Das erste "Mosaik" erschien im Dezember 1955. Dräger stieß 1957 zum "Mosaik"- Team dazu und übernahm 1976 sogar die Leitung desselben. In dieser Funktion blieb er bis 1990 und bestimmte maßgeblich die Inhalte der DDR- Bildergeschichten. Die drei Haupthelden, anfangs Dig, Dag und Digedag, späer Abrax, Brabax und Califax, erlebten ihre Abenteuer in verschiedenen Serien. Und in allen Serien spiegelt sich May eindeutig wieder. In den Wild-West- und Südamerika-Serien ist dieser Umstand vielleicht gar nicht so verwunderlich. Aber auch in allen anderen Serien, selbst in der im Mittelalter spielenden um den Ritter Runkel von Rübenstein, lässt Old Shatterhand grüßen. Und da Kramer selbst ein begeisterter May-Leser ist und über profunde Kenntnisse sowohl der May- als auch der Comic-Szene verfügt, entgeht ihm auch nicht das letzte Zipfelchen eines May-Zitates.
Dräger hat natürlich nicht nur May "konsumiert" und verarbeitet, sondern auch andere Comics und Trivial-Literatur a la Coleur genauso wie sämtliche Klassiker der Literatur, der Bühne, des Kinos und des Fernsehens. Und auch bildende Kunst, Malerei, Graphik,? Dieses Konglomerat aus Einflüssen dröselt Kramer Heftchen für Heftchen voller Engagement an der und Enthusiasmus für die Sache auf über 400 Seiten auf. Der Leser erfährt so auf unterhaltsame und humorvolle Weise viel Interessantes und Wissenswertes. Und Erstaunliches? Kramers nahezu unglaubliche Kompetenz auf diesem Gebiet und sein locker- heiterer Erzählstil (wenn man von den ersten 70 ziemlich trockenen Seiten einmal absieht) begeistern mich an seinem neuen Werk ebenso wie an dessen Vorgänger. Meiner Meinung nach sollten beide Bücher in keinem Bücherschrank fehlen!
Kommentar im Forum der Karl-May-Stiftung