Inhalt nach Verfassern geordnet
Aufsätze zur Biographie Karl Mays
Hier Download des Heftes 9/1996 im Format PDF (1 MB, nur sw) als Kostprobe!
Hier bestellen Sie!

Es liegt nahe, daß eine solche Publikation insbesondere über die Aktivitäten der Gedenkstätte berichtet und über biographische Fragen, die in Zusammenhang mit dem Ort Hohenstein-Ernstthal und seiner engeren Umgebung stehen. Aber nicht nur das geschieht; immer wieder und in zunehmendem Maße findet auch anderes Aufmerksamkeit. So wird eine mehrteilige Karl-May-Bibliographie DDR (Hans-Dieter Steinmetz) präsentiert, Sekundärliteratur vorgestellt und mancher biographische Sachverhalt mit weiterem räumlichen Bezug erörtert; Heft 8 beispielsweise berichtet über Karl May und der Deutschen Bild von den Indianern (Eckehard Koch), betrachtet die postumen Bearbeitungen der May-Texte unter juristischem Aspekt (Hainer Plaul), nimmt Stellung zu einem internen Problem der May-Forschung und führt mit solchen Beiträgen natürlich auch deutlich über den Kontext der positivistisch ausgerichteten Arbeit hinaus. Forschungsgeschichtlich interessante Informationen in besonderer Fülle bietet die im Sommer 1996 erschienene Ausgabe Nummer 9, in der einige jüngst aufgefundene Dokumente zu Mays Leben erstmals vorgestellt werden, vom Hauptbuch der Ernstthaler Knabenschule bis zu Unterlagen über Mays Ehen; [...]
"Vom Detailreichtum [...] ist die elfte Ausgabe der Hohenstein-Ernstthaler >Karl-May-Haus Information< geprägt. Diese Publikationsreihe hat sich gerade mit den jüngsten Veröffentlichungen zu einem wertvollen Periodikum der Karl-May-Forschung entwickelt und bestätigt nunmehr diesen Ruf.Der eindeutige Schwerpunkt liegt wiederum auf der biographischen Recherche, wobei Mays Waldenburger Seminarzeit im Mittelpunkt steht. Zunächst vermittelt Christian Heermann »einen Überblick zu den gesetzlichen Regelungen der Seminarausbildung in Sachsen und zu einer besonderen Situation in Waldenburg, um damit die Frage zu beantworten, wie Mays anklagende Worte aus seiner Selbstbiographie zur Kälte des Unterrichts zu werten sind« (Vorbemerkung, unpaginiert) - sie werden »vollauf bestätigt« (S. 7). Hans-Dieter Steinmetz und André Neubert berichten über Mays Aufnahme und Aufenthalt in Waldenburg, stellen Lehrer und Mitschüler vor und listen seine Jahreszensuren auf. Über die 1865 angelegte, im Stadtarchiv Leipzig gelagerte Polizeiakte Karl Mays, die bisher nur auszugsweise und unzuverlässig aus Lebius' >Zeugen Karl May und Klara May< bekannt war, informiert Hans Buchwitz. Hartmut Schmidt berichtet über das Ehepaar Marie und Hans Grund, zu dem Klara und Karl freundschaftliche Beziehungen unterhielten. Es folgen zwei weitere Artikel von Steinmetz: ein kurzer zu Mays späten Auseinandersetzungen mit der Lokalpresse seines Geburtsortes, ein erheblich umfangreicherer, der biographische Materialien zu den Monaten Dezember 1910 bis Mai 1911 zusammenträgt. über die man bisher nur wenig gewußt hat. Berichte zu den Sonderausstellungen des Hohenstein-Ernstthaler Karl-May-Hauses, zu May-Gedenktafeln im österreichischen Linz und Mittweida, zu einer Umfrage unter Besuchern des Karl-May-Hauses und einige kleinere Meldungen runden das Heft ab; Hans-Dieter Steinmetz kommt auch noch einmal auf den Hintergrund der Entstehung des May-Gedichts >Des Buches Seele< zu sprechen, das im Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1997 wiedergegeben wurde.
Es ist im Rahmen des vorliegenden Berichts nicht möglich, in allen Einzelheiten die Erträge nachzuzeichnen, die der biographischen Forschung aus dieser Publikation zuwachsen. Daß sie beträchtlich sind, sollte aber aus der obigen Zusammenfassung ebenso hervorgehen wie aus der Vorbemerkung des Heftes selbst, die mit verständlichem Stolz die Erstveröffentlichung von nicht weniger als vierzehn Briefen und Telegrammen Mays registriert. Immer wieder muß es Erstaunen hervorrufen, daß so viele aussagekräftige Dokumente noch aufzufinden sind, nachdem - das ist nun freilich schon einige Zeit her - von einer kompetenten biographischen May-Forschung über Jahrzehnte hinweg kaum etwas zu bemerken war."
"Der Reiz dieser - unregelmäßig erscheinenden - Hefte mit etwa 60 Seiten Umfang besteht in der Vielfalt der ebenso gut recherchierten wie geschriebenen Beiträge zum gesamten Thema May, von historischen 'Ausgrabungen' wie [im Heft 12] der ersten 'Winnetou'-Aufführung mit Hans Otto (als Winnetou) in Berlin zu neuesten biographischen Erkenntnissen, Randgeschichten und Begebenheiten. Heft 12 nun mit einer Hommage von Christian Heermann an den im Oktober 1998 verstorbenen May-'Kollegen' Werner Legère, mit dem hochinteressanten May-Rundgang im Geburtsort und teilweise ganz neuen biographischen Daten zu Mays Lehrertätigkeit (Autor beider Beiträge Hans-Dieter Steinmetz), mit Reminiszenzen an die Radebeuler Jahre, die italienische May-Ausgabe von 1912 und die Karikaturen-Sonderausstellung des vorigen Jahres, jede Menge Fotos inbegriffen."
"Auf sehr viel handfesterem Terrain als dem der literarischen Wertung, der literaturhistorischen Verortung und der Ideologiekritik bewegen sich in der Regel die Beiträge der Hohenstein-Ernstthaler >Karl-May-Haus Informationen<, und daran hat sich auch mit dem jüngsten Heft [12] nichts geändert. Abgesehen von einigen Beiträgen um das örtliche Geschehen und die Geschicke des Museums - das nach einer gründlichen Sanierung am 156. Geburtstag Mays wiedereröffnet wurde - dominieren abermals Beiträge zur Lebensgeschichte Mays, die - wie Joachim Biermann zusammenfassend feststellt - »durchweg die grundlegenden Ergebnisse der bisherigen May-Forschung (bestätigen)«, bei Details aber »in einiger Hinsicht« (S. 27) für Korrekturen und Präzisierungen sorgen. Hans-Dieter Steinmetz berichtet über Mays Tätigkeit als Hilfslehrer in Glauchau, Dieter Sudhoff über die Geschichte des Hauses >Radebeul, Gellertstr. 5<, des - vor kurzem abgerissenen - Wohnhauses des Ehepaares Plöhn. Hartmut Schmidt stellt einen bisher nahezu unbekannten Freund Karl Mays vor, den Arzt Dr. Carl Heinrich Schurtz, Gert Morzinek berichtet über Mays Bekanntschaft mit Heinrich Vogel, einer lokalen Größe der Lößnitzgemeinde Serkowitz, und Klaus-Peter Heuer verweist auf zwei alte italienische May-Ausgaben, eine mehrbändige von Teilen des Orientromans aus dem Jahr 1912 und eine gekürzte Übersetzung von >Scheba et Thar< in einer italienischen Marienkalender-Variante (1901). Das Heft ist dem Andenken an Werner Legère gewidmet, einen Hohenstein-Ernstthaler Schriftsteller, der May viel zu verdanken und sich seinerseits immer wieder für ihn eingesetzt hat."
"Die dreizehnte Ausgabe der Hohenstein-Ernstthaler Karl-May-Haus-Informationen enthält kleinere Beiträge über drei Ausstellungen, eine kanadische Gedenkstätte für Jack London, Mays Popularität in der Tschechischen Republik Tendenz: fallend sowie eine Rezension zur KMG-Publikation Der Seminarist und Lehrer Karl May; Hainer Plaul veröffentlicht Dokumente, denen zufolge Klara May seit 1937 Mitglied der NSDAP war. Den größten Teil des Heftes füllen zwei Aufsätze von jeweils 25 Seiten, in denen es wie bei dieser Publikationsreihe üblich um biographische Zusammenhänge geht. Hans-Dieter Steinmetz legt detailliert dar, was es mit Mays Doktortitel bzw. Mays Vorspiegelung, er besitze einen solchen, auf sich hat; der Untertitel des Beitrages, der von Mays »freiem Umgang« mit der Auszeichnung spricht, deutet bereits an, daß dieses Kapitel kein Ruhmesblatt im Leben und Streben unseres Autors bildet. Ähnlich akribisch und unter Beiziehung entlegener und bisher noch kaum ausgewerteter Dokumente schildert Manfred Hecker Mays ärztlich verordneten Aufenthalt im böhmischen St. Joachimsthal während des Frühjahrs 1911; die Kur hat May noch einmal zu einer Verbesserung seines gesundheitlichen Zustands verholfen, die bekanntlich aber nur von kurzer Dauer war."
"Auch die juristischen Zeugnisse, die Mays letzte Lebensjahre in schreckenerregender Zahl begleiteten, sind zum beliebten Gegenstand der Dokumentation geworden. Die 14. Ausgabe der Hohenstein-Ernstthaler Karl-May-Haus-Informationen bringt erstmals in vollem Wortlaut zwei Urteile aus der Serie der Münchmeyer-Prozesse: das des Kgl. Sächsischen Oberlandesgerichts Dresden vom 5.2.1906 und das des Reichsgerichts vom 9.1.1907; Hans-Dieter Steinmetz erläutert auch diese beiden für May günstigen Entscheidungen. Das Heft enthält, neben weiteren kleinen Beiträgen, auch noch einen kurzen Aufsatz von Hainer Plaul, der einige Daten zu Mays Rigi-Aufenthalt im Herbst 1901 korrigiert: Das alte Gästebuch des Hotels machte dies möglich."
"Mit der gleichen Regelmäßigkeit [...] haben die Kundigen im Umfeld des Hohenstein-Ernstthaler Karl-May-Hauses Materialien bibliographischer und wirkungsgeschichtlicher Art ans Licht gezogen und in den Haus-Informationen und natürlich auch an anderer Stelle veröffentlicht. Das Heft [15] des Jahres 2002 setzt diese Tradition fort.Neben anderen kleinen Beiträgen findet sich Bibliographisches zu einem in der Presse wiedergegebenen Brief Mays (Hainer Plaul) und einem österreichischen Nachdruck des Geldmännle (Hans-Dieter Steinmetz). Hainer Plaul legt Informationen über Mays frühe Geliebte Auguste Gräßler vor, Dieter Sudhoff präsentiert einen zeitgenössischen Disput zu Sacha Schneiders Bild Um die Wahrheit, Wesselin Radkov schildert die derzeit in Bulgarien herrschende Situation des Buchmarkts im Allgemeinen und der May-Ausgaben im Besonderen, und Martin Lowsky erwägt, ob May sich bei der Konzeption der Marah Durimeh »von der Sagenwelt seiner sächsischen Heimat, den Sagen von Sybillenstein und Kottmarberg« (S. 20), hat inspirieren lassen. Im umfangreichsten Beitrag wertet Hans-Dieter Steinmetz SED-Akten aus, die eine genauere Beschreibung der Vorgänge um Mays Rehabilitierung in der DDR bzw. speziell um die Renaissance des Radebeuler Karl-May-Museums ermöglichen; mancherlei Technokratisches, Bürokratisches und Hierarchisches wird in den Einzelheiten sichtbar, jedoch nichts Neues, das spektakulär wirkte."
"Über die Qualität der Karl-May-Haus-Informationen brauchen hier keine weiteren Worte verloren zu werden. Heft 16 bietet schwerpunktmäßig wieder biographisches Material, so z.B. die Dokumentationen von Hans-Dieter Steinmetz über Karl Mays Aufenthalte im Sommerkurort Mulda nahe Freiberg/Sachsen ab 1898 und Hartmut Schmidt über Mays Begegnung mit dem Orientreisenden, Diplomaten und Ausgräber Max von Oppenheim in Kairo, dessen Lebensweg den selbsternannten Weltreisenden fasziniert haben dürfte. Beiträge zur Wirkung schließen sich an: In gewohnt gründlicher Weise unterrichtet Steinmetz, der in diesem Heft gleich dreimal vertreten ist, über die Karl-May-Ehrung 1942 in Hohenstein-Ernstthal, ein Beispiel des »Umgang(s) mit Leben und Werk Karl Mays während des Nationalsozialismus« (S. 28). Die Sonderausstellung im Karl-May-Haus Karl May in der DDR, die auch das trübe Kapitel Stasi und ihre Helfer nicht ausspart, wird von Klaus-Peter Heuer gewürdigt. Ihm ist beizupflichten, daß diese Ausstellung insbesondere »zwischen Rhein und Elbe (...) immer wieder gezeigt werden« (S. 65) sollte. Pünktlich zur Tagung der KMG in Plauen erschien Heft 17, dessen Inhalt zu mehr als zwei Dritteln wiederum von dem derzeit emsigsten biographischen Mayforscher Hans-Dieter Steinmetz bestritten wird mit seiner umfänglichen Arbeit zum Aufenthalt Karl Mays am Lehrerseminar der Vogtlandstadt Plauen, die erweitert im vorliegenden Jahrbuch abgedruckt ist. Zwei weitere kürzere Beiträge von Karin Mogritz über Schenkungen Karl Mays für Bibliotheken der Lößnitzgemeinden (1896) und von Steinmetz zu Mays amerikanischem Doktordiplom liefern Bausteine zu seiner Vita. Positiv ist anzumerken, daß der Redakteur in diesem Heft auf seine sonst regelmäßig gepflegte Polemik verzichtet hat."
Inhalt nach Verfassern geordnet