchst net zu wiss'n, wo ich da gewes'n bin. Aber unterwegs da hab' ich ausgeruht, und wie ich so still und ruhig dasitz', da kommt Einer und nachher wieder Einer und kurze Zeit drauf der Dritt'; sie Alle greif'n an den Baum, mach'n Zündholzfeuer, seh'n 'was Weißes an, was sie wieder zurücksteck'n, und geh'n nachher fort. Ich hab' gewartet, bis Keiner mehr gekommen ist und nachher die Sach' genau untersucht."

"Ich hab's erlauscht, 'mal in der Nacht; es war derselbe Jahrestag wie heut', und Du brauchst nicht zu wiss'n, wo ich da gewes'n bin. Aber unterwegs da hab' ich ausgeruht, und wie ich so still und ruhig dasitz', da kommt Einer und nachher wieder Einer und kurze Zeit drauf der Dritt'; sie Alle greif'n an den Baum, mach'n Zündholzfeuer, seh'n 'was Weißes an, was sie wieder zurücksteck'n, und geh'n nachher fort. Ich hab' gewartet, bis Keiner mehr gekommen ist und nachher die Sach' genau untersucht."

"Ich hab's erlauscht, mal in der Nacht; es war derselbe Jahrestag wie heute, und Du brauchst nicht zu wissen, wo ich da gewesen bin. Aber unterwegs, da habe ich ausgeruht, und wie ich so still und ruhig da sitze, da kommt einer und nachher wieder einer und kurze Zeit darauf der dritte; sie alle greifen an den Baum, machen Zündholzfeuer, sehen was Weißes an, was sie wieder zurückstecken, und gehen nachher fort. Ich habe gewartet, bis keiner mehr gekommen ist, und nachher die Sache genau untersucht."

"Und was ist's denn gewes'n ?"

"Und wo ist's denn gewes'n ?"

"Und was ist es denn gewesen ?"

"Es ist mir alleweil niemals eingefall'n, Jemandem
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'was davon zu verrath'n, aber Du, Du sollst es wiss'n. Grad' am Born hinauf muß man nach dem Walde geh'n; da steh'n erst Dornbeer' und Erlen, nachher gibt's lauter Tannen, bis drei große Lärchen kommen, rechts vom Wasser, und die mittelste von ihnen, das ist die richtige. Sie hat zwei Ell'n über der Erd' einen kurz'n, dünnen Aststumpf, der aber net natürlich, sondern nachgemacht ist. Man kann ihn herausdrehn, und dann ist das Papier im Loch zu find'n."

"Es ist mir alleweil niemals eingefall'n, Jemandem 'was davon zu verrath'n, aber Du, Du sollst es wiss'n. Grad' am Born hinauf muß man nach dem Walde geh'n; da steh'n erst Dornbeer' und Erlen, nachher gibt's lauter Tannen, bis drei große Lärchen kommen, rechts vom Wasser, und die mittelste von ihnen, das ist die richtige. Sie hat ein Stück über der Erd' einen kurz'n, dünnen Aststumpf, der aber nicht natürlich, sondern nachgemacht ist. Man kann ihn herausdrehn, und dann ist das Papier im Loch zu find'n."

"Es ist mir allweil niemals eingefallen, jemandem 'was davon zu verraten, aber du, du sollst es wissen. Grad' am Born hinauf muß man nach dem Walde gehen; da stehen erst Dornbeer' und Erlen; nachher gibt's lauter Tannen, bis drei Lärchen kommen, rechts vom Wasser, und die mittelste von ihnen, das ist die richtige. Sie hat zwei Ellen über der Erde einen kurzen, dünnen Aststumpf, der aber nicht natürlich, sondern nachgemacht ist. Man kann ihn herausdrehen, und dann ist das Papier im Loch zu finden."

"Warum wird es hineingesteckt ?"

"Weil der - der, na, der König Niemandem vorher wiss'n läßt, wo in der Nacht das Stelldichein ist; auf diese Weis' kann er net verrathen werd'n. Erst auf dem Zettel ist der Ort und auch die Zeit zu les'n, wo die Packete zu finden sind."

"Warum wird es hineingesteckt ?"

"Weil der - der, na, der König Niemand vorher wiss'n läßt, wo in der Nacht das Stelldichein ist; auf diese Weis' kann er nicht verrathen werd'n. Erst auf dem Zettel ist der Ort und auch die Zeit zu les'n, wo die Packete zu find'n sind."

"Warum wird es hineingesteckt ?"

"Weil der - der, na, der König niemandem vorher wissen läßt, wo in der Nacht das Stelldichein ist; auf diese Weise kann es nicht verraten werden. Erst auf

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dem Zettel ist der Ort und auch die Zeit zu lesen, wo die Pakete zu finden sind."

"Ich dank' schön, Path'; gute Nacht!"

"Ich dank' schön, Path; gute Nacht!"

"Ich danke schön, Pate; gute Nacht!"

Er war fort, ehe Franz nur noch ein Wort sagen konnte. Es hätte allerdings noch gar viel zu besprechen gegeben, aber nun er wußte,, wo das Papier zu finden sei, war keine Minute Zeit zu verlieren, eiligen Laufes kehrte er zunächst zu den Eltern zurück. Diese wußten von seinem Verhältnisse zu Emma nichts und hatten sich seine schnelle Entfernung gar nicht erklären können. Jetzt erwarteten sie den Grund zu erfahren, sahen sich aber getäuscht.

Er war fort, ehe Franz nur noch ein Wort sagen konnte. Es hätte allerdings noch gar viel zu besprechen gegeben, aber nun er wußte,, wo das Papier zu finden sei, war keine Minute Zeit zu verlieren, eiligen Laufes kehrte er zunächst zu den Eltern zurück. Diese wußten von seinem Verhältnisse zu Emma nichts und hatten sich seine schnelle Entfernung gar nicht erklären können. Jetzt erwarteten sie den Grund zu erfahren, sahen sich aber getäuscht.

Er war fort, ehe Franz nur noch ein Wort sagen konnte. Es hätte allerdings noch gar viel zu besprechen gegeben, aber nun er wußte,, wo das Papier zu finden sei, war keine Minute Zeit zu verlieren; eiligen Laufes kehrte er zunächst zu den Eltern zurück. Diese wußten von seinem Verhältnisse zu Emma nichts und hatten sich seine schnelle Entfernung gar nicht erklären können. Jetzt erwarteten sie den Grund zu erfahren, sahen sich aber getäuscht.

"Was ist denn los ? Was willst denn mit den Dingern ?" frug die Mutter, als er sofort nach seinem Eintreten nach dem Quersacke griff und die Revolver herausnahm.

"Seht, wie rasch das geht," antwortete er, nach den

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Patronen greifend. "Ich bin noch kaum einige Stund'n hier und weiß schon, wer der Pascherkönig ist!"

"Was ist denn los ? Was willst denn mit den Dingern ?" frug die Mutter, als er sofort nach seinem Eintreten nach dem Quersacke griff und die Revolver herausnahm.

"Seht, wie rasch das geht," antwortete er, nach den Patronen greifend. "Ich bin noch kaum einige Stund'n hier und weiß schon, wer der Pascherkönig ist!"

"Was ist denn los ? Was willst du denn mit den Dingern ?" fragte die Mutter, als er sofort nach seinem Eintreten nach dem Quersacke griff und die Revolver herausnahm.

"Seht, wie rasch das geht," antwortete er, nach den Patronen greifend. "Ich bin noch kaum einige Stunden hier und weiß schon, wer der Pascherkönig ist!"

"Wer denn, und woher hast Du's erfahr'n ?"

"Das kann ich noch net sag'n. Ich muß gleich wieder fort. Heut' gibt's ein Kapitalgeschäft, und ich werd' ihn dabei erwisch'n!"

"Thu's net, Wilhelm! Bleib' zu Haus; es ist zu große Gefahr dabei, und Du mußt Dich doch auch erst anmeld'n!" rieth der Vater, welcher mit ängstlicher Scheu dem Laden der ihm fürchterlichen Waffen zusah,

"Wer denn, und woher hast Du's erfahr'n ?"

"Das kann ich noch nicht sag'n. Ich muß gleich wieder fort. Heut' gibt's ein Kapitalgeschäft, und ich werd' ihn dabei erwisch'n!"

"Thu's nicht, Wilhelm! Bleib' zu Haus; es ist zu große Gefahr dabei, und Du mußt Dich doch auch erst anmeld'n!" rieth der Vater, welcher mit ängstlicher Scheu dem Laden der ihm fürchterlichen Waffen zusah,

"Wer denn, und woher hast du's erfahren ?"

"Das kann ich noch nicht sagen. Ich muß gleich wieder fort. Heute gibt's ein Kapitalgeschäft, und ich werde ihn dabei erwischen!"

"Tu's nicht, Wilhelm! Bleib' zu Haus; es ist zu große Gefahr dabei, und du mußt dich doch auch erst anmelden!" riet der Vater, welcher mit ängstlicher Scheu dem Laden der ihm fürchterlichen Waffen zusah,

"Ich weiß ja noch gar net, wie's gehen wird! Erst muß ich erfahr'n, wo die Pascher zu find'n sind, und wenn ich dann noch Zeit hab', so lauf' ich um Hilfe. Ich will nur gleich das Schreiben einsteck'n, das ich vorzuzeig'n hab'. Legt mir den Schlüssel auf die Thür, wenn ich spät wiederkommen sollt'. Gute Nacht!"

"Ich weiß ja noch gar nicht, wie's gehen wird! Erst muß ich erfahr'n, wo die Pascher zu find'n sind, und wenn ich dann noch Zeit hab', so lauf' ich um Hilfe. Ich will nur gleich das Schreiben einsteck'n, das ich vorzuzeig'n hab'. Legt mir den Schlüssel auf die Thür, wenn ich spät wiederkommen sollt'. Gute Nacht!"

"Ich weiß ja noch gar nicht, wie's gehen wird! Erst muß ich erfahren, wo die Pascher zu finden sind, und wenn ich dann noch Zeit habe, so laufe ich um Hilfe. Ich will nur gleich das Schreiben einstecken, das ich vorzuzeigen habe. Legt nur den Schlüssel auf die Tür, wenn ich spät wiederkommen sollte. Gute Nacht!"


Vor dem Hause angekommen, lenkte er von der Straße ab gleich nach dem Walde ein. Es war ihm jeder Schrittbreit so wohl bekannt, daß er trotz der Dunkelheit und des Umstandes, daß er keinen der zahlreichen Feldwege einschlug, sondern quer über Felder und Wiesen lief, den Forst doch grad' bei der Stelle erreichte, wo das Wasser aus den Büschen in's Freie trat.


Vor dem Hause angekommen, lenkte er von der Straße ab gleich nach dem Walde ein. Es war ihm jeder Schritt breit so wohl bekannt, daß er trotz der Dunkelheit und des Umstandes, daß er keinen der zahlreichen Feldwege einschlug, sondern quer über Felder und Wiesen lief, den Forst doch grad' bei der Stelle erreichte, wo das Wasser aus den Büschen in's Freie trat.

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Vor dem Hause angekommen, lenkte er von der Straße ab gleich nach dem Walde ein. Es war ihm jeder Schrittbreit so wohl bekannt, daß er trotz der Dunkelheit und des Umstandes, daß er keinen der zahlreichen Feldwege einschlug, sondern quer über Feld und Wiesen lief, den Forst doch grad bei der Stelle erreichte, wo das Wasser aus den Büschen ins Freie trat.

Bisher hatte er wenig darauf geachtet, den Schall seiner Schritte zu dämpfen, nun aber war Vorsicht nöthig, obgleich er sie nur in so weit anwandte, als sie die Schnelligkeit des Vorwärtskommens nicht beeinträchtigte. Es war ihm nämlich ein Gedanke aufgestiegen, der ihn trieb, den
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Baum so bald wie möglich zu erreichen. Immer dem Bache entlang wand er sich durch die Erlen, schlüpfte dann, nur auf den Tastsinn angewiesen, durch das Tannendunkel und stand endlich tief athmend vor den Lärchen.

Bisher hatte er wenig darauf geachtet, den Schall seiner Schritte zu dämpfen, nun aber war Vorsicht nöthig, obgleich er sie nur insoweit anwandte, als sie die Schnelligkeit des Vorwärtskommens nicht beeinträchtigte. Es war ihm nämlich ein Gedanke aufgestiegen, der ihn trieb, den Baum so bald wie möglich zu erreichen. Immer dem Bache entlang wand er sich durch die Erlen, schlüpfte dann, nur auf den Tastsinn angewiesen, durch das Tannendunkel und stand endlich tief athmend vor den Lärchen.

Bisher hatte er wenig darauf geachtet, den Schall seiner Schritte zu dämpfen, nun aber war Vorsicht nötig, obgleich er sie nur insoweit anwandte, als sie die Schnelligkeit des Vorwärtskommens nicht beeinträchtigte. Es war ihm nämlich ein Gedanke aufgestiegen, der ihn trieb, den Baum so bald wie möglich zu erreichen. Immer dem Bache entlang, wand er sich durch die Erlen, schlüpfte dann, nur auf den Tastsinn angewiesen, durch das Tannendunkel und stand endlich tiefatmend vor den Lärchen.

Mit beiden Händen den Stamm der mittleren untersuchend, fand er die Worte des Pathen vollkommen bestätigt. Der Aststummel ließ sich wie eine Schraube herausdrehen, und in der hinter ihm befindlichen Vertiefung stak ein Papier. Er faltete es aus einander, setzte ein Streichholz in Brand und las bei dem Scheine desselben die Worte: "11 Uhr - Mordloch." Nachdem er einige Sekunden angestrengt gelauscht hatte, ob sich auch Niemand nahe, machte er abermals Licht und untersuchte den Zettel und den umliegenden Boden.

Mit beiden Händen den Stamm der mittleren untersuchend, fand er die Worte des Pathen vollkommen bestätigt. Der Aststummel ließ sich wie eine Schraube herausdrehen, und in der hinter ihm befindlichen Vertiefung stak ein Papier. Er faltete es aus einander, setzte ein Streichholz in Brand und las bei dem Scheine desselben die Worte: "11 Uhr - Mordloch." Nachdem er einige Sekunden angestrengt gelauscht hatte, ob sich auch Niemand nahe, machte er abermals Licht und untersuchte den Zettel und den umliegenden Boden.

Mit beiden Händen den Stamm der mittleren untersuchend, fand er die Worte des Paten vollkommen bestätigt. Der Aststummel ließ sich wie eine Schraube herausdrehen, und in der hinter ihm befindlichen Vertiefung stak ein Papier. Er faltete es auseinander, setzte ein Streichholz in Brand und las bei dem Scheine desselben:

"11 Uhr - Mordloch."

Nachdem er einige Sekunden angestrengt gelauscht hatte, ob sich auch niemand nahe, machte er abermals Licht und untersuchte den Zettel und den umliegenden Boden.

Trotz der Weichheit des Mooses war in dem letzteren nicht die leiseste Spur eines anderen Fußeindruckes als des seinen zu bemerken, und das Papier zeigte eine Reinheit, Schärfe und Neuheit der Falten, welche es nicht gehabt hätte, wenn es schon durch mehrere Hände gegangen wäre. Seine Hoffnung hatte sich erfüllt: es war jetzt erst neun Uhr; die Pascher pflegten wohl erst später nach der Ordre ihres Anführers zu sehen, und er war also der Erste, welchem sie in die Hände gerathen war. Jetzt zog er sein Notizbuch hervor, nahm den Stift zur Hand und schrieb ungeachtet der Dunkelheit einige Worte auf ein leeres Blatt, welches er abriß, zusammen legte und in das Astloch steckte. Dann drehte er den Stummel wieder ein und begab sich, einen Umweg einschlagend, von der Stelle fort.

Trotz der Weichheit des Mooses war in dem letzteren nicht die leiseste Spur eines anderen Fußeindruckes als des seinen zu bemerken, und das Papier zeigte eine Reinheit, Schärfe und Neuheit der Falten, welche es nicht gehabt hätte, wenn es schon durch mehrere Hände gegangen wäre. Seine Hoffnung hatte sich erfüllt: es war jetzt erst neun Uhr; die Pascher pflegten wohl erst später nach der Ordre ihres Anführers zu sehen, und er war also der Erste, welchem sie in die Hände gerathen war. Jetzt zog er sein Notizbuch hervor, nahm den Stift zur Hand und schrieb ungeachtet der Dunkelheit einige Worte auf ein leeres Blatt, welches er abriß, zusammen legte und in das Astloch steckte. Dann drehte er den Stummel wieder ein und begab sich, einen Umweg einschlagend, von der Stelle fort.

Trotz der Weichheit des Mooses war in dem letzteren nicht die leiseste Spur eines anderen Fußeindruckes als des seinen zu bemerken, und das Papier zeigte eine Reinheit, Schärfe und Neuheit der Falten, welche es
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nicht gehabt hätte, wenn es schon durch mehrere Hände gegangen wäre. Seine Hoffnung hatte sich erfüllt; es war jetzt erst neun Uhr; die Pascher pflegten wohl erst später nach der Ordre ihres Anführers zu sehen, und er war also der erste, welchem sie in die Hände geraten war. Jetzt zog er sein Notizbuch hervor, nahm den Stift zur Hand und schrieb ungeachtet der Dunkelheit einige Worte auf ein leeres Blatt, welches er abriß, zusammenlegte und in das Astloch steckte. Dann drehte er den Stummel wieder ein und begab sich, einen Umweg einschlagend, von der Stelle fort.

Noch aber hatte er keine große Strecke zurückgelegt, als
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er den Schritt wieder anhielt. Er hatte sich noch eines Besseren besonnen.

Noch aber hatte er keine große Strecke zurückgelegt, als er den Schritt wieder anhielt. Er hatte sich noch eines Besseren besonnen.

Noch aber hatte er keine große Strecke zurückgelegt, als er den Schritt wieder anhielt. Er hatte sich noch eines Besseren besonnen.

Das Mordloch war diejenige Stelle, an welcher einst der Lieutenant erschossen worden war; sie hatte von diesem Verbrechen ihren Namen erhalten. Aus dem, was Wilhelm bisher erlauscht und von Franz erfahren hatte, ließ sich vermuthen, daß dort die Waaren direkt an den Pascherkönig abgeliefert würden, und es sprachen Gründe dafür, daß dies nicht in Gegenwart Derer geschehen würde, welche bestimmt waren, die Packete weiter zu transportieren. Die berüchtigte Schlauheit des Anführers legte vielmehr den Gedanken nahe, daß er die Träger der einen Strecke nicht mit denen der anderen in Berührung kommen lasse; er hielt sich selbst stets inkognito und hatte seine Maßregeln jedenfalls wohl so getroffen, daß seine Untergebenen nicht nur sich unter einander so wenig wie möglich kennen lernten, sondern auch bei der Übernahme und Bezahlung der Kontrebande nicht zugegen sein konnten. Und darauf stützte Wilhelm seinen Plan. Wäre er jetzt zurückgekehrt, um Anzeige zu machen, so war es fraglich, ob die Betreffenden auch anzutreffen seien; mit den zwei Revolvern fühlte er sich dem Pascherkönige gewachsen, und wenn dieser wirklich identisch mit dem Dukatengrafen war, so stellte sich das Bild Emma's schützend vor den Vater, welchen das Herz gern schonend behandelt hätte, obgleich das Gewissen ihn schonungslos verurtheilen mußte.

Er kehrte zu den Lärchen zurück und versteckte sich in der Nähe derselben so, daß er die Stelle vollständig zu übersehen vermochte. Je länger es dauerte, ehe er den Ersten

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nahen hörte, desto sicherer wurde er, daß noch Niemand das Papier gelesen habe. Endlich huschte Jemand herbei; der Schein eines Zündholzes flackerte auf und Wilhelm blickte in ein wohlbekanntes Gesicht. Es war ein Nachbar seines Vaters. In wenig Augenblicken hatte er sich wieder entfernt und zwar in der Richtung, welche auf dem falschen Zettel angegeben war. Die für den Lärchenbesuch bestimmte Zeit schien da zu sein, denn es kam jetzt Einer nach dem Andern und Jeder beobachtete dasselbe Verfahren. Wilhelm kannte sie alle. Der heutige Transport mußte allerdings ein bedeutender sein, denn erst der sechzehnte Mann schien den Schluß zu bilden. Es waren lauter Bewohner der Umgegend, und der heimliche Beobachter mußte im Stillen seinem Vater, welcher ihn vor der Feindschaft dieser Leute gewarnt hatte, Recht geben.

Das Mordloch war diejenige Stelle, an welcher einst der Lieutenant erschossen worden war; sie hatte von diesem Verbrechen ihren Namen erhalten. Aus dem, was Wilhelm bisher erlauscht und von Franz erfahren hatte, ließ sich vermuthen, daß dort die Waaren direkt an den Pascherkönig abgeliefert würden, und es sprachen Gründe dafür, daß dies nicht in Gegenwart Derer geschehen würde, welche bestimmt waren, die Packete weiter zu transportieren. Die berüchtigte Schlauheit des Anführers legte vielmehr den Gedanken nahe, daß er die Träger der einen Strecke nicht mit denen der anderen in Berührung kommen lasse; er hielt sich selbst stets inkognito und hatte seine Maßregeln jedenfalls wohl so getroffen, daß seine Untergebenen nicht nur sich unter einander so wenig wie möglich kennen lernten, sondern auch bei der Übernahme und Bezahlung der Kontrebande nicht zugegen sein konnten. Und darauf stützte Wilhelm seinen Plan. Wäre er jetzt zurückgekehrt, um Anzeige zu machen, so war es fraglich, ob die Betreffenden auch anzutreffen seien; mit den zwei Revolvern fühlte er sich dem Pascherkönige gewachsen, und wenn dieser wirklich identisch mit dem Dukatengrafen war, so stellte sich das Bild Emma's schützend vor den Vater, welchen das Herz gern schonend behandelt hätte, obgleich das Gewissen ihn schonungslos verurtheilen mußte.

Er kehrte zu den Lärchen zurück und versteckte sich in der Nähe derselben so, daß er die Stelle vollständig zu übersehen vermochte. Je länger es dauerte, ehe er den Ersten nahen hörte, desto sicherer wurde er, daß noch Niemand das Papier gelesen habe. Endlich huschte Jemand herbei; der Schein eines Zündholzes flackerte auf und Wilhelm blickte in ein wohlbekanntes Gesicht. Es war ein Nachbar seines Vaters. In wenig Augenblicken hatte er sich wieder entfernt und zwar in der Richtung, welche auf dem falschen Zettel angegeben war. Die für den Lärchenbesuch bestimmte Zeit schien da zu sein, denn es kam jetzt Einer nach dem Andern und Jeder beobachtete dasselbe Verfahren. Wilhelm kannte sie alle. Der heutige Transport mußte allerdings ein bedeutender sein, denn erst der sechzehnte Mann schien den Schluß zu bilden. Es waren lauter Bewohner der Umgegend, und der heimliche Beobachter mußte im Stillen seinem Vater, welcher ihn vor der Feindschaft dieser Leute gewarnt hatte, Recht geben.

Das Mordloch war diejenige Stelle, an welcher einst der Leutnant erschossen worden war; sie hatte von diesem Verbrechen ihren Namen erhalten. Aus dem, was Wilhelm bisher erlauscht und von Franz erfahren hatte, ließ sich vermuten, daß dort die Waren direkt an den Pascherkönig abgeliefert würden, und es sprachen Gründe dafür, daß dies nicht in Gegenwart Derer geschehen würde, welche bestimmt waren, die Pakete weiter zu transportieren. Die berüchtigte Schlauheit des Anführers legte vielmehr den Gedanken nahe, daß er die Träger der einen Strecke nicht mit denen der anderen in Berührung kommen lasse; er hielt sich selbst stets inkognito und hatte seine Maßregeln jedenfalls so getroffen, daß seine Untergebenen nicht nur sich untereinander so wenig wie möglich kennen lernten, sondern auch bei der Übernahme und Bezahlung der Konterbande nicht zugegen sein konnten. Und darauf stützte Wilhelm seinen Plan. Wäre er jetzt zurückgekehrt, um Anzeige zu machen, so war es fraglich, ob die Betreffenden
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auch anzutreffen seien; mit den zwei Revolvern fühlte er sich dem Pascherkönige gewachsen, und wenn dieser wirklich identisch mit dem Dukatengrafen war, so stellte sich das Bild Emmas schützend vor den Vater, welchen das Herz gern schonend behandelt hätte, obgleich das Gewissen ihn schonungslos verurtheilen mußte. Er kehrte zu den Lärchen zurück und versteckte sich in der Nähe derselben so, daß er die Stelle vollständig zu übersehen vermochte. Je länger es dauerte, ehe er den ersten nahen hörte, desto sicherer wurde er, daß noch niemand das Papier gelesen habe. Endlich huschte jemand herbei; der Schein eines Zündholzes flackerte auf, und Wilhelm blickte in ein wohlbekanntes Gesicht. Es war ein Nachbar seines Vaters. In wenig Augenblicken hatte er sich wieder entfernt, und zwar in der Richtung, welche auf dem falschen Zettel angegeben war. Die für den Lärchenbesuch bestimmte Zeit schien da zu sein, denn es kam jetzt einer nach dem anderen, und jeder beobachtete dasselbe Verfahren. Wilhelm kannte sie alle. Der heutige Transport mußte allerdings ein bedeutender sein, denn erst der sechzehnte Mann schien den Schluß zu bilden. Es waren lauter Bewohner der Umgegend, und der heimliche Beobachter mußte im Stillen seinem Vater, welcher ihn vor der Feindschaft dieser Leute gewarnt hatte, Recht geben.

Als Niemand mehr kommen wollte, erhob er sich und schlug die Richtung nach dem Mordloche ein. Es war kein weiter Weg, welchen er zurückzulegen hatte; aber das Fortkommen wurde durch den dichten Baumwuchs sehr erschwert und es verging daher eine geraume Zeit, ehe er in die Nähe des Zieles gelangte. Indem er sich jetzt vorsichtigen Fußes zwischen den Stämmen weiter schlich, hörte er zur Seite ein Rascheln der Zweige. Er blieb stehen, ließ den Mann an sich vorüberschlüpfen und folgte ihm dann nach. Fast kam es ihm so vor, als sei es derselbe, welcher am Zaune des Dukatenhofes gestanden hatte.

Als Niemand mehr kommen wollte, erhob er sich und schlug die Richtung nach dem Mordloche ein. Es war kein weiter Weg, welchen er zurückzulegen hatte; aber das Fortkommen wurde durch den dichten Baumwuchs sehr erschwert und es verging daher eine geraume Zeit, ehe er in die Nähe des Zieles gelangte. Indem er sich jetzt vorsichtigen Fußes zwischen den Stämmen weiter schlich, hörte er zur Seite ein Rascheln der Zweige. Er blieb stehen, ließ den Mann an sich vorüberschlüpfen und folgte ihm dann nach. Fast kam es ihm so vor, als sei es derselbe, welcher am Zaune des Dukatenhofes gestanden hatte.

Als niemand mehr kommen wollte, erhob er sich und schlug die Richtung nach dem Mordloche ein. Es war kein weiter Weg, welchen er zurückzulegen hatte; aber das Fortkommen wurde durch den dichten Baumwuchs sehr erschwert, und es verging daher eine geraume Zeit, ehe er in die Nähe des Zieles gelangte. Indem er sich jetzt vorsichtigen Fußes zwischen den Stämmen weiterschlich, hörte er zur Seite ein Rascheln der Zweige. Er blieb stehen, ließ den Mann an sich
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vorüberschlüpfen und folgte ihm dann nach. Fast kam es ihm so vor, als sei er derselbe, welcher am Zaune des Dukatenhofes gestanden hatte.

Es konnte nur noch eine ganz geringe Strecke bis zum Stelldichein sein, als eigenthümliche Laute ihn veranlaßten, den Schritt wieder zu hemmen. Ein Schrei erscholl, so
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heiser und kurz, als komme er aus einer fest zugeschnürten und nur für einen Augenblick frei gelassenen Kehle. Dann ließ sich eine hohnlachende menschliche Stimme vernehmen:

Es konnte nur noch eine ganz geringe Strecke bis zum Stelldichein sein, als eigenthümliche Laute ihn veranlaßten, den Schritt wieder zu hemmen. Ein Schrei erscholl, so heiser und kurz, als komme er aus einer fest zugeschnürten und nur für einen Augenblick frei gelassenen Kehle. Dann ließ sich eine hohnlachende menschliche Stimme vernehmen:

Es konnte nur noch eine ganz geringe Strecke bis zum Stelldichein sein, als eigentümliche Laute ihn veranlaßten, den Schritt wieder zu hemmen. Ein Schrei erscholl, so heiser und kurz, als komme er aus einer festzugeschnürten Kehle. Dann ließ sich eine hohnlachende, menschliche Stimme vernehmen.

"Ja, schrei nur; es soll Dir doch nix helf'n! Heut' ist der Jahrestag, daß Du den Lieutenant erschoss'n hast, und ich bin dafür eingesteckt word'n. Dann bin ich alle Jahr' des Nachts zur selbigen Stund' hergekroch'n und hab' den Geist des Ermordeten gebeten, mir zu helf'n in meiner Rach', und nun hat er Dich hergebracht und in meine Hand gegeb'n grad' an der Stell', wo Du mich weg'n der Anna hast zu Tode bringen woll'n."

Ein tiefes, schweres röchelndes Stöhnen unterbrach ihn.

"Ja, schrei nur; es soll Dir doch nix helf'n! Heut' ist der Jahrestag, daß Du den Lieutenant erschoss'n hast, und ich bin dafür eingesteckt word'n. Dann bin ich alle Jahr' des Nachts zur selbigen Stund' hergekroch'n und hab' den Geist des Ermordeten gebeten, mir zu helf'n in meiner Rach', und nun hat er Dich hergebracht und in meine Hand gegeb'n grad' an der Stell', wo Du mich weg'n der Anna hast zu Tode bringen woll'n."

Ein tiefes, schweres, röchelndes Stöhnen unterbrach ihn.

"Ja, schrei nur; es soll dir doch nichts helfen! Heute ist der Jahrestag, daß du den Leutnant erschossen hast, und ich bin dafür eingesteckt worden. Dann bin ich alle Jahre des Nachts zur selbigen Stunde hergekrochen und habe den Geist des Ermordeten gebeten, mir zu helfen in meiner Rache, und nun hat er dich hergebracht und in meine Hand gegeben grade an der Stelle, wo du mich hast zu Tode bringen wollen."

Ein tiefes, schweres, röchelndes Stöhnen unterbrach ihn.

"Gib Dir keine Mühe, loszukommen. Die Beine sind auf dem Dukat'nhof, aber die Hände hab' ich noch, und wen der Köpfle-Franz festnimmt, der wird alleweil nimmer wieder frei. Deine Frau ist todt und Du mußt ihr nach und wenn Du zehnmal der Schmugglerkönig bist; Du bist doch auch noch ein Anderer, Du bist der - der - na, Du weißt schon, wen ich meine, der mir das Herz aus dem Leib' geriss'n hat und mir das Leb'n vergiftet bis auf den heutigen Tag. Paß' auf, jetzt geht's mit Dir zu End'!"

"Gib Dir keine Mühe, loszukommen. Die Beine sind auf dem Dukat'nhof, aber die Hände hab' ich noch, und wen der Köpfle-Franz festnimmt, der wird alleweil nimmer wieder frei. Deine Frau ist todt und Du mußt ihr nach und wenn Du zehnmal der Schmugglerkönig bist; Du
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bist doch auch noch ein Anderer, Du bist der - der - na, Du weißt schon, wen ich meine, der mir das Herz aus dem Leib' geriss'n hat und mir das Leb'n vergiftet bis auf den heutigen Tag. Paß' auf, jetzt geht's mit Dir zu End'!"

"Gib Dir keine Mühe, loszukommen. Die Beine sind auf dem Dukatenhof, aber die Hände habe ich noch, und wen der Köpfle-Franz festnimmt, der wird alleweil nimmer wieder frei. Deine Frau ist tot, und du mußt ihr nach, und wenn du zehnmal der Schmugglerkönig bist, du bist doch auch noch ein Anderer, du bist der - der - na, du weißt schon, wen ich meine, der mir das Herz aus dem Leibe gerissen hat und mir das Leben vergiftet bis auf den heutigen Tag. Pass' auf, jetzt geht's mit Dir zu Ende!"

Er stand im Begriffe, den unter ihm Liegenden mit einem letzten Drucke zu erwürgen, aber es kam nicht dazu. Eine kräftige Faust packte ihn von hinten und riß ihn von seinem Opfer zurück, und zu gleicher Zeit flammte mit bleichem Lichte ein blanker Messerstahl durch das Dunkel. Der Mann, welcher an Wilhelm vorbeipassiert, war seinem Hauptmanne zu Hilfe geeilt, doch kam die gezückte Waffe nicht
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zum tödtlichen Stoße, denn auch er wurde ergriffen und von seinem Opfer fortgeschleudert.

Er stand im Begriffe, den unter ihm Liegenden mit einem letzten Drucke zu erwürgen, aber es kam nicht dazu. Eine kräftige Faust packte ihn von hinten und riß ihn von seinem Opfer zurück, und zu gleicher Zeit flammte mit bleichem Lichte ein blanker Messerstahl durch das Dunkel. Der Mann, welcher an Wilhelm vorbeipassiert, war seinem Hauptmanne zu Hilfe geeilt, doch kam die gezückte Waffe nicht zum tödtlichen Stoße, denn auch er wurde ergriffen und von seinem Opfer fortgeschleudert.

Er stand im Begriffe, den unter ihm Liegenden mit einem letzten Druck zu erwürgen, aber es kam nicht dazu. Eine kräftige Faust packte ihn von hinten und riß ihn von seinem Opfer zurück, und zu gleicher Zeit
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flammte mit bleichem Lichte ein blanker Messerstrahl durch das Dunkel. Der Mann, welcher an Wilhelm vorbeipassiert, war seinem Hauptmanne zu Hilfe geeilt, doch kam die gezückte Waffe nicht zum tödlichen Stoße, denn auch er wurde ergriffen und von seinem Opfer fortgeschleudert.

"Weg mit dem Messer, sonst helf' ich nach!" rief Wilhelm, der die Situation sofort erfaßt hatte.

"Weg mit dem Messer, sonst helf' ich nach!" rief Wilhelm, der die Situation sofort erfaßt hatte.

"Weg mit dem Messer, sonst helf' ich nach!" rief Wilhelm, der die Situation sofort erfaßt hatte.

Der Mann gehorchte nicht, warf sich im Gegentheile mit dem Messer jetzt auf ihn. Wilhelm trat rasch zur Seite; der Schuß blitzte auf, und die Hand sank, die Waffe fallen lassend, zerschmettert nieder. Bei dem Pulverstrahle waren die blanken Knöpfe seiner Uniform zu erkennen; der Mann stieß einen unterdrückten Schmerzensruf aus und eilte fliehend von dannen. Als Wilhelm sich umwandte, sah er nur noch den Köpfle-Franz.

Der Mann gehorchte nicht, warf sich im Gegentheile mit dem Messer jetzt auf ihn. Wilhelm trat rasch zur Seite; der Schuß blitzte auf und die Hand sank, die Waffe fallen lassend, zerschmettert nieder. Bei dem Pulverstrahle waren die blanken Knöpfe seiner Uniform zu erkennen; der Mann stieß einen unterdrückten Schmerzensruf aus und eilte fliehend von dannen. Als Wilhelm sich umwandte, sah er nur noch den Köpfle-Franz.

Der Mann gehorchte nicht, warf sich im Gegenteil mit dem Messer auf ihn. Wilhelm trat rasch zur Seite; sein Schuß blitzte auf, und die Hand des anderen sank, die Waffe fallen lassend, zerschmettert nieder. Bei dem Pulverdampfe waren die blanken Knöpfe seiner Uniform zu erkennen; der Mann stieß einen unterdrückten Schmerzensruf aus und eilte fliehend von dannen. Als Wilhelm sich umwandte, sah er nur noch den Köpfle-Franz.

"Wo ist der Pascherkönig, Path' ?"

"Fort!" lachte der Gefragte. "Das kannst Du Dir doch denk'n!"

"Wo ist der Pascherkönig, Path' ?"

"Fort!" lachte der Gefragte. "Das kannst Du Dir doch denk'n!"

"Wo ist der Pascherkönig, Pate ?"

"Fort!" lachte der Gefragte. "Das kannst Du Dir doch denken!"

"Ich muß ihm nach - - -"

"Halt, wart erst!" rieth Franz, ihn beim Arme haltend. "Sieh' 'mal daher!"

"Ich muß ihm nach - - -"

"Halt, wart' erst!" rieth Franz, ihn beim Arme haltend. "Sieh' 'mal daher!"

"Ich muß ihm nach - - -"

"Halt, warte erst!" riet Franz, ihn beim Arme haltend. "Sieh mal daher!"

Unter den Föhren, von wo aus einst der verhängnißvolle Schuß gefeuert wurde, lag eine ganze Reihe mächtiger und wohlgeschnürter Packete.

Unter den Föhren, von wo aus einst der verhängnißvolle Schuß gefeuert wurde, lag eine ganze Reihe mächtiger und wohlgeschnürter Packete.

Unter den Föhren, von wo aus einst der verhängnißvolle Schuß gefeuert wurde, lag eine ganze Reihe mächtiger und wohlgeschnürter Pakete.

"Ich hab' mir's gedacht! Aber wie kommst Du hieher und in den Kampf mit dem Pascherkönig ?"

"Ich hab' mir's gedacht! Aber wie kommst Du hieher und in den Kampf mit dem Pascherkönig ?"

"Ich habe mir's gedacht! Aber wie kommst Du hierher und in den Kampf mit dem Pascherkönig ?"

"Heut' bin ich wie alle Jahr hier, wenn's auch Niemand zu wissen braucht. Da hab' ich Alles geseh'n, die Leut', welche die Bündel bracht'n und dann wieder gingen, den Mann, der das viele Geld bekam, und den - den - na, den Pascherkönig, der nachher auf mich gestoß'n ist und hat mich umbringen woll'n. Aber da ist er an den Unrecht'n
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gekommen, denn wenn der Andere net gewes'n wär', so hätt' es keine Minute länger mit ihm gedauert. Nun aber ist er ausgeriss'n. Er hat Deine Montur geseh'n und gedacht, das ganze Militär ist da."

"Heut' bin ich wie alle Jahr hier, wenn's auch Niemand zu wissen braucht. Da hab' ich Alles geseh'n, die Leut', welche die Bündel bracht'n und dann wieder gingen, den Mann, der das viele Geld bekam, und den - den - na, den Pascherkönig, der nachher auf mich gestoß'n ist und hat mich umbringen woll'n. Aber da ist er an den Unrecht'n gekommen, denn wenn der Andere nicht gewes'n wär', so hätt' es keine Minute länger mit ihm gedauert. Nun aber ist er ausgeriss'n. Er hat Deine Montur geseh'n und gedacht, das ganze Militär ist da."

"Heute bin ich wie alle Jahre hier, wenn's auch niemand zu wissen braucht. Da habe ich alles gesehen, und die Leute, welche die Bündel brachten und dann wieder gingen, den Mann, der das viele Geld bekam,
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und den - - na, den Pascherkönig, der nachher auf mich gestoßen ist und hat mich umbringen wollen. Aber da ist er an den Unrechten gekommen, denn wenn der andere nicht gekommen wäre, so hätte es keine Minute länger mit ihm gedauert. Nun aber ist er ausgerissen. Er hat Deine Montur gesehen und gedacht, das ganze Militär ist da."

"Wart', bei dem Gedank'n woll'n wir ihn gern lass'n!" lachte Wilhelm und brannte in unregelmäßiger Pausenfolge noch einige Schüsse ab. Sodann lud er wieder und reichte einen der Revolver dem Pathen.

"Wart', bei dem Gedank'n woll'n wir ihn gern lass'n!" lachte Wilhelm und brannte in unregelmäßiger Pausenfolge noch einige Schüsse ab. Sodann lud er wieder und reichte einen der Revolver dem Pathen.

"Warte, bei dem Gedanken wollen wir ihn gern lassen!" lachte Wilhelm und brannte in unregelmäßiger Pausenfolge noch einige Schüsse ab. Sodann lud er wieder und reichte einen der Revolver dem Paten.

"Hier, Franz, nimm, daß Du Dich wehr'n kannst, denn Du mußt dableib'n als Wache für die Päcke. Ich aber muß wiss'n, wer der Pascherkönig ist; ich spring' ihm nach."

"Hier, Franz, nimm, daß Du Dich wehr'n kannst, denn Du mußt dableib'n als Wache für die Päcke. Ich aber muß wiss'n, wer der Pascherkönig ist; ich spring' ihm nach."

"Hier, Franz, nimm, daß du dich wehren kannst, denn du mußt dableiben als Wache für die Päcke! Ich aber muß wissen, wo der Pascherkönig ist; ich spring' ihm nach."

"Dableib'n, das will ich schon, aber sag' mir nur, wie ich dies kleine Ding alleweil anzupack'n hab'!"

"Dableib'n, das will ich schon, aber sag' mir nur, wie ich dies kleine Ding alleweil anzupack'n hab'!"

"Dableiben, das will ich schon, aber sage mir nur, wie ich dies kleine Ding allweil anzupacken habe!"

Wilhelm erklärte ihm flüchtig die Konstruktion der Schießwaffe und entfernte sich dann. Er wußte, daß er dies wohl wagen dürfe, denn von den Schmugglern war keiner zu erwarten und allen anderen Fährlichkeiten gegenüber hatte der furchtlose Franz gewiß nicht die mindeste Bangigkeit. Wohin er seine Schritte zu lenken habe, das wußte er ganz genau. Der Pascherkönig nahm jedenfalls an, daß er erkannt worden sei, und daß man sofort nach seiner Wohnung eilen werde, um dort auszusuchen und ihn nach Umständen fest zu nehmen, und deshalb war er ganz gewiß bestrebt, sie noch vor seinen Verfolgern zu erreichen. Darum durchschnitt Wilhelm den Wald in gerader Richtung auf den Dukatenhof zu, ging, dort angekommen, nach der hinteren Seite des Gutes und nahm sich vor, den Bauer unter allen Umständen gleich als Schmugglerhauptmann
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anzureden; nach dem Verhalten desselben wollte er dann in Beziehung auf Emma auch das seinige einrichten.

Wilhelm erklärte ihm flüchtig die Konstruktion der Schießwaffe und entfernte sich dann. Er wußte, daß er dies wohl wagen dürfe, denn von den Schmugglern war keiner zu erwarten und allen anderen Fährlichkeiten gegenüber hatte der furchtlose Franz gewiß nicht die mindeste Bangigkeit. Wohin er seine Schritte zu lenken habe, das wußte er ganz genau. Der Pascherkönig nahm jedenfalls an, daß er erkannt worden sei, und daß man sofort nach seiner Wohnung eilen werde, um dort Haussuchung zu halten und ihn nach Umständen festzunehmen, und deshalb war er ganz gewiß bestrebt, sie noch vor seinen Verfolgern zu erreichen. Darum durchschnitt Wilhelm den Wald in gerader Richtung auf den Dukatenhof zu, ging, dort angekommen, nach der hinteren Seite des Gutes und nahm sich vor, den Bauer unter allen Umständen gleich als Schmugglerhauptmann anzureden; nach dem Verhalten desselben wollte er dann in Beziehung auf Emma auch das seinige einrichten.

Wilhelm erklärte ihm flüchtig die Konstruktion der Schießwaffe und entfernte sich dann. Er wußte, daß er dies wohl wagen dürfe, denn von den Schmugglern war keiner zu erwarten, und allen anderen Fährlichkeiten gegenüber hatte der furchtlose Franz gewiß nicht die mindeste Bangigkeit. Wohin er seine Schritte zu lenken habe, das wußte Wilhelm ganz genau. Der Pascherkönig nahm jedenfalls an, daß er erkannt worden sei, und daß man sofort nach seiner Wohnung eilen werde, um dort auszusuchen und ihn nach Umständen festzunehmen, und deshalb war er ganz gewiß bestrebt, sie noch vor seinen Verfolgern zu erreichen. Darum durchschritt Wilhelm den Wald in gerader Richtung auf den Hof zu, ging, dort angekommen, nach der hinteren Seite des Gutes und nahm sich vor, den Bauer unter allen Umständen gleich als Schmugglerhauptmann anzureden; nach dem
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Verhalten desselben wollte er dann in Beziehung auf Emma auch das seinige einrichten.

Diese Voraussetzungen zeigten sich als ganz richtig. Durch den würgenden Druck von Franzens Händen fast zur Besinnungslosigkeit gebracht, hatte der Dukatengraf nicht diejenige Geistesgegenwart gehabt, welche nothwendig war, die Lage der Sache sofort zu begreifen. Er hielt sich wirklich von Militär und Grenzjägern überfallen und sah es als eine ganz besonders glückliche Fügung an, daß er ihnen entkommen war. Erst als er aus dem Walde in das freie Feld gelangte, gönnte er sich einen Augenblick Ruhe, um Athem zu schöpfen.

Diese Voraussetzungen zeigten sich als ganz richtig. Durch den würgenden Druck von Franzens Händen fast zur Besinnungslosigkeit gebracht, hatte der Dukatengraf nicht diejenige Geistesgegenwart gehabt, welche nothwendig war, die Lage der Sache sofort zu begreifen. Er wähnte sich wirklich von Militär und Grenzjägern überfallen und sah es als eine ganz besonders glückliche Fügung an, daß er ihnen entkommen war. Erst als er aus dem Walde in das freie Feld gelangte, gönnte er sich einen Augenblick Ruhe, um Athem zu schöpfen.

Diese Voraussetzungen zeigten sich als ganz richtig. Durch den würgenden Druck von Franzens Händen fast zur Besinnungslosigkeit gebracht, hatte der Dukatengraf nicht diejenige Geistesgegenwart gehabt, welche notwendig war, die Lage der Sache sofort zu begreifen. Er hielt sich wirklich von Militär und Grenzjägern überfallen und sah es als eine ganz besonders glückliche Fügung an, daß er ihnen entkommen war. Erst als er aus dem Walde in das freie Feld gelangte, gönnte er sich einen Augenblick Ruhe, um Atem zu schöpfen.

"Verlor'n, Alles verlor'n!" murmelte er, ingrimmig die Fäuste ballend. "Das viele Geld ist hin, die köstlichen Packete sind fort, ich bin zum Bettler geword'n, grad' wie der Grunert-Franz. Und wenn mir nun noch der Klotz über die Beine geht, so schnall' ich mich in den Rollkast'n und fahr' mit ihm im Land herum zum Köpflemal'n. So weit hat's der Dukat'nbauer gebracht, und es ist nur noch tausend Wunder, daß mich keiner von den vielen Schüss'n, die sie mir nachgeschickt hab'n, getroff'n hat. Und das hab' ich Alles dem Bub'n zu verdanken, dem Wilhelm, der mir vom Garten weg nachgeschlich'n ist, um Rache an mir zu nehmen. Er hat den Handel belauscht und nachher die Buntröcke herbeigeholt. Ich hab' ihn gleich an der Stimm' erkannt, und er mag sich nun hüten, daß er mir net 'mal im Wege steht, sonst ist es aus mit ihm! - - Auch der Franz, der Krüppel, der elende, hat sich vor
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lauter Rachsucht hinausgeschleppt. Hätt' ich ihn nur gleich erschlag'n!"

"Verlor'n, Alles verlor'n!" murmelte er, ingrimmig die Fäuste ballend. "Das viele Geld ist hin, die köstlichen Packete sind fort, ich bin zum Bettler geword'n, grad' wie der Grunert-Franz. Und wenn mir nun noch der Klotz über die Beine geht, so schnall' ich mich in den Rollkast'n und fahr' mit ihm im Land herum zum Köpflemal'n. So weit hat's der Dukat'nbauer gebracht, und es ist nur noch tausend Wunder, daß mich keiner von den vielen Schüss'n, die sie mir nachgeschickt hab'n, getroff'n hat. Und das hab' ich Alles dem Bub'n zu verdanken, dem Wilhelm, der mir vom Garten weg nachgeschlich'n ist, um Rache an mir zu nehmen. Er hat den Handel belauscht und nachher die Buntröcke herbeigeholt. Ich hab' ihn gleich an der Stimm' erkannt, und er mag sich nun hüten, daß er mir nicht 'mal im Wege steht, sonst ist es aus mit ihm! - - Auch der Franz, der Krüppel, der elende, hat sich vor lauter Rachsucht hinausgeschleppt. Hätt' ich ihn nur gleich erschlag'n!"

"Verloren, alles verloren!" murmelte er, ingrimmig die Fäuste ballend. "Das viele Geld ist hin, die köstlichen Pakete sind fort; ich bin zum Bettler geworden, grad wie der Grunert-Franz. Und wenn mir nun noch der Klotz über die Beine geht, so schnalle ich mich in den Rollkasten und fahre mit ihm im Land herum zum Köpflemalen. So weit hat's der Dukatenbauer gebracht, und es ist nur noch tausend Wunder, daß mich keiner von den vielen Schüssen, die sie mir nachgeschickt haben, getroffen hat. Und das habe ich alles dem Buben zu verdanken, dem Wilhelm, der mir vom Garten weg nachgeschlichen ist, um Rache an mir zu nehmen. Er hat den Handel belauscht und nachher die Buntröcke herbeigeholt. Ich habe ihn gleich an der Stimme erkannt, und er mag sich nur hüten, daß er mir nicht mal im Wege steht, sonst ist es aus mit ihm! - Auch der Franz, der Krüppel, der elende, hat sich vor lauter Rachsucht hinausgeschleppt. Hätte ich ihn nur gleich erschlagen!"

Er warf die Hände drohend nach rückwärts und schritt dann dem Dorfe zu.

Er warf die Hände drohend nach rückwärts und schritt dann dem Dorfe zu.

Er warf die Hände drohend nach rückwärts und schritt dann dem Dorfe zu.


"Ich muß mich sput'n, daß ich nach Haus' komm', sonst sind sie eher da und nehmen mich vom Felde weg! Ich geh' zu Bett', und nachher kann mir Niemand nix anhab'n. Aber durch's Dorf darf ich net, damit ich net gesehen werd'!"


"Ich muß mich sput'n, daß ich nach Haus' komm', sonst sind sie eher da und nehmen mich vom Felde weg! Ich geh' zu Bett', und nachher kann mir Niemand nix anhab'n. Aber durch's Dorf darf ich nicht, damit ich nicht gesehen werd'!"

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"Ich muß mich sputen, daß ich nach Hause komme, sonst sind sie eher da und nehmen mich vom Felde weg! Ich gehe zu Bett, und nachher kann mir niemand etwas anhaben. Aber durch's Dorf gehe ich nicht, damit ich nicht gesehen werde!"

Dieser Umweg war die Veranlassung, daß er später als Wilhelm auf dem Hofe ankam. Er sah die Möglichkeit ein, daß die gefürchteten Verfolger schon eingetroffen sein könnten, und gebrauchte daher bei seiner Annäherung die äußerste Vorsicht. Nur in kriechender Stellung legte er den Weg durch den Garten zurück, und bei den beiden Stämmen angekommen, strengte er die ganze Schärfe seines Gesichtes und Gehöres an, um zu erfahren, ob Gefahr für ihn vorhanden sei.

Dieser Umweg war die Veranlassung, daß er später als Wilhelm auf dem Hofe ankam. Er sah die Möglichkeit ein, daß die gefürchteten Verfolger schon eingetroffen sein könnten, und gebrauchte daher bei seiner Annäherung die äußerste Vorsicht. Nur in kriechender Stellung legte er den Weg durch den Garten zurück, und bei den beiden Stämmen angekommen, strengte er die ganze Schärfe seines Gesichtes und Gehöres an, um zu erfahren, ob Gefahr für ihn vorhanden sei.

Dieser Umweg war die Veranlassung, daß er später als Wilhelm auf dem Hofe ankam. Er sah die Möglichkeit ein, daß die gefürchteten Verfolger schon eingetroffen sein könnten, und gebrauchte daher bei seiner Annäherung die äußerste Vorsicht. Nur in kriechender Stellung legte er den Weg durch den Garten zurück, und bei den beiden Stämmen angekommen, strengte er die ganze Schärfe seines Gesichtes und Gehöres an, um zu erfahren, ob Gefahr für ihn vorhanden sei.

"Hab' mir's doch gleich gedacht," bemerkte er in sich hinein; "dort lehnt Einer am Fensterlad'n, grad' da, wo damals der Franz gestand'n ist. Der hat's klug angefang'n, so daß ich net zur Thür hinein kann, und die Scheune, die hat der Knecht beim Schlafengeh'n verschlossen."

"Hab' mir's doch gleich gedacht," bemerkte er in sich hinein; "dort lehnt Einer am Fensterlad'n, grad' da, wo damals der Franz gestand'n ist. Der hat's klug angefang'n, so daß ich nicht zur Thür hinein kann, und die Scheune, die hat der Knecht beim Schlafengeh'n verschlossen."

"Habe mir's doch gleich gedacht," bemerkte er in sich hinein; "dort lehnt einer am Fensterladen, grad da, wo damals der Franz gestanden ist. Der hat es klug angefangen, so daß ich nicht zur Thür hinein kann, und die Scheune, die hat der Knecht beim Schlafengehen verschlossen."

Nach kurzer Überlegung beschloß er, zunächst nachzuforschen, mit wie viel Gegnern er es zu thun habe; das Weitere konnte sich erst nachher ergeben. Sich mit der ganzen Körperlänge immer hart am Boden haltend, kroch er langsam vorwärts, und es dauerte bei dieser mühsamen Fortbewegung sehr lange, bis er die Umgebung abgesucht hatte und nun
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einen Entschluß fassen konnte. Er kehrte zu den Stämmen zurück.

Nach kurzer Überlegung beschloß er, zunächst nachzuforschen, mit wie viel Gegnern er es zu thun habe; das Weitere konnte sich erst nachher ergeben. Sich mit der ganzen Körperlänge immer hart am Boden haltend, kroch er langsam vorwärts, und es dauerte bei dieser mühsamen Fortbewegung sehr lange, bis er die Umgebung abgesucht hatte und nun einen Entschluß fassen konnte. Er kehrte zu den Stämmen zurück.

Nach kurzer Überlegung beschloß er, zunächst nachzuforschen, mit wieviel Gegnern er es zu tun habe; das Weitere konnte sich erst nachher ergeben. Sich mit der ganzen Körperlänge immer hart am Boden haltend, kroch er langsam vorwärts, und es dauerte bei dieser mühsamen Fortbewegung sehr lange, bis er die Umgebung abgesucht hatte und nun einen Entschluß fassen konnte. Er kehrte zu den Stämmen zurück.

"Es ist der Bub', der Wilhelm, und er ist ganz allein. Die Anderen steck'n sicher draußen und haben den Hof umzingelt. Ich muß hinein, und ich weiß, wie ich's zu Stande bring'. Wart', Spion, Du stehst mir recht, grad' so recht, wie damals der Franz, Dein Path', und diesmal soll's net blos die Beine kosten! Der Franz ist net gescheidt im Kopf, und was der sagt, das gilt nix vor Gericht, und Du, Du sollst den Weg zum Amt schon gar net finden!"

"Es ist der Bub', der Wilhelm, und er ist ganz allein. Die Anderen steck'n sicher draußen und haben den Hof umzingelt. Ich muß hinein, und ich weiß, wie ich's zu Stande bring'. Wart', Spion, Du stehst mir recht, grad' so recht, wie damals der Franz, Dein Path', und diesmal soll's nicht blos die Beine kosten! Der Franz ist nicht gescheidt im Kopf, und was der sagt, das gilt nix vor Gericht, und Du, Du sollst den Weg zum Amt schon gar nicht finden!"

"Es ist der Bube, der Wilhelm, und er ist ganz allein. Die anderen stecken sicher draußen und haben den Hof umzingelt. Ich muß hinein, und ich weiß, wie ich's zustande bringe. Warte, Spion, Du stehst mir recht, grad so recht, wie damals der Franz, Dein Pate, und
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diesmal soll esnicht bloß die Beine kosten! Der Franz ist nicht gescheit im Kopf, und was der sagt, das gilt nicht vor Gericht, und Du, Du sollst den Weg zum Amt schon gar nicht finden!"

Damit ein zweites Unglück verhütet werde, hatte man den Stämmen hölzerne Keile als Unterlagen eingeschoben. Er bewegte sich lautlos bis an die Vorderseite des ersten Klotzes und strengte alle seine Kräfte an, sie zu entfernen. An dem einen Ende gelang ihm dies nur nach langer vergeblicher Mühe, an dem anderen aber war es nun leichter, denn der Stamm hatte jetzt den festen Halt verloren und konnte schon durch einen einigermaßen kräftigen Stoß aus dem Gleichgewichte gebracht werden. Anstatt diesen Stoß von der Gartenseite vorzunehmen, bückte sich Graf zu dem zweiten Keile nieder - ein fürchterlicher Schrei erscholl durch die Nacht - ein dumpfes Rollen ließ den Boden erzittern - ein schmetternder Schlag machte das Haus erbeben, grad' wie in jener entsetzlichen Nacht, nur daß der Schrei heut' vor dem Anpralle erfolgte - dann herrschte auf kurze Zeit eine lautlose Stille über dem verhängnißvollen Orte. - - -

Damit ein zweites Unglück verhütet werde, hatte man den Stämmen hölzerne Keile als Unterlagen eingeschoben. Er bewegte sich lautlos bis an die Vorderseite des ersten Klotzes und strengte alle seine Kräfte an, sie zu entfernen. An dem einen Ende gelang ihm dies nur nach langer vergeblicher Mühe, an dem anderen aber war es nun leichter, denn der Stamm hatte jetzt den festen Halt verloren und konnte schon durch einen einigermaßen kräftigen Stoß aus dem Gleichgewichte gebracht werden. Anstatt diesen Stoß von der Gartenseite vorzunehmen, bückte sich Graf zu dem zweiten Keile nieder - ein fürchterlicher Schrei erscholl durch die Nacht - ein dumpfes Rollen ließ den Boden erzittern - ein schmetternder Schlag machte das Haus erbeben, grad' wie in jener entsetzlichen Nacht, nur daß der Schrei heut' vor dem Anpralle erfolgte - dann herrschte auf kurze Zeit eine lautlose Stille über dem verhängnißvollen Orte. - - -

Damit ein zweites Unglück verhütet werde, hatte man den Stämmen hölzerne Keile als Unterlagen eingeschoben. Er bewegte sich lautlos bis an die Vorderseite des ersten Klotzes und strengte alle seine Kräfte an, sie zu entfernen. An dem einen Ende gelang ihm dies nur nach langer, vergeblicher Mühe, an dem anderen aber war es nun leichter, denn der Stamm hatte jetzt den festen Halt verloren und konnte schon durch einen einigermaßen kräftigen Stoß aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Anstatt diesen Stoß von der Gartenseite vorzunehmen, bückte sich Graf zu dem zweiten Keile nieder - ein fürchterlicher Schrei erscholl durch die Nacht - ein dumpfes Rollen ließ den Boden erzittern - ein schmetternder Schlag machte das Haus erbeben, grad wie in jener entsetzlichen Nacht, nur daß der Schrei heute vor dem Anpralle erfolgte - dann herrschte auf kurze Zeit eine lautlose Stille über dem verhängnißvollen Orte. - - -

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4. Gesühnte Schuld

Der Winter war schon längst vergangen; der Frühling hatte seine Blüthenflocken bereits verschneit und es war Sommer geworden. Im Niederlande hatte man die Getreideernte bereits eingeheimst, im Gebirge aber wogte das goldene Ährenmeer noch über die Felder, und nur hier oder da lag auf der Sonnenseite der Sommerroggen auf der Stoppel, um auf einige Tage gehörig nachzutrocknen.



4. Gesühnte Schuld

Der Winter war schon längst vergangen; der Frühling hatte seine Blüthenflocken bereits verschneit und es war Sommer geworden. Im Niederlande hatte man die Getreideernte bereits eingeheimst, im Gebirge aber wogte das goldene Ährenmeer noch über die Felder, und nur hier oder da lag auf der Sonnenseite der Sommerroggen auf der Stoppel, um auf einige Tage gehörig nachzutrocknen.



4. Gesühnte Schuld

Der Winter war schon längst vergangen; der Frühling hatte seine Blütenflocken bereits verschneit, und es war Sommer geworden. Im Niederlande hatte man die Getreideernte bereits eingeheimst, im Gebirge

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aber wogte das goldene Ährenmeer noch über die Felder, und nur hier oder da lag auf der Sonnenseite der Sommerroggen auf der Stoppel, um einige Tage gehörig nachzutrocknen.

Es war wieder Sonnabend, aber nicht ein so kühler und düsterer, wie der im vorigen November, dessen Andenken noch nach so langer Zeit unter den Bewohnern des Dorfes die Frische seiner Farben nicht verloren hatte. Die Sonne war längst hinter den westlichen Bergen verschwunden, aber es lag noch immer warm und wohlig auf Wald und Feld, auf Flur und Dorf, und die Leute saßen nach vollendetem Abendbrode vor ihren Thüren, um sich den heimlichen Regungen hinzugeben, welche das Scheiden eines freundlichen Tages in jedem empfänglichen Menschenherzen hervorruft.

Aus dem Forste trat ein junger Mann, der die hellen, munteren Augen liebevoll über das vor ihm liegende Thal gleiten ließ.

Es war wieder Sonnabend, aber nicht ein so kühler und düsterer wie der im vorigen November, dessen Andenken noch nach so langer Zeit unter den Bewohnern des Dorfes die Frische seiner Farben nicht verloren hatte. Die Sonne war längst hinter den westlichen Bergen verschwunden, aber es lag noch immer warm und wohlig auf Wald und Feld, auf Flur und Dorf, und die Leute saßen nach vollendetem Abendbrode vor ihren Thüren, um sich den heimlichen Regungen hinzugeben, welche das Scheiden eines freundlichen Tages in jedem empfänglichen Menschenherzen hervorruft.

Aus dem Forste trat ein junger Mann, der die hellen, munteren Augen liebevoll über das vor ihm liegende Thal gleiten ließ.

(Fortsetzung folgt.)  

Es war wieder Sonnabend, aber nicht ein so kühler und düsterer, wie der im vorigen November, dessen Andenken noch nach so langer Zeit unter den Bewohnern die Frische seiner Farben nicht verloren hatte. Die Sonne war längst hinter den nächtlichen Bergen verschwunden, aber es lag noch immer warm und wohlig auf Wald und Feld, auf Flur und Dorf, und die Leute saßen nach vollendetem Abendbrote vor ihren Türen, um sich den heimlichen Regungen hinzugeben, welche das Scheiden eines freundlichen Tages in jedem empfänglichen Menschenherzen hervorruft.

Aus dem Forste trat ein junger Mann, der die hellen, munteren Augen liebevoll über das vor ihm liegende Tal gleiten ließ.



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