ich [war] bei der Lektüre der mailing-list recht angetan, doch recht bis sehr kritische Stimmen zum Thema "Bearbeitungen" zu finden. Um es vorweg zu nehmen - ich bin absoluter Gegner der Bearbeitungen, die vor allem als solche nicht mal gekennzeichnet sind. Vor allem frage ich mich, warum überhaupt Bearbeitungen??? Nur weil ein paar Leute meinten/meinen, KM hätte seine Bücher anders schreiben sollen? Und weil sie meinten/meinen, damit dem so gern zitierten "Millionenpublikum" aus dem Herzen gesprochen, bzw. geschrieben zu haben? Hätte dieses Millionenpublikum nicht vielleicht selber entscheiden können, ob ihm KM-Bücher, wie KM sie geschrieben hat, gefällt? Wenn ich mich nicht ganz irre, wird niemand gezwungen KM zu lesen. Wenn ich manchmal so vergleichend lese (ich bin in der glücklichen Lage, fünf ganz echte KM's zu besitzen, die zu seinen Lebzeiten herausgekommen sind), finde ich meist keine zwei aufeinanderfolgenden Sätze mit identischem Wortlaut. Wirkt manchmal so, als hätte jemand abgeschrieben und damit's nicht gleich so auffällt, die Sätze umgestellt, aber auch ganze Passagen umgeschrieben und die Namen der handelnden Personen verändert. Leider hat diese Umschreiberei viele Textstellen deutlich verflacht. Als ziemlich extremes Beispiel fällt mir da spontan "Freuden und Leiden eines Vielgelesenen" ein. Schon der KMV-Titel "Old Shatterhand a.D." ist, gelinde gesagt, ziemlich blöde und es wird noch schlimmer (s. KM-Rabe, Haffmanns). Für mich auch auffallend an den Bearbeitungen ist die Tendenz zu einer "Entpazifizierung" und der Versuch, Winnetou zu einer recht abgehobenen Person zu machen. In den Originalen erscheint er mir immer viel 'normaler'.
So viel für jetzt. Fortsetzung folgt!
Howgh!